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Unterzuckerungen – eine Frage der Einstellung?
3 Minuten

Ich denke beim Stichwort Einstellung natürlich erst einmal an die Diabetes-Therapie: BE-Faktoren, Basalrate, Insulinwirkdauer und so weiter. Doch ich merke immer wieder, dass es auch noch eine andere Dimension gibt, wenn es um Unterzuckerungen geht. Nämlich meine persönliche Einstellung dazu und der Umgang mit meinen Unterzuckerungen.

Wie gehe ich damit um?
Sich darüber zu ärgern, ist eine Option, es fühlt sich für mich wie ein Überfall auf meine eigentliche Planung an. Was fällt ihr ein, dieser „Hypo“, meine Pläne zu durchkreuzen. Arrrggghhhh … Ich muss das, was ich gerade mache, unterbrechen oder verschieben und muss mich erst einmal um die Unterzuckerung kümmern. Natürlich ist das ärgerlich, aber meine Strategie hat sich über die Jahre entwickelt, mich nicht zu lange zu ärgern. Gelassenheit ist hier das Stichwort. Die Situation so zu nehmen, wie sie ist. Aktuell ist sie eben nicht zu ändern. Und wenn die Unterzuckerung vorbei ist, geht’s weiter. Und manchmal hat so ein Päuschen ja auch was Gutes. Ich bin tatsächlich schon beim Putzen unterzuckert. Da war eine kurze Unterbrechung irgendwie auch herzlich willkommen.
Machen mich „Hypos“ weniger belastbar?
Ich bin genervt, weil ich während einer „Hypo“ nicht voll einsatzfähig bin. Muss ich mir eingestehen, dass ich nicht so belastbar bin wie andere? Nein, diese Gedanken habe ich nicht mehr, denn es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum ein Mensch gerade mal für ein paar Minuten eine Pause braucht. Die Behandlung einer Unterzuckerung kann ein solcher Grund sein und andere Menschen haben halt was anderes. Wir reden hier ja schließlich nicht von Stunden. Natürlich ist es ein Therapie-Ziel, „Hypos“ möglichst zu verhindern. Doch wenn sie da ist, muss ich mit der Situation umgehen und das ist manchmal ein bisschen mehr, als nur Zucker zu mir zu nehmen.

Dazu vielleicht ein kleines „Hypo“-Anekdötchen aus meinem Arbeitsalltag. Ich sitze mit dem Mund voll Traubenzucker kauend am Schreibtisch. Mein Chef kommt rein, stellt mir eine Frage. Ich schaue ihn einfach nur verdutzt an und kann nicht so richtig fachlich kompetent antworten, weil der Traubenzucker einfach noch nicht im Hirn angekommen ist. Doch ich kann sagen, dass ich noch 5-10 Minuten brauche und wir uns dann über das Thema unterhalten können. Wir haben uns dann auch noch über Unterzuckerungen ausgetauscht, denn es war damals die Erste, die er bei mir miterlebt hat. Es hat ihn interessiert, was da passiert und wie es sich anfühlt.
Manchmal machen Unterzuckerungen auch Angst!
In einem Fall hatte ich auch schon Angst bei einer Unterzuckerung. Ich hatte das Gefühl, die Situation entgleist mir, der Blutzucker wollte einfach nicht ansteigen und ich wurde leicht panisch. Glücklicherweise hat er doch noch die Kurve bekommen, ansonsten hätte ich den Rettungswagen gerufen. Das ist sicherlich nicht schön, aber im Notfall dann doch beruhigend, dass es diese Möglichkeit gibt. Das war eine Situation, in der mehrere Faktoren zusammenkamen: nach einem Konzert mit viel Bewegung, ein bisschen mehr Alkohol und anscheinend einem Verschätzer beim Abendessen. Danach bin ich in solchen Konstellationen noch aufmerksamer geworden, denn das wollte ich nicht unbedingt noch einmal erleben. Bisher hat es auch gut geklappt.

Unterzuckerungen habt ihr wahrscheinlich alle schon in eurem Alltag mit Diabetes erlebt. Ursachenforschung, was da los war, ist auf jeden Fall sinnvoll, denn bei häufigen Unterzuckerungen passt wohl was nicht mit der Einstellung. Und jetzt meine ich BE-Faktoren, Basalrate, Insulinwirkdauer und so weiter. Aber ich finde, es lohnt sich auch, sich mal damit zu beschäftigen, wie ich mental mit meinen Unterzuckerungen umgehe und welche Gefühle sich zeigen. Bin ich gelassen oder wütend. Nehme ich sie einfach so hin, wenn sie da ist, oder habe ich vielleicht sogar Angst davor. Ein Patentrezept gibt es sicherlich nicht, aber vielleicht findet ihr einen Weg, auch mental gut mit euren „Hypos“ umzugehen. Das macht den Alltag mit Diabetes ein bisschen einfacher. Wenn ihr es alleine nicht schafft und euch die Gefühle einschränken, dann holt euch Hilfe. Das ist nichts Schlimmes.
Und jetzt bin ich natürlich gespannt, wie das bei euch so ist. Was habt ihr für eine Einstellung zu euren „Hypos“? Lasst mal hören.
Ein spannendes Thema ist auch die Frage: „Sind DiabetikerInnen selber schuld an ihren „Hypos“?“, die Heike sich stellt.
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multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 2 Wochen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂





Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar
@gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver
Hallo Oliver, auch ich bin Typ 3c und würde mich gern mit dir ein wenig per Mail mit dir austauschen, wenn du magst. Bin vor 15 Jahren mit Kausch-Whipple auf “Verdacht” operiert worden – war aber kein Krebs, sondern “nur” eine Pankreatitis (AIP), also eine Fehldiagnose (hätte keiner OP bedurft, also kein Diabetes als Folge).