#33: Wie fühlt es sich an? Die Sonnenseite.

Hin und zurück – bis ans Ende der DiaWelt – Wie fühlt es sich an? Die Sonnenseite. – AdobeStock_artbesouro_424683766
Hin und zurück – bis ans Ende der DiaWelt – Wie fühlt es sich an? Die Sonnenseite. – AdobeStock_artbesouro_424683766
Foto: artbesouro – stock.adobe.com

Ich wurde mal gefragt, wie es sich anfühlt, mit einer Erkrankung an die Öffentlichkeit zu gehen, wo andere diese lieber hinter verschlossener Tür halten. Tatsächlich ist das eine Frage über die ich in der letzten Zeit – vielleicht auch anlässlich meines 3. Diaversary – öfters nachgedacht habe.

Wie ich bereits in einem meiner ersten Beiträge erzählt habe, kam es zu meinem Instagram-Profil (@sweet.caromell.type2) kurz nach meiner Diagnose. Ich fand es schade (… und natürlich auch irgendwo gut!), dass ich niemanden im direkten Umfeld hatte, der ebenfalls in jungen Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankt ist. Und da ich selber schon immer gerne auf Social Media unterwegs war, war es für mich naheliegend, dass es auch für Diabetes eine Community geben muss. Auch wenn anfangs die Diabetes Community nicht so ganz war, wie ich es mir erhoffte, da sie fast ausschließlich aus Typ 1er bestand, so sah ich es an mir, den ersten Schritt zu machen. Und so kam es schließlich zu meinem Profil.

Foto: privat

Da ich öffentlich einer der „ersten“ Personen mit Typ-2-Diabetes auf Instagram war, habe ich bereits relativ früh Anfragen für Portraits in Fachzeitschriften bekommen, um meine Geschichte zu erzählen. Es war/ist wirklich ein RIESEN-Ding für mich. Denn es ist eine Sache, ein paar Posts zu schreiben sowie Stories hochzuladen, doch eine ganz andere, wenn Du ein offizielles Interview gibst und dann das gesprochene mit deinem Bild für X-Tausende Leser abgedruckt wird.

Da am Anfang meiner Diagnose auch nicht jeder von meiner Typ-2-Diabetes-Erkrankung wusste, hatte ich zu dem Zeitpunkt auch „sorge“, wer alles die Artikel lesen würde. Auf Instagram bewegt man sich so gut wie in einer „Bubble“. Doch außerhalb dieser gibt es einfach einen „Markt“ mit 8,7 Mio. Menschen in Deutschland, die an Diabetes erkrankt sind. 1 Und wer weiß, vielleicht lesen ja genau diese 8,7 Mio. Menschen diesen einen Artikel? #justkidding

Mit der Zeit folgten weitere Publikationen, Takeovers sowie Podcast-Einladungen. Und nicht zu vergessen, bekam ich hier beim Diabetes Anker die Chance und Plattform, meine Message in die Diabetes-Welt hinauszutragen! #thankful

Es eröffnen sich einem viele Türen, wenn man es möchte. Die Basis ist und bleibt mehr oder weniger das digitale Tagebuch mit Zuschauern (= Social Media-Profil). Doch wenn man mehr als nur seinen Alltag und Erfahrungen mit anderen teilen und wirklich was bewegen will, so wird man von Verbänden, Organisationen, etc. mit offenen Armen empfangen. Denn diese suchen immer nach neuen Protagonist:innen, die mit anpacken und etwas verändern wollen. Und so ganz unter uns – natürlich kommt das auch der eigenen Reichweite zugute! 😉

Foto: Hannah Busing – unsplash.com

Aber selbst wenn nicht – also Du keine Protagonistin bzw. kein Protagonist sein möchtest – geh „raus“ in die Welt und vernetze Dich mit anderen. Ich weiß, ich wiederhole mich immer und immer wieder. Aber für mich ist und bleibt der größte Benefit von Social Media die Community! Nirgendwo anders wirst Du mit so vielen tollen Persönlichkeiten in den Austausch gehen können und durch geteiltes Wissen dazulernen. Nutze dieses kostenfreie Medium für Dich – auch als Unterstützung in Deinem Diabetes Management.

Die Frage zu Anfang lautete, wie fühlt es sich an? Nun, es ist schön Teil einer Community/Gruppe zu sein. Es verschafft einem das Gefühl von Zugehörigkeit. Auch weil man weiß, dass man mit seinen „Themen“ nicht alleine ist und es andere gibt, die ähnliches erfahren (haben). Mit meinem Profil möchte ich Typ-2-Diabetes in der Gesellschaft nicht idealisieren, sondern normalisieren. In dem ich aus meinem Alltag oder über meine Erfahrungen poste, schaffe ich Inhalte über die ich mich mit anderen austauschen kann, was nicht selten zu einem Blickwinkel-Wechsel führt. Es motiviert mich, wenn jemand meine Erfahrungen als authentisch, Augen-öffnend und/oder hilfreich spiegelt. Ich verspüre ganz viel Dankbarkeit für alle Türen, die sich mir bislang eröffnet haben. Und für all die Menschen, die meine Beiträge, Posts und Stories lesen. Jedes (Community-)Event was ich bisher besucht habe, war ereignisreich, schön und hat einfach total viel Spaß gemacht. Ich kann es wirklich nur empfehlen! 🙂

Kleiner Tipp:
Hast Du Lust, Dich ehrenamtlich als Diabetes-Lautsprecherin zu engagieren? Schau doch mal bei „Deine Diabetes-Stimme“ vorbei und registriere Dich als Lautsprecher:in!
Weitere Infos unter: www.diabetes-stimme.de/lautsprecher-gesucht

Natürlich hört sich das jetzt alles sehr rosig an und es kratzt Dir wahrscheinlich schon unter den Fingern, ebenfalls ein Instagram-Profil zu eröffnen. An dieser Stelle sende ich Dir meinen virtuellen Segen zu (nicht, dass Du ihn bräuchtest) und freue mich, wenn wir uns auf Instagram connecten. (Vergiss auch das Profil @diabetes_anker nicht!) Doch natürlich gibt es immer zwei Seiten der Medaille. Aber dazu ein andermal mehr.

Kannst Du Dir vorstellen mit Deiner Diabetes-Erkrankung auf Social Media öffentlich zu sein?

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