- Aktuelles
Ich esse, was du isst – Kinder beeinflussen Gleichaltrige beim Kauf von Snacks
2 Minuten

Beeinflussen Grundschulkinder, welche Snacks sich Gleichaltrige kaufen? Eine Studie zeigt: Ja, das tun sie. Im Beisein von Freunden oder Klassenkameraden wählen sie häufiger die ungesündere, aber auch günstigere Alternative. Die Ergebnisse bieten Ansatzpunkte für die Politik, um Kinder zu motivieren, die gesündere Wahl beim Kauf zu treffen. Die Studie wurde in der Zeitschrift „Appetite“ veröffentlicht.
Ob in den Schulpausen, auf dem Nachhauseweg am Kiosk oder im Schwimmbad: Wenn Kinder eigenständig Snacks kaufen, sind sie oft mit Gleichaltrigen unterwegs. Hat das Einfluss auf ihre Kaufentscheidungen? Vor dem Hintergrund, dass inzwischen jedes siebte Kind zwischen sechs und zwölf Jahren in Deutschland übergewichtig ist, keine triviale Frage. Schließlich kann Übergewicht langfristig schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich ziehen.
Studie untersuchte, ob Kinder ihre Freunde bei der Kauf-Entscheidung für Snacks beeinflussen
„Kinder im Grundschulalter haben durch Taschengeld eine beachtliche Kaufkraft, die es ihnen ermöglicht, eigenständig Snacks zu kaufen“, erklärt Stefanie Landwehr, Doktorandin am Lehrstuhl für Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Universität Bonn. „Es ist entscheidend zu verstehen, was ihre Kaufentscheidungen beeinflusst.“ In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Monika Hartmann vom am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik untersuchte Landwehr daher in einer Studie, wie die Anwesenheit von Gleichaltrigen die Kaufentscheidungen von rund 130 Dritt- und Viertklässlern beeinflusst.
Mehr zum Thema
➤ Umfrage zu Impulsware: Mehrheit will keine Süßwaren, Alkohol und Tabak an der Supermarktkasse
Die Kinder füllten zunächst einen Fragebogen zu ihren Snack-Präferenzen und Ernährungswissen aus. Zudem wurde ihnen eine Aufgabe gestellt, um ihre Problemlösungskompetenz zu messen. Anschließend nahmen sie an einem Kaufexperiment teil, bei dem sie zwischen verschiedenen Snacks wählen konnten, darunter Schokokekse, Fruchtmus in Beuteln und Apfelscheiben, jeweils in verschiedenen Marken und Preisklassen.
In Begleitung von Gleichaltrigen entschieden sich die Kinder meistens für das ungesündeste Produkt
Die Studie teilte die Kinder in zwei Gruppen ein: Eine Gruppe traf ihre Entscheidungen alleine, während die andere in Begleitung eines gleichaltrigen Kindes war. Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder in Begleitung häufiger die gleiche Entscheidung trafen, insbesondere für den Schokokeks, die ungesündeste Wahl. „Die Kinder scheinen zu vermuten, dass Gleichaltrige Kekse als ‚cooler‘ betrachten“, mutmaßt Prof. Hartmann.
Auch Kinder mit hohem Wissen über Ernährung trafen häufig die gleichen Entscheidungen wie ihre Partner oder Partnerinnen. „Interessanterweise haben Kinder in der Zweier-Gruppe häufiger entschieden, keinen der beiden Snacks zu kaufen. „Es scheint, dass der Wunsch nach Konformität bei unterschiedlichen Präferenzen zu diesen Entscheidungen führte“, mutmaßt Landwehr. Interessanterweise spielte die Marke der Snacks eine untergeordnete Rolle, und Kinder in Begleitung tendierten zu preisgünstigeren Optionen. „Dies deutet auf ein ausgeprägtes Preisbewusstsein hin“, bemerkt Landwehr.
Impulse für die Gesundheitspolitik: Kampagnen aufklären und Preise für Ungesundes erhöhen
Die Studie könnte wichtige Impulse für die Gesundheitspolitik liefern. „Es ist wichtig, dass Kampagnen zur Förderung gesunder Ernährung den Einfluss von Gleichaltrigen auf das Kaufverhalten von Kindern berücksichtigen“, empfiehlt Landwehr. Dabei sollten Kampagnen nicht nur die Vorteile gesunder Snacks hervorheben, sondern diese auch als die ‚cooleren‘ Alternativen darstellen. Gleichzeitig könnte die Erhöhung der Preise für weniger gesunde Snacks beispielsweise in einem schulischen Umfeld eine wirksame Maßnahme sein.
Mehr zum Thema
➤ Faktencheck zur Kritik der Industrie am Verbot für Kinder-Werbung für Ungesundes
Angesichts der Tatsache, dass jedes siebte Kind in Deutschland zwischen sechs und zwölf Jahren übergewichtig ist, bieten diese Ergebnisse wertvolle Einblicke in die Dynamik kindlicher Kaufentscheidungen und deren mögliche Auswirkungen auf die langfristige Gesundheit.
von Gregor Hess
mit Materialien der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles

2 Minuten
- Ernährung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
uho1 postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute123novesia postete ein Update vor 3 Tagen, 17 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 2 Tagen, 19 Stunden
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]





Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße