Pilotstudie: Potenzmittel senkt Blutzuckerlang­zeitwert bei Typ-2-Diabetes

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Pilotstudie – Potenzmittel senkt Blutzuckerlang­zeitwert bei Typ-2-Diabetes
Foto: Zerbor – stock.adobe.com
Pilotstudie: Potenzmittel senkt Blutzuckerlang­zeitwert bei Typ-2-Diabetes

In einer Studie konnten schwedische Forschende erste Hinweise finden, dass ein Wirkstoff, der aktuell als Potenzmittel eingesetzt wird, bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu einem niedrigeren Blutzuckerlangzeitwert führen kann. Die Ergebnisse müssen aber noch in größeren und längeren Untersuchungen bestätigt werden.

Die Ergebnisse einer kleinen Pilotstudie der Universität Göteborg lassen vermuten, dass das Medikament Tadalafil in hoher Dosierung den Blutzuckerlangzeitwert bei Menschen mit Typ-2-Diabetes deutlich verbessern kann. Der Wirkstoff aus der Gruppe der PDE5-Hemmer, zu der auch das bekannte Medikament Viagra gehört, ist derzeit ausschließlich zur Behandlung von Impotenz oder erektiler Dysfunktion (Erektionsstörung) zugelassen. Da die Studie lediglich eine recht kleinen Teilnehmerzahl umfasste und nur wenige Wochen lief, sind diese Erkenntnisse jedoch zunächst nur eingeschränkt aussagefähig. Sie müssen nun erst noch in Untersuchungen mit mehr Teilnehmenden und einer längeren Beobachtungszeit bestätigt werden. Zudem weißt der Wirkstoff ein hohes Nebenwirkungsprofil auf und kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen.

Die randomisierte und doppelblinde Studie umfasste 18 Teilnehmende (12 Männer im Alter von 40 bis 70 Jahren und 6 Frauen nach der Menopause im Alter von 55 bis 70 Jahren) mit Typ-2-Diabetes, die sechs Wochen lang zusätzlich zu ihrer bisherigen Diabetes-Therapie entweder eine hohe Tagesdosis (20 mg) des Wirkstoffs Tadalafil oder ein Placebo erhielten. Nach einer achtwöchigen Pause erhielten sie dann sechs Wochen lang die andere Option. Da Tadalafil eine Reihe bekannter Nebenwirkungen hat (u. a. Kopfschmerzen, Sodbrennen, Durchfall, Muskel- und Rückenschmerzen, niedriger Blutdruck, verstopfte Nase, Tinnitus und verschwommenes Sehen), standen die Probandinnen und Probanden unter engmaschiger Kontrolle.

Verbesserter Blutzuckerlangzeitwert durch Potenzmittel: eigentlich standen Effekte auf Insulinempfindlichkeit im Fokus

In erster Linie sollte im Rahmen der Studie eigentlich untersucht werden, ob Tadalafil die Insulinempfindlichkeit von Menschen mit Typ-2-Diabetes verbessern kann. In dieser Hinsicht zeigten die Ergebnisse aber keine erkennbaren Unterschiede im Vergleich zu Placebo. Tadalafil bewirkte jedoch eine deutliche Verbesserung der Stoffwechselkontrolle, die anhand von Messungen des Blutzuckerlangzeitwerts (HbA1c) ermittelt wurde. Der zu Studienbeginn erhobene HbA1c-Wert von durchschnittlich über 7,64 % (60 mmol/mol) sank um rund 0,25 Prozentpunkte (2,50 mmol/mol).

Was ist der Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c-Wert) und was sagt er aus?
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„Das ist eine sehr deutliche Verbesserung der Blutzuckerlangzeitwerte, die wir uns nach nur sechs Wochen Zusatzbehandlung bei Patienten mit gut eingestelltem Typ-2-Diabetes nicht hätten träumen lassen. Diese Verbesserung des Blutzuckerspiegels ist vergleichbar mit dem, was wir bei vorherigen Medikamenten-Kandidaten gesehen haben, die mittlerweile neue Behandlungsoptionen für Typ-2-Diabetes sind“, sagt der Studienleiter Prof. Dr. Per-Anders Jansson. Der Studienleiter fügte aber warnend hinzu, dass „die Selbstmedikation mit PDE5-Hemmern niemals erfolgen darf, da sie in Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein kann. Diese Medikamente sind rezeptpflichtig und müssen immer vom behandelnden Arzt verschrieben werden“.

Die Ergebnisse der Studie haben die Forschenden in der Fachzeitschrift eClinicalMedicine veröffentlicht.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien des Schwedischen Forschungsrats – The Swedish Research Council

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  • tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 6 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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