Mahlzeiten-Insulin auch nach dem Essen

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Mahlzeiten-Insulin auch nach dem Essen

Bevor die Injektion von prandialem Insulin nachjustiert wird, sollte jedoch erst die Ernährungsweise hinterfragt werden, rät Prof. Petzoldt.

Die Frage: Ich bin Typ-2-Diabetikerin, 72 Jahre, und spritze seit 6 Jahren Insulin, zurzeit wegen schlechter Werte 25 – 25 – 25 E NovoRapid morgens, mittags und abends und spätabends 35 E Basalinsulin. Danach habe ich auf 92 kg zugenommen, ich bin 155 cm groß. Darf man das Mahlzeiten-Insulin NovoRapid nach dem Essen spritzen, wie es in der Gebrauchsanweisung steht? Meine Ärztin empfiehlt 1 Stunde vor dem Essen.


Prof. Petzoldt: Der beste Moment für das Insulinspritzen hängt vom aktuellen Blutzuckerwert ab. Auch für das Mahlzeiten-Insulin NovoRapid ist das Spritzen vor, beim oder nach dem Essen üblich, aber auch 1 Stunde vor dem Essen möglich. Für bessere Blutzuckerwerte und für eine langsame Gewichtsabnahme viel wichtiger ist eine andere Ernährung.

Sie haben viel Übergewicht, dem Sie nur durch überlegtes Essen und Trinken in geringeren Mengen beikommen können. Dann benötigen Sie wahrscheinlich viel weniger Insulin. Das ist gut, weil sehr viel Insulin immer wieder auch zu niedrigeren Blutzuckerwerten führen und damit zu erhöhtem Appetit und so indirekt zum überreichlichen Essen und Trinken beitragen kann.

Haben auch Sie eine medizinische Frage an Prof. Petzoldt?

… dann schreiben Sie ihm per Post oder E-Mail:

Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt​
Schubertstraße 6, 32545 Bad Oeynhausen
E-Mail: brpetzoldt@t-online.de

Beantwortete Fragen veröffentlichen wir im Diabetes-Journal sowie hier auf diabetes-online.de – natürlich anonym.


von Prof. Dr. med. R. Petzoldt
ehem. Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (4) Seite 44

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße