- Behandlung
Wenn der Schweiß tropft
3 Minuten
Vom krankhaften Schwitzen oder einer “Hyperhidrosis” spricht man, wenn die Schweißabsonderung das für die Temperaturregulation notwendige Maß überschreitet, minimale Geschmacksstoffe oder psychische Reize ein starkes Schwitzen provozieren oder bereits Gedanken an eine bestimmte Speise oder an eine bestimmte Stresssituation körperlich mit Schwitzen beantwortet werden. Hier die Übersicht.
Hyperhidrosis: krankhaftes Schwitzen, über ein notwendiges Maß hinausgehend
Akromegalie: vermehrte Produktion des Wachstumshormons aufgrund eines
(Hypophysen-)Tumors
Morbus Parkinson: häufige Erkrankung des Nervensystems mit Zittern (in Ruhe), versteiften Muskeln etc.
Plasmozytom: Krebserkrankung des blutbildenden Systems
Wichtig ist zu wissen, dass eine Hyperhidrosis durch die Einnahme bestimmter Substanzen und Medikamente auftreten oder mit diversen Erkrankungen verbunden sein kann. Bekannt ist, dass Alkohol, Koffein und Nikotin ein vermehrtes Schwitzen provozieren können und deshalb bei einer Hyperhidrosis nur in kleinen Mengen oder gar nicht genossen werden sollten.
Auch Arzneimittel können für starkes Schwitzen sorgen
Die Liste der Medikamente, die eine Hyperhidrosis auslösen können, ist lang; exemplarisch finden Sie auf der nächsten Seite einige Präparate in alphabetischer Reihenfolge. Aber falls Sie eines oder mehrere dieser Medikamente einnehmen und an verstärktem Schwitzen leiden, setzen Sie keines dieser Präparate überstürzt ab – sprechen Sie vorher mit ihrem Hausarzt und wählen Sie mit ihm gemeinsam ein geeignetes Alternativpräparat.
- ACE-Hemmer (Enalapril, Quinapril)
- Acetylsalicylsäure
- Kortikosteroide (“Kortison”)
- Antidepressiva (Citalopram, Fluoxetin)
- Betarezeptorenblocker (Carvedilol)
- Kalziumantagonisten (Nifedipin)
- dopaminerge Parkinsonmittel
- Interferon
- Fibrinolytika
- Migränemittel (Sumatriptan)
- Neuroleptika (Clozapin)
- Opioide (Morphium, Tramadol, Tilidin)
- Penicillin
- Prostaglandine (Iloprost)
- Pyrazolone (Metamizol)
Bei den endokrinologischen Erkrankungen, also den Erkrankungen der Drüsen,tritt vermehrtes Schwitzen bei einer Überfunktion der Schilddrüse und beim Phäochromozytom auf: Dieser Tumor der Nebennieren produziert vermehrt (das Herz-Kreislauf-System) anregende Stoffeund führt bei den Betroffenen auch anfallsartig zu Kopfschmerzen und starken Blutdruckerhöhungen. Die Hyperhidrosis kann auch ein Frühzeichen einer Akromegalie sein, bei der es durch einen Hypophysentumor zu einer vermehrten Produktion von Wachstumshormon kommt.
Überfunktion, Tumor, Herz, Nerven: vielfältige Gründe
Kardiologische Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und einem Bluthochdruck klagen nicht selten über eine Hyperhidrosis. Aus dem neurologischen Fachbereich findet sich ein vermehrtes Schwitzen als Begleitbeschwerde bei der Nervenerkrankung Morbus Parkinson oder nach einem Schlaganfall. Durch den Rückgang der Östradiolproduktion in den Eierstöcken sind Hitze- und Schwitzattacken klassische Beschwerden bei vielen Frauen rund um die Zeit vor und nach der Menopause.
Bei einer Vielzahl von Tumor- und Infektionserkrankungen kann eine Hyperhidrosis auftreten. Erwähnt sei insbesondere das “Plasmozytom”: Dabei handelt es sich um eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems, die durch eine Vermehrung der antikörperproduzierenden Zellen (Plasmazellen) gekennzeichnet ist.
Besonderes zur Hyperhidrosis bei Diabetes
Die Hyperhidrosis bei Diabetikern hat einige Besonderheiten: In der Literatur sind Fälle beschrieben, dass Insulininjektionen selbst eine Hyperhidrosis auslösen können. In der Regel führt ein Wechsel des Präparats zu einer Besserung der Beschwerden. Das legt den Verdacht nahe, dass nicht das Insulin, sondern die Begleitstoffe der Insulinpräparate der Auslöser des vermehrten Schwitzens waren.
Unzweifelhaft kommt bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern das gustatorische, sprich durch Schmecken bedingte, Schwitzen häufig vor – der konkrete Hintergrund ist nicht immer eindeutig. Tritt die Hyperhidrosis vor allem verstärkt bei der schnellen Einnahme von sehr warmen Speisen auf, ist der temperaturregulierende Zusammenhang unstrittig, das Schwitzen dient hier also als Temperaturausgleich.
Das kompensatorische vermehrte Schwitzen ist typisch für Diabetiker mit autonomer Neuropathie – bei denen es zum Ausfall der nach außen gerichteten Schweißproduktion in der unteren Körperhälfte gekommen ist, vor allem der Füße oder Hände. Im Rahmen der kompensatorischen Temperaturregulation wird bei diesen Diabetikern bei Hitze oder stärkerer körperlicher Aktivität vermehrt Schweiß im Bereich der oberen Körperhälfte gebildet. Sie klagen deshalb typischerweise über eine trockene untere Körperhälfte und über vermehrtes Schwitzen an Brust, Rücken, Hals und Kopf.
Nun noch mal zum Dirigenten, zur ehemaligen Lehrerin, zum Koch (Seite 24):
Und die 3 Beispiele?
Die Hyperhidrosis des jungen Musikers ist aufgetreten, nachdem es mit dem Chefdirigenten zu Spannungen gekommen war; der vermehrte Schweiß tritt am Kopf und an den Händen und Füßen auf. Die Zuordnung ist einfach: Er leidet an einer emotionalen Hyperhidrosis.
Bei der Lehrerin mit der diabetischen Nervenerkrankung im Bereich der Hände und Füße und sicherlich auch von Unter- und Oberschenkel liegt zweifelsfrei eine kompensatorische Hyperhidrosis vor. Aber es hat sich bei ihr zusätzlich eine emotionale Hyperhidrosis entwickelt:
Auf Nachfrage gab sie an, dass es bei ihr anlässlich einer Einladung im Hochsommer buchstäblich zu Schweißsturzbächen an Kopf und Hals gekommen sei. Man habe sie immer wieder gefragt, ob sie krank sei – durch diese Zuwendungen habe sich die Hyperhidrosis nur weiter verstärkt. Sie habe Angst vor der Wiederholung eines solchen Ereignisses und würde deshalb lieber für sich allein leben.
Bei dem Koch aus Osnabrück liegt eine gustatorische Hyperhidrosis vor, die sich schon verselbständigt hat (konditioniertes Schwitzen). Für zusätzliches temperaturregulierendes Schwitzen sprechen sein Übergewicht und die erhöhte Temperatur am Arbeitsplatz. Ob die Angst vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes zusätzlich eine emotionale Hyperhidrosis bedingt, sei dahingestellt.
Auf Grundlage dieser Zuordnung der jeweiligen Form der Hyperhidrosis zu den 3 Personen besprechen wir im nächsten Artikel eine erfolgreiche Therapie ihrer Hyperhidrosis.
- Vom Schweiß und Schwitzen
- Drei Fälle: Wer schwitzt warum?
- Wenn der Schweiß tropft
- Vor den Erfolg setzen die Götter den Schweiß
von Prof. Dr. med. Reinhard Zick
Medicover Osnabrück
Möserstrasse. 4a
49074 Osnabrück
der.chef@mac.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (1) Seite 25-26
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 4 Tagen, 6 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 6 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 6 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 5 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 4 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 3 Tagen, 10 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 2 Tagen, 20 Stunden
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jasminj antwortete vor 2 Tagen, 19 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂