- Behandlung
Kleine Forschungshelden, große Hoffnungen
2 Minuten
Mehrere Studien befassen sich mittlerweile mit einem ehrgeizigen Ziel: dem Verhindern des Entstehens von Typ-1-Diabetes. Wissenschaftler aus München, Dresden und Hannover setzen dabei große Hoffnungen in die kleinsten Probanden.
Den Typ-1-Diabetes künftig verhindern: Ein wichtiger Baustein ist dabei die Studie „POInT“ (Primary Oral Insulin Trial), die durchgeführt wird über die internationale Forschungsplattform GPPAD (Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes) – unter Federführung des Helmholtz Zentrums München und dem Klinikum rechts der Isar der TU München. Zudem wird POInT im Kinderkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover und an der TU Dresden durchgeführt.
Die tägliche Gabe von Insulinpulver mit einer Mahlzeit soll das Immunsystem so trainieren, dass keine fehlerhafte Immunreaktion auftritt, also der Körper die eigenen insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse nicht angreift. Um feststellen zu können, welche Wirkung dem Insulinpulver zugeschrieben werden kann, wird in der Studie auch eine „Kontrollgruppe“ mitgeführt: Die Teilnehmer hier erhalten statt des Insulinpulvers ein Pulver ohne Wirkstoff.
Teilnehmen können Kinder im Alter zwischen 7 Monaten und 3 Jahren
Die an der Studie teilnehmenden Kinder sind zwischen 7 Monate und 3 Jahre alt. Bei ihnen wurde zuvor mit einem einfachen Bluttest in einem Screening das genetische Risiko für Typ-1-Diabetes ermittelt („Freder1k“-Studie). Nur wenn dieses Risiko erhöht ist (25-fach im Vergleich zum Durchschnitt), können Eltern ihren Nachwuchs zu „POInT“ anmelden. Das Kind wird dann nach dem Zufallsprinzip der Insulin- oder der Kontrollgruppe zugeordnet. Doch wieso setzen die Forschenden so große Hoffnungen auf diese junge Altersgruppe?
Vorherige Studien haben gezeigt, dass Kinder mit Risikogenen für Typ-1-Diabetes in der Lebensphase zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 3. Lebensjahr sehr empfänglich sind für eine Fehlsteuerung des Immunsystems gegenüber den insulinproduzierenden Betazellen. Deshalb ist es sinnvoll, in den ersten Lebensjahren vorbeugend auf das Immunsystem einzuwirken. So kann bestenfalls das Entstehen eines Typ-1-Diabetes verhindert werden.
Ihr Kind kann in die POInT-Studie eingeschlossen werden, wenn:
- es zwischen 4 und 7 Monate alt ist,
- Typ-1-Diabetes-Risikogene bei ihm festgestellt wurden,
- es bereits begonnen hat, kleine Mengen Beikost aufzunehmen.
Mehr Informationen zur Teilnahme: Tel.: 0800/000 00 18, Webiste: www.gppad.org/de/point-studie
von Mona Walter
Referentin Kommunikation GPPAD,
Helmholtz Zentrum München,
Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH),
Institut für Diabetesforschung,
Heidemannstr. 1, 80939 München
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (7) Seite 37
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
