- Diabetes-Grundwissen
Diabetes – was ist das eigentlich?
3 Minuten

Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, bei denen der Zuckerstoffwechsel nicht mehr so funktioniert, wie es vom Körper eigentlich vorgesehen ist. Hier findest du einen kurzen Streifzug von der Geschichte bis in die Gegenwart, typische Anzeichen für Diabetes und die wichtigsten Infos zum Start.
Die Bezeichnung ‚Diabetes mellitus‘ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt ‚honigsüßer Durchfluss‘. Bereits im Altertum hatte man nämlich beobachtet, dass Menschen mit Diabetes vermehrt Zucker über den Urin ausscheiden anstatt ihn im Körper zu verwerten. Ihr Urin ist entsprechend süß – was Heilkundige früher tatsächlich entweder durch Schmecken feststellten – oder weil Urinpfützen von Menschen mit Diabetes Ameisen wegen ihres hohen Zuckergehalts geradezu magisch anzogen.
Symptome: Starker Durst, häufiges Wasserlassen, rascher Gewichtsverlust
Man unterscheidet grob zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes (und mittlerweile weiteren Subtypen). Diese beiden Typen unterscheiden sich zwar in ihren Ursachen und Verläufen, doch das entscheidende Merkmal beider ist ein gestörter Glukosestoffwechsel. Typische Anzeichen, die auf einen Diabetes mellitus hinweisen, sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, rascher und unerklärlicher Gewichtsverlust sowie ein allgemeines Krankheits- und Schwächegefühl. Außerdem bemerken Umstehende manchmal einen eigenartigen Mundgeruch, der an Azeton erinnert, also ähnlich wie Nagellackentferner riecht.
Typ-1-Diabetes: Immunsystem zerstört insulinproduzierende Zellen
Ein Typ-1-Diabetes tritt häufig schon im Kindes- oder Jugendalter auf – doch es gibt auch viele Menschen, bei denen er erst in fortgeschrittenem Lebensalter festgestellt wird. Grund ist ein absoluter Mangel an dem lebenswichtigen Hormon Insulin, das Glukose aus der Nahrung in die Körperzellen schleust. Ursache für den Mangel ist meist eine Fehlsteuerung des Immunsystems, das in der Folge die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Ohne Insulin steigt der Blutzuckerspiegel gefährlich an.
Menschen mit Typ-1-Diabetes sind auf Insulinzufuhr von außen angewiesen, das sie mit einer Einwegspritze bzw. einem Insulinpen injizieren oder über eine Insulinpumpe zuführen können. Bevor es den kanadischen Forschern Frederick Banting und Charles Best im Jahr 1921 erstmals gelang, Insulin aus den Bauchspeicheldrüsen von Hunden zu isolieren und für die Behandlung zu nutzen, war die Diagnose Typ-1-Diabetes ein Todesurteil. Mittlerweile haben sich dank modifizierter Insuline und technischer Innovationen die Behandlungsmöglichkeiten stark verbessert. Das Leben mit Typ-1-Diabetes ist zwar immer noch mit gewissen Einschränkungen, aber längst nicht mehr mit einer drastisch verkürzten Lebenserwartung verbunden. In Deutschland leben insgesamt rund 380.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes.[1]
Typ-2-Diabetes: Gestörte Insulinempfindlichkeit
Bei einem Typ-2-Diabetes sind die Körperzellen nicht mehr empfindlich für das Hormon Insulin, sodass im Endeffekt auch hier der Blutzuckerspiegel steigt. Grund für die verminderte Insulinempfindlichkeit ist eine erbliche Veranlagung, wobei eine ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung das Risiko erhöhen. Die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes benötigen deshalb zu Beginn ihrer Therapie kein Insulin, sondern mehr Bewegung und Anleitung zu einer gesunden Ernährung.
Daneben können auch spezielle Medikamente helfen, den Blutzucker zu senken. Im weiteren Verlauf sind aber auch bei manchen Menschen mit Typ-2-Diabetes Insulinspritzen notwendig. In Deutschland leben rund 7,5 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes – doch Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Denn anders als ein Typ-1-Diabetes entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes schleichend und wird deshalb häufig erst nach mehreren Jahren festgestellt.
Bitte keine Schuldzuweisungen: Niemand hat sich seinen Diabetes ausgesucht!
Leider ranken sich überall in der Welt zahlreiche Mythen, Fehlinformationen und Vorurteile um den Diabetes. So ist es z. B. ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Menschen mit Diabetes selbst Schuld an ihrer Erkrankung sind, weil sie als Kinder zu viele Süßigkeiten gegessen haben. Vorurteile dieser Art stigmatisieren Menschen mit Diabetes und machen ihnen das Leben unnötig schwer.
Denn Fakt ist: Niemand hat sich seinen Diabetes ausgesucht, und ebenso wenig ist niemand Schuld an seiner Erkrankung. Es gibt bestimmte genetische Veranlagungen, die dann durch gesundheitliche oder Umweltfaktoren bzw. den Lebensstil den Beginn eines Diabetes triggern können. Doch wie alle diese Faktoren zusammenspielen, ist noch immer Gegenstand von Forschung und längst nicht abschließend geklärt.
[1] Quelle: http://docs.dpaq.de/17019-factsheet_ddg_2020_stand_11_2020.pdf
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katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 6 Tagen, 12 Stunden
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …florahdo postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



