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Entstehung von Übergewicht: Rezeptor identifiziert, der das Essverhalten reguliert
2 Minuten
Die stetig steigende Anzahl von Menschen mit Übergewicht oder Adipositas (schweres Übergewicht) stellt weltweit ein bedeutendes medizinisches Problem dar. Neben den sich verändernden Lebensgewohnheiten spielen auch genetische Faktoren eine entscheidende Rolle für das Essverhalten und somit bei der Entstehung von Übergewicht. Nun wurde mit einem Rezeptor ein neuer Regulator für die Steuerung der Nahrungsaufnahme identifiziert.
In einer neuen Studie, veröffentlicht im renommierten Fachmagazin „Signal Transduction and Targeted Therapy“, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Leipzig und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf einen neuen Regulator für das Essverhalten identifiziert. „Unsere Arbeit zeigt, dass noch nicht alle Komponenten, die die Nahrungsaufnahme regulieren, bekannt sind. Dabei können auch Rezeptoren eine Rolle spielen, an die bisher noch niemand gedacht hat“, sagt Dr. Doreen Thor. Sie ist leitende Autorin der Studie und Wissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.
Nachweis im Tiermodell: Rezeptor Latrophilin-1 steuert das Essverhalten – fehlt er, kommt es zu Übergewicht
Der neu identifizierte Rezeptor Latrophilin-1, bisher bekannt für seine Funktionen im Gehirn wie die Ausbildung von Synapsen, wurde nun auch mit der Steuerung der Nahrungsaufnahme in Verbindung gebracht. Dieser Rezeptor, ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, besitzt seinen Namen aufgrund seiner Bindungsfähigkeit zum Nervengift Latrotoxin, das von der Spinnenart Mediterrane Schwarze Witwe produziert wird.

Die Forschungsteams konnten zeigen, dass der Rezeptor Latrophilin-1 sowohl in den Hirnregionen, die das Essverhalten steuern, als auch im Fettgewebe vorhanden ist. Mäuse, denen dieser Rezeptor fehlt, zeigten in der Studie eine erhöhte Nahrungsaufnahme und eine verringerte körperliche Aktivität. Obwohl die Jungtiere zunächst Normalgewicht aufwiesen, entwickelten sie im Laufe weiterer vier Monate ein signifikantes Übergewicht, begleitet von bekannten Folgeerkrankungen der Adipositas wie Fettleber und Diabetes mellitus.
Rezeptor-Variante
Zusätzlich identifizierten die Forschenden eine Rezeptor-Variante von Latrophilin-1 in den Sequenzierdaten einer Adipositas-Kohorte aus Leipzig. Diese Variante trat bei einer Patientin mit Übergewicht auf und zeigte in Zellkulturtests eine eingeschränkte Funktionalität. Dies legt nahe, dass der Rezeptor nicht nur im Tiermodell, sondern auch beim Menschen für die Entwicklung von Adipositas relevant sein könnte.
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„Mit den Ergebnissen haben wir einen neuen Ansatz, um die Regulation der Nahrungsaufnahme und die Entwicklung von Adipositas besser zu verstehen“, sagt Prof. Dr. Simone Prömel, weitere Korrespondenzautorin der Publikation. Zukünftige Studien sollen klären, ob der Rezeptor als potenzieller pharmakologischer Ansatzpunkt dienen kann, um die Nahrungsaufnahme bei Übergewicht zu regulieren.
von Redaktion Diabetes-Anker
mit Materialien der Universität Leipzig
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
