Testosteron-Mangel und Typ-2-Diabetes: Männer mit Typ-2-Diabetes sollten ihren Testosteron-Wert kennen

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Testosteron-Mangel und Typ-2-Diabetes: Männer mit Typ-2-Diabetes sollten ihren Testosteron-Wert kennen | Foto: Africa Studio – stock.adobe.com
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Testosteron-Mangel und Typ-2-Diabetes: Männer mit Typ-2-Diabetes sollten ihren Testosteron-Wert kennen

Des Mannes „Königshormon“, das Testosteron, spielt eine wichtige Rolle für seine allgemeine Gesundheit. Wenn der Testosteron-Spiegel immer weiter sinkt, kann es zu typischen Testosteron-Mangel-Symptomen wie Libidoverlust, Potenzstörungen, aber auch zu anderen untypischeren Symptomen wie Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Burn-out-Gefühl bis hin zu Depressionen kommen. Was viele betroffene Männer nicht wissen, ist, dass ein Testosteron-Mangel auch das Entstehen eines Typ-2-Diabetes begünstigen kann.

Man(n) fühlt sich nicht krank, aber irgendetwas stimmt nicht … Sie fühlen sich unwohl, antriebslos, haben Muskeln abgebaut und an Körperfett zugenommen. Dahinter könnte ein Testosteron-Mangel stecken. Sie würden es vielleicht nicht vermuten, aber mit einem Testosteron-Mangel können ernsthafte gesundheitliche und Lebensqualitäts-Einschränkungen einhergehen. Diese sind jedoch vermeidbar, weil es gute und einfache Behandlungsmöglichkeiten gibt.

In Deutschland ist etwa jeder vierte Mann um die 60 davon betroffen. Wichtig zu wissen ist, dass auch jüngere Männer einen symptomatischen Testosteron-Mangel (medizinisch: Hypogonadismus) entwickeln können.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Da Testosteron stoffwechselaktiv ist und somit den Zuckerstoffwechsel beeinflusst, kann ein Testosteron-Mangel nicht nur zu den oben genannten Symptomen führen, sondern auch zum Entstehen eines Typ-2-Diabetes beitragen. Außerdem werden Übergewicht und Adipositas begünstigt. Um das zu verhindern, ist es sinnvoll, wenn Männer mit Typ-2-Diabetes oder seiner Vorstufe, dem Prädiabetes, die zudem unter Testosteron-Mangel-Symptomen leiden, ihren Testosteron-Spiegel überprüfen lassen. Ist er dauerhaft erniedrigt, steigt das Risiko für die Entwicklung bzw. die Verschlechterung eines Typ-2-Diabetes.

Wie eine wissenschaftliche Studie 2021 gezeigt hat [1], kann eine frühzeitig begonnene Testosteron-Therapie das Entstehen eines Typ-2-Diabetes verhindern oder sogar rückgängig machen. Aber nicht nur Männer mit Typ-2-Diabetes sollten auf ihren Testosteron-Spiegel achten. Auch überschüssiges Bauchfett („Bierbauch“) ist ein häufiges Anzeichen für einen Testosteron-Mangel.

Auf den Testosteron-Wert achten – Lebensqualität erhalten

Leiden Sie unter Testosteron-Mangel-Symptomen? Machen Sie jetzt den anonymen und kostenlosen Test unter www.testocheck.de.

Bauchfett kann die Bildung von Testosteron hemmen, dessen vermehrte Umwandlung in das weibliche Sexualhormon Estradiol fördern und so zu einem Testosteron-Mangel führen. Ein Mangel begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Die Fettzellen wiederum produzieren Botenstoffe, die den Testosteron-Spiegel weiter senken. Es kann ein Teufelskreis aus Übergewicht und Testosteron-Mangel entstehen. Denn ein erniedrigter Testosteron-Spiegel führt zu Antriebslosigkeit und Motivationsmangel – was das Abnehmen erschwert.

Frühzeitig aktiv werden

Um herauszufinden, ob ein Testosteron-Mangel vorliegt, ist unter www.testocheck.de für Männer jeden Alters ein von Expertinnen und Experten entwickelter kostenfreier anonymer Online-Selbsttest verfügbar. Anhand weniger Fragen können Sie ermitteln, ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für einen Testosteron-Mangel besteht.

Wenn der Test auf einen Testosteron-Mangel hindeutet, Sie vielleicht etwas übergewichtig sind und/oder einen Typ-2-Diabetes haben, sollten Sie sich umgehend an eine hausärztliche, urologische oder andrologische Praxis wenden und Ihren Testosteron-Wert checken lassen. Er lässt sich mittels einer einfachen Blutuntersuchung ermitteln, die zweimal morgens vor 11 Uhr erfolgen sollte.

Das Leben wieder genießen

Die gute Nachricht ist: Wenn der Wert zu niedrig ist und zudem anhaltende Testosteron-Mangel-Symptome vorliegen, kann eine Therapie verordnet werden, die von den Krankenkassen erstattet wird. Damit gelingt es in den meisten Fällen, die Symptome zu lindern oder komplett zu beseitigen. Nach wenigen Wochen kehren häufig als Erstes Libido und Antriebskraft zurück. Die übrigen Symptome bessern sich in der Regel nach drei bis sechs Monaten.

In Deutschland haben sich zwei Therapieoptionen bewährt: Testosteron-Gele, die der Patient einmal täglich auf die Haut aufträgt, oder langwirksame Testosteron-Injektionen, die alle 10 bis 14 Wochen in der Arztpraxis verabreicht werden. Damit kann der Testosteron-Spiegel wieder in den Normbereich angehoben und die Lebensqualität der Patienten gesteigert werden.


Literatur
  1. Wittert G et al. Lancet Diabetes Endocrinol 2021; 9 (1): 32 – 45

Impressum
MedTriX GmbH
Unter den Eichen 5, 65195 Wiesbaden
Redaktion: Elke Klug, Berlin
Die Herausgeber der Zeitschrift übernehmen keine Verantwortung für diese Inhalte.
Mit freundlicher Unterstützung der Besins Healthcare Germany GmbH

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  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Tagen, 8 Stunden

    Hey, brauche Eure Hilfe. Habe den G7 genutzt. Als der über mehrere Monate (Frühjahr/Sommer 2025) massive Probleme (teils Abweichungen von 150 mg/dL, Messfaden schaute oben heraus) machte bin ich zum G6 zurückgegangen. Dessen Produktion wird nun eingestellt. Ich habe solche Panik, wieder den G7 zu nutzen. Habe absolut kein Vertrauen mehr in diesen Sensor. Aber mit meiner TSlim ist nur Dexcom kompatibel. Ich weiß nicht was ich machen soll, ich habe solche Angst.

    • Mit “meinem” Omnipod 5 wird der Dexcom G7 Ende 2026 voraussichtlich der einzige verfügbare Sensor sein.

      So richtig begeistert über die Einstellung des G6 bin ich auch nicht, auch wenn es absehbar war.
      Ich habe einfach die Hoffnung, dass die Qualitätsprobleme beim G7 bis dahin ausgestanden sind.

      Ich warte das Thema noch einige Monate ab.
      Wenn ich Ende 2026 feststelle, dass die Kombination aus meiner Pumpe und dem CGM für mich nicht funktioniert, bin mir sicher, dass meine Diabetes-Ärztin und ich eine gute Lösung für mich finden.

      Hier habe ich aufgeschnappt, dass für die t:slim wohl eine Anbindung des Libre 3 in der Mache ist:
      https://insulinclub.de/index.php?thread/36852-t-slim-mit-libre-3-wann/
      Leider steht keine überprüfbare Quelle dabei. 🤷‍♂️

      Ein weiterer mir wichtiger Gedanke:
      Angst und Panik sind in diesem Zusammenhang vermutlich keine hilfreichen Ratgeber. Hoffentlich schaffst Du es, dem Thema etwas gelassener zu begegnen.
      (Das sagt der Richtige: Ich habe in meinem letzten DiaDoc-Termin auch die Hausaufgabe bekommen, mal zu schauen, was mir gut tut.)

    • @ole-t1: Hey Ole, ganz lieben Dank für Deine Nachricht. Die Produktion des G6 endet laut einem Artikel auf dieser Seite ja zum 1. Juli 2026. Wann der Libre3 mit der TSlim kompatibel sein wird weiß man ja noch nicht. An sich gefällt mir Dexcom auch besser als Libre und die erste Zeit lief der G7 ja auch super bei mir. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der G7 von heute auf Morgen nicht mehr bei mir funktioniert? Es gab ja auch das Gerücht das Dexcom eine zeitlang Produktionsprobleme hatte, dass wäre ja eine Erklärung, aber da geht Dexcom natürlich auch nicht mit hausieren.

    • @bloodychaos: Moin, ich benutze den G 7 seit Dezember 2022 (vorher G 6). Seit Dezember 2024 in Kombination mit der t:slim X 2 Ja, es hat immer mal wieder einen Sensor gegeben, der nicht richtig funktioniert hat . Dann wurde ein neuer gesetzt, der Vorfall an Dexcom gemeldet und es gab dann wenige Tage später einen neuen Sensor.
      Wie ole-t1 schon geschrieben hat, erst einmal die Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen. Alle auf dem Markt erhältlichen Sensoren haben Schwankungen in der Genauigkeit ihrer Angaben. Wichtig ist daher zu beurteilen, ob das, was der Sensor anzeigt, überhaupt sein kann.
      Zum Beispiel durch blutiges Nachmessen (dabei bitte dran denken, dass der Gewebezucker, den die Sensoren messen, rd. 20-30 Minuten hinter dem Blutzucker hinterher hinkt).

  • loredana postete ein Update vor 4 Tagen, 5 Stunden

    Die Registrierung mit dem Geburtsjahr war echt sportlich. Wollte es schon fast wieder abbrechen.

  • ambrosia postete ein Update vor 5 Tagen, 3 Stunden

    Ich wünsche allen einen schönen Mittwoch.

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