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Das Auge im Blick – Teil 2: Retinopathie und Lasertherapie
3 Minuten
Eine der häufigsten Folgeerkrankungen im Zusammenhang mit Diabetes Typ 1 und auch bei Typ 2 ist die Retinopathie. Bei meiner Mutter, die wie ich Typ-1-Diabetikerin ist, stand nun die erste Lasertherapie im Zusammenhang mit dieser Erkrankung an, und ich habe sie begleitet, um Händchen zu halten, den Ärzten viele Fragen zu stellen und anschließend den Chauffeur zu spielen.
Was ist Retinopathie?
Die Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut (Retina) im Auge. Die Netzhaut befindet sich auf der Innenwand des Augapfels und kleidet das Auge fast vollständig von innen aus (siehe Bild). Dabei besteht die Netzhaut aus mehreren Millionen Seh- und Nervenzellen sowie vielen kleinen Äderchen. Diese feinen Blutgefäße sind sehr empfindlich und besonders anfällig für die Gefäßschädigungen, die im Zusammenhang mit Diabetes entstehen können. Dabei sind nicht nur zu hohe Blutzuckerwerte ein Risikofaktor, sondern auch Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und ggf. auch eine generelle Veranlagung für diese Erkrankung. Bei einer Retinopathie kommt es zu einer Schädigung dieser kleinen Äderchen, die dann die Zellen nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgen können.
Wie macht sich eine Retinopathie bemerkbar?
Meine Mutter bemerkte eines Tages, dass sie kleine Flecken sah. Das machte ihr zunächst Angst, aber es war auch keine ganz so große Überraschung. Jährlich geht sie zu den augenärztlichen Kontrolluntersuchungen. Schon vor zehn Jahren wurden die ersten Anzeichen einer Retinopathie festgestellt. Damals bemerkte sie aber noch nichts davon, denn anfangs gibt es keine Symptome. Aber da der Netzhautschaden früh erkannt wurde, konnte das Fortschreiten auch verlangsamt werden. Deswegen sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen so wichtig.
Die kleinen, dunklen Flecken, die meine Mutter plötzlich sah, waren leider ein Anzeichen für eine Einblutung im Auge. Etwas, was häufig in Zusammenhang mit einer Retinopathie vorkommt. Auch ein unscharfes oder verschwommenes Sehen kann ein Anzeichen für diesen Ernstfall sein. Also ab zum Arzt!
Die Vorbereitungen
Es war sofort klar, dass ich meine Mutter ins Krankenhaus begleite. Die Lasertherapie konnte ambulant durchgeführt werden. Es gab ein ausführliches Erstgespräch mit einer Augenärztin und dem Chefarzt, der den Eingriff durchführen würde.
Natürlich wurden meiner Mutter viele Fragen über ihre Krankengeschichte und frühere Operationen gestellt. Das sind wichtige Informationen für die Ärztinnen und Ärzte, daher sollte man sich darauf etwas vorbereiten. Bei den Voruntersuchungen wurde meine Mutter auch nochmals durchgecheckt und ihre Augen wurden nochmals kontrolliert. Anschließend wurde uns der Eingriff erklärt und ich bekam auch sehr viele Hinweise als Angehörige für die Nachsorge. Zur Vorbereitung wurde dann die Pupille mit Augentropfen erweitert.
300 Laserschüsse
Mir wurde etwas mulmig, als der Arzt sagte, dass er etwa 300 Mal mit dem Laser auf die Netzhaut „schießen“ muss. Das ist wohl vollkommen normal, und es handelt sich um wirklich kleine, feine „Schüsse“, die zielgenau gesetzt werden. Mit dem Laser werden kaputte Äderchen verödet, damit die Blutungen gestoppt werden und auch das Fortschreiten der Retinopathie wieder verlangsamt wird. Dazu muss nicht selten der komplette äußere Bereich der Netzhaut gelasert werden.
Dies klingt erst einmal schlimm, aber es war erstaunlich unspektakulär. Meine Mutter bekam eine Betäubung für das zu behandelnde Auge und nach etwa 20 Minuten war bereits alles vorbei. Dennoch war sie nicht begeistert, da sie diese Prozedur für ein gutes Ergebnis noch ein- bis zweimal wiederholen muss.
Nachsorge
Wie nach jeder Therapie dieser Art war erst einmal Ruhe angesagt. Das Auge wurde mit einem Verband geschützt, der aber schon nach zwei Tagen abgenommen werden konnte. Meine Mutter hatte starke Kopfschmerzen und schlief nach dem Eingriff erst einmal etwas. Man sollte sich darauf einrichten, dass man etwa 10-14 Tage Ruhe benötigt, nicht Auto fahren kann und das Auge etwas Zeit benötigt, um sich zu erholen. Zudem sind die Nachsorgetermine beim Augenarzt sehr wichtig.
Leider muss man sich bewusst machen, dass diese Therapie nur ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt. Ein einmal eingetretener Augenschaden kann nur geringfügig bzw. meist nicht verbessert werden. Daher sind die Augenuntersuchungen so wichtig.
Mehr zur Funktion und Kontrolle der Augen findet Ihr im ersten Teil von „Das Auge im Blick“.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 3 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 1 Woche
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 1 Woche
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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