Ein paar Kilos zuviel – wo ist da eigentlich das Problem?

Foto: Maya Kruchancova - stock.adobe.com
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Wer schlank ist, ist hierzulande mittlerweile in der Minderheit. Doch nur weil so viele Menschen übergewichtig sind, sind die Extrapfunde auf ihren Rippen nicht harmlos oder unbedeutend. Denn Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für viele Erkrankungen – welche das sind, erfährst du in diesem Beitrag.

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Zwei Drittel der Männer (67 %) und gut die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Knapp ein Viertel der Erwachsenen ist sogar stark übergewichtig – was man im Fachjargon als adipös bezeichnet. Zahlen wie diese kann man beim Robert Koch-Institut (RKI) nachlesen, das ihm Rahmen eines Gesundheitsmonitorings regelmäßig Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung erhebt.

5 Top-Gesundheitsargumente für’s Abnehmen

Den meisten Menschen, die Extrapfunde auf den Rippen haben, gefällt ihr Spiegelbild nicht. Sie wären gern schlanker, um besser auszusehen. Doch es gibt auch eine ganze Reihe gesundheitlicher Argumente, warum es sich lohnt, auf sein Gewicht zu achten. Vielleicht helfen sie bei der langfristigen Motivation zum gesunden Abnehmen?

Typ-2-Diabetes leichter in Schach halten

Menschen, deren Diagnose Typ-2-Diabetes noch nicht lang zurückliegt und die rigoros abnehmen, können ihren Zuckerstoffwechsel wieder normalisieren und anschließend unter Umständen sogar ganz auf Medikamente verzichten. Darauf deutet eine vielbeachtete Studie aus dem Jahr 2018 hin. An ihr nahmen 298 übergewichtige Menschen teil und hielten eine strikte Diät. Die Hälfte von ihnen schaffte es, ihren Zuckerstoffwechsel wieder zu normalisieren. Man spricht dabei von einer ‚Remission‘. Wenn mehr als 15 kg purzelten, gelang diese Remission zu etwa 85 Prozent. Wer ‚nur‘ etwa 10 kg abspeckte, hatte immerhin eine 50:50 Chance auf eine Diabetes-Remission. Und auch bei denen, die nur etwa 5 kg abnahmen, lag die Erfolgsquote immer noch bei etwa 20 Prozent.

Wirkung von Medikamenten verbessern

Übergewicht macht sich nicht nur negativ auf das Selbstwertgefühl und das individuelle Wohlbefinden bemerkbar. Tatsächlich beeinflusst es auch die Wirkung verschiedener Medikamente. So haben Wissenschaftler*innen beispielsweise herausgefunden, dass Rheumamedikamente bei Übergewicht schlechter wirken. Demnach wirkt sich jedes Kilo weniger auf der Waage günstig auf die Erkrankung und den Behandlungserfolg aus.

Gesund und erholsam schlafen

Menschen mit starkem Übergewicht haben häufig Schlafstörungen. Denn wenn sich zu viel Fett in den oberen Atemwegen einlagert, sinkt der Durchmesser der Atemwege und behindert die Atmung. Kommt es nachts deswegen sogar zu mehrfachen Atemstillständen (im Fachjargon: obstruktive Schlafapnoe, OSA), ist die Sauerstoffversorgung gestört. Das erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Schlaganfall. Abgesehen davon führt ein gestörter Schlaf zu Tagesschläfrigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit. Wer sein Körpergewicht reduziert, kann also Schlaf, Gesundheit und Wohlbefinden verbessern.

Das Krebsrisiko senken

Ein hoher Köperfettanteil erhöht das Risiko für etliche Krebsarten. Nach Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums treten insgesamt 13 Krebsarten – Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Nierenzellkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Brustkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs, Eierstockkrebs, Krebs des Mageneingangs, Schilddrüsenkrebs, multiples Myelom (eine spezielle Krebserkrankung des Blutplasmas) und Meningeome (eine besondere Form von Hirntumoren) – häufiger bei übergewichtigen als bei normalgewichtigen Menschen auf. Wer sein Gewicht reduziert, senkt also auch sein Risiko, an Krebs zu erkranken.

Übergewicht verlängert das Leben nicht

Lange Zeit glaubten auch Expert*innen, dass ein paar Extrakilos insbesondere bei älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen die Überlebenschancen zu verbessern. Man nannte diesen Effekt das sogenannte Adipositas-Paradoxon. Damit wären die sprichwörtlichen Rettungsringe tatsächlich mögliche Lebensretter. Doch mittlerweile widerlegen immer mehr Studien diese These. Neuerdings geht die Wissenschaft davon aus, dass bereits geringes Übergewicht das Sterberisiko erhöht. Wer seine Gesundheit schützen möchte, sollte sich also so gut es geht von seinen Speckpölsterchen trennen.

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