Das Privileg Schwangerschaft – Teil 3

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Das Privileg Schwangerschaft – Teil 3

[Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Markennennung.]

In den ersten beiden Teilen meiner Beitragsreihe zum Thema „Das Privileg Schwangerschaft“ berichtete ich von der Zeit, in der ich das erste Mal an eine mögliche Schwangerschaft dachte und über den Verlauf und die Unterschiede meiner beiden Schwangerschaften.

Die Geburt

Ich liebe die Geschichten von Frauen, die einen überraschenden Blasensprung erlebten. Die steigende Aufregung der bevorstehenden Entbindung. Vielleicht auch das Telefonat mit dem Partner, in dem man sagen kann: „Es geht los! Mach dich auf den Weg.“

Auch, wenn jeder Angst vor den Schmerzen hat, so gab es Momente, in denen ich mich gesehnt habe, auch EINMAL Wehen spüren zu dürfen. Das „echte“ Entbinden und Gebären habe ich lange idealisiert. Ich fühlte mich sogar wertlos, als feststand, dass beide Kinder per Kaiserschnitt das Licht der Welt erblicken würden.

Ich bin gläubig und fühle mich bis heute manchmal komisch bei dem Gedanken, dass die Geburtsstunde nicht von Gott gegeben, sondern von Ärzten entschieden wurde.

Quelle: Pixabay

Bis zum Ende der Schwangerschaft hatte ich mir sehnlichst eine Spontangeburt gewünscht. Bei beiden Kindern allerdings kam es zu Makrosomien. Meine erste Tochter wog über 4,4kg und die zweite sogar über 5kg. Beide waren knapp 60cm lang. Nur mit einem Kaiserschnitt konnten wir der Gefahr, dass die Kinder noch größer und schwerer werden würden, entgegenwirken.

Mögliche Komplikationen

Von meiner Diabetologin wusste ich, dass neugeborene Babys von Diabetikerinnen häufig mit Hypoglykämien kämpfen. Da sie aus dem Mutterleib gewöhnt sind, höhere Dosen Insulin auszuschütten, um das Essen der Mutter zu verarbeiten. Nach der Geburt produziert die Bauchspeicheldrüse des Babys quasi viel mehr Insulin, als es selbst benötigt, und stürzt in den Unterzucker.

Aus diesem Grund war es mir sehr wichtig, in einem Krankenhaus mit einer angeschlossenen Kinderklinik zu entbinden. Falls die Kinder starken Unterzucker nach der Geburt erleiden würden oder andere Defizite hätten, würde man ihnen hier am schnellsten helfen können, dachte ich. Es verlief aber alles glimpflich. Meine Kinder hatten 1-2 niedrige Blutzuckerwerte und waren danach komplett stabil.

Auf Empfehlung meiner Diabetologin ließ ich übrigens die Pumpe während des Kaiserschnitts und auch danach auf der Ursprungs-Basalrate von 100% angeschlossen.

Im Endeffekt war es so, dass jeder im Krankenhaus an meine Kinder dachte, sie untersuchte, pflegte und hegte – nur mich vergaßen alle. Obwohl auf allen Akten und sogar auf meinem Krankenhausschild „TYP-1-DIABETES“ und „HOCH-RISIKO“ stand, gab es keinen Arzt oder Krankenpfleger, der sich mal nach mir und meinen Zuckerwerten erkundigte.

Glücklicherweise bin ich schon gewohnt, auf mich selbst aufzupassen. Mit 4 Litern Saft, 3 Paketen Traubenzucker und 10 Bananen rückte ich am Tag der Entbindung an und füllte mein Schränkchen.

Innerhalb von 24 Stunden nach Entbindung hatte ich schon 11kg verloren. Ich tastete mich sehr vorsichtig an meinen neuen Insulinbedarf heran und spritzte zunächst kaum. Das Ende vom Lied: Meine Zucker-Vorräte waren nach 4 Tagen ALLE komplett aufgebraucht!!!

Im Krankenhaus hatte ich häufig das Gefühl, dass ich weitaus mehr über Diabetes wusste als die Allgemeinmediziner selbst. Was mir während der Schwangerschaft, aber sogar im Krankenhaus entsprechend am meisten half, war die Handynummer meiner Diabetologin. Ich blieb mit ihr immer im Austausch – meistens per „WhatsApp“. Das beruhigte mich und rundete meine Handlungen ab.

Freder1k und Fr1da

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich von Außenstehenden – aber auch von meinem Partner – gefragt wurde, wie hoch das Weitervererbungsrisiko von Typ-1-Diabetes ist.

Viele Studien sowie Prof. Hellmut Mehnert, der regelmäßig für die „ÄrzteZeitung“ schreibt, gehen davon aus, dass Typ-1-Diabetes mit einer Wahrscheinlichkeit von 3-5% von einem Elternteil auf ein Kind vererbt wird. Kinder eines „Typ-1-Vaters“ sollen sogar nur ein Weitervererbungsrisiko von 2-4% bis zum 18. Lebensjahr haben, im weiteren Leben von 4-8%, um eines Tages an Typ-1-Diabetes zu erkranken. Sind beide Eltern an Typ-1-Diabetes erkrankt, so würde das Risiko auf 10-25% ansteigen.

Quelle: Pixabay

Wie immer im Leben kann man das bekannte „Wasserglas“ nun halbvoll oder halbleer betrachten. Ich habe die Studienergebnisse immer anders zum Ausdruck gebracht und erklärt, dass meine Kinder mit einer 95%igen Wahrscheinlichkeit gesund auf die Welt kommen werden!

Damit meine Kinder zum einen der Forschung gegen „Typ 1“ helfen können, aber überdies ein Diabetes früh erkannt werden kann, habe ich beide Male bei Typ-1-Diabetes-Studien teilgenommen. Diese hießen in meinem Fall „Freder1k“ und „Fr1da“.

Aufmerksam sein

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Autoimmunerkrankung bei Kindern. Die Studien helfen, mit verschiedenen Bluttests bei Neugeborenen das Erkrankungsrisiko zu ermitteln. Es sind quasi „Früherkennungsstudien“, die zusätzlich zur Diabetes-Prävention beitragen sollen.

In der Regel liegen in allen Krankenhäusern und Arztpraxen Flyer dazu aus. Wenn nicht, empfehle ich, bei Interesse nachzufragen.

In meinem Fall haben meine beiden Kinder bisher keine Anzeichen für einen Typ-1-Diabetes gezeigt. Das beruhigt mich zwar, dennoch lasse ich das bei jedem Arztbesuch checken und beobachte genau, ob sie Auffälligkeiten haben (vermehrter Durst, Schlappheit, Sehstörungen etc.).

Im 4. und letzten Teil von Vivis Reihe „Das Privileg Schwangerschaft“ geht es um ihre Erfahrungen beim Stillen und sie zieht ein Fazit ihrer beiden Schwangerschaften mit den 10 wichtigsten Fakten: Das Privileg Schwangerschaft – Teil 4


Auch Heike hat über ihre Entbindung mit dem Typ-1-Diabetes berichtet: Erfahrungsbericht einer Dia-Mama – Tipps für diejenigen, die es noch werden wollen

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  • olivers postete ein Update vor 2 Tagen, 11 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
    Liebe Grüße
    Oliver

  • zojou96 postete ein Update vor 3 Tagen, 13 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂

  • darktear postete ein Update vor 4 Tagen, 4 Stunden

    Hallo,

    hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
    Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
    Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
    Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
    Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
    Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁

    LG Sandra

    • Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
      Gruß Oliver

    • @olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
      Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
      Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne Probleme

      Gruß Sandra