DDG schlägt Alarm: Millionen Menschen mit Diabetes in Krankenhäusern unterversorgt

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DDG schlägt Alarm Millionen Menschen mit Diabetes in Krankenhäusern unterversorgt
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DDG schlägt Alarm: Millionen Menschen mit Diabetes in Krankenhäusern unterversorgt

Aufgrund struktureller und auch finanzieller Gründe erhalten Menschen mit Diabetes in deutschen Krankenhäusern häufig keine angemessene Diabetes-Behandlung und sind damit hinsichtlich ihrer Stoffwechselerkrankung unterversorgt. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft mahnt deshalb, dass die anstehende Krankenhausreform hier unbedingt Abhilfe schaffen muss.

Die rund 3 Millionen Diabetes-Patientinnen und -Patienten, die jährlich in Deutschland eine stationäre Versorgung in Krankenhäusern benötigen, erhalten oftmals keine ausreichende therapeutische Begleitung hinsichtlich ihrer Stoffwechselerkrankung. Darauf macht die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) aufmerksam. Denn nur etwa jede fünfte Klinik verfüge auch über eine ausreichende diabetologische Expertise. Dies könne mitunter zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

Die Krankenhausreform droht laut DDG zu einem bürokratischen Alptraum zu werden

Als Grund für die Mangelversorgung nennt die DDG strukturelle und finanzielle Gründe. Die Krankenhausreform versprach zwar durch eine Entkommerzialisierung und den Abbau der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) Abhilfe. Doch viele Leistungen der diabetologischen Behandlung werden im DRG-Katalog nicht berücksichtigt oder vernachlässigt, sodass sie im jetzigen Gesundheitssystem nur unzureichend oder gar nicht vergütet werden. „Dabei ist eine solide finanzielle Basis entscheidend, um die dringend benötigte Expertise und eine tragfähige Versorgung für etwa jeden fünften Patienten im Krankenhaus aufrechtzuerhalten“, kritisiert DDG-Präsident Professor Dr. Andreas Fritsche. „Ohne eine adäquate, individuell angepasste Diabetes-Therapie, die durch qualifiziertes Fachpersonal gewährleistet wird, drohen den Betroffenen große gesundheitliche Schäden. Das wiederum hat negativen Einfluss auf die Liegedauer im Krankenhaus sowie die Behandlungsergebnisse und damit auch auf die allgemeine Volkswirtschaft.“

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Die jüngste Krankenhausreform, die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach initiiert wurde, entpuppt sich für Bereiche wie die Diabetologie als problematisch. Denn aus der im Dezember 2022 groß angekündigten Revolution im Krankenhauswesen und dem Versprechen, die Fallpauschalen endlich abzuschaffen, sei ein ‚Reförmchen‘ geworden, um das nun bitter gerungen wird – zu Lasten der Menschen mit Diabetes und der Teams in den Kliniken, kritisiert die DDG. „Fächer der Sprechenden Medizin wie die Diabetologie waren finanziell benachteiligt und werden es weiterhin sein, wenn das Bundesgesundheitsministerium die Existenz von Diabetespatienten im Krankenhaus nach wie vor leugnet“, kritisiert Prof. Fritsche. Dem Experten ist daher unklar, wo die angekündigte Entbürokratisierung stattfindet, wenn zukünftig tatsächlich Doppelstrukturen existieren sollen. Denn die Reform plant die Einführung neuer Leistungsgruppen und Vorhaltepauschalen. Diese basieren jedoch auf den bereits bestehenden Fallpauschalen, was zur Komplizierung des Systems beitrage.

Spezialisierte „Diabetes Units“ seien nötig, damit Menschen mit Diabetes in Krankenhäusern nicht mehr unterversorgt sind

Eine besondere Herausforderung stellt die Anpassung der Diabetes-Therapie an klinische Eingriffe dar. „Jede OP, jede akute Erkrankung schlägt sich auf den Glukosestoffwechsel nieder. Um Komplikationen zu verhindern, ist ein spezifisches diabetologisches Fachwissen erforderlich. Das kann am besten von Diabetes Units geleistet werden“, erklärt DDG-Mediensprecher Professor Dr. Baptist Gallwitz. Oftmals werden technische Hilfsmittel wie Insulinpumpen im Krankenhaus aus Unwissenheit deaktiviert, was zu gefährlichen Unterzuckerungen führen kann. „Das ist leider kein Einzelfall, sondern spiegelt die tägliche Versorgungswirklichkeit wider“, betont Prof. Gallwitz. „Es ist wahrscheinlicher, im Krankenhaus eine lebensbedrohliche Unterzuckerung zu haben, als im häuslichen Umfeld. Ein erschreckendes und inakzeptables Ergebnis!“ Prof. Fritsche ergänzt: „Viele Patienten kommen nicht wegen, sondern mit ihrem Diabetes in eine Klinik: Menschen mit Diabetes werden auch mit einem Herzinfarkt, wegen einer Hüft-OP oder Krebserkrankung eingewiesen. Ihr Diabetes als Nebenerkrankung muss dabei zwingend mitbehandelt werden, denn ihre Prognose und Genesung hängt auch maßgeblich von ihrer Stoffwechsellage ab.“

Die beiden Experten befürchten, dass durch die aktuelle Umstrukturierung die Diabetesversorgung in mittleren und kleineren Krankenhäusern weiter vernachlässigt wird. Sie mahnen, dass die Reform nicht nur auf akute invasive Notfalltherapie fokussieren, sondern auch die Diabetologie stärken sollte. Prof. Fritsche spricht sich daher für spezialisierte Diabetes-Teams aus, um bessere und sichere Behandlungsergebnisse zu erzielen. „In Anbetracht der steigenden Diabeteserkrankungen muss die Diabetologie in Krankenhäusern vielmehr gestärkt werden, indem sie mithilfe von multiprofessionellen Teams in sogenannten Diabetes Units organisiert wird.“ Die Ärzteschaft und die Angehörigen der Gesundheitsberufe appellieren aus diesen Gründen an das Bundesministerium für Gesundheit und die Landesregierungen, bei der Gesetzgebung zur Krankenhausversorgungsverbesserung die Sicherheit chronisch kranker Patienten zu berücksichtigen.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

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  • kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?