Eddie erreicht als Erster den Wendepunkt der POInT-Studie

3 Minuten

© Pixabay
Eddie erreicht als Erster den Wendepunkt der POInT-Studie

Kinder, die an der Studie „POInT“ zur Prävention von Typ-1-Diabetes teilnehmen, wechseln von der ersten in die zweite Phase der Studie, wenn sie drei Jahre alt werden. Nun hat Eddie als erster Teilnehmer aus dem Studienzentrum des Zentrums für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) diesen persönlichen Meilenstein erreicht. Wie geht es weiter?

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Eddie aus Sachsen ist in diesem Monat drei Jahre alt geworden. Damit ist er das erste an der Typ-1-Diabetes-Präventionsstudie POInT teilnehmende Kind, das die Beobachtungsphase beginnt. In dieser Phase ist die tägliche Einnahme der Studienmedikation nicht mehr notwendig. Die Studienmedikation besteht entweder aus Insulinpulver oder Placebo, das die jungen Teilnehmer einmal täglich mit der Nahrung erhalten, bis sie drei Jahre alt sind.

Die Idee dahinter? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums für Regenerative Therapien Dresden CRTD arbeiten im Rahmen einer internationalen Plattform (“The Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes” oder GPPAD) mit anderen Forschungsinstitutionen zusammen, um einen Weg zu finden, den Ausbruch von Typ-1-Diabetes bei Kindern mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko zu verzögern oder gar zu verhindern. Das oral verabreichte Insulinpulver soll das Immunsystem trainieren, die insulinproduzierenden Betazellen im Körper nicht anzugreifen – ein Hauptgrund für das Auftreten von Typ-1-Diabetes.

Bis zum 7.Geburtstag: weitere Untersuchungen

Die Tatsache, dass Eddie das Medikament nicht mehr einnehmen muss, bedeutet jedoch nicht, dass die Studie für ihn zu Ende ist. „Die Kinder werden bis zu ihrem 7. Geburtstag oder bis zum Abschluss der Studie weiterhin regelmäßig untersucht“, erklärt Prof. Reinhard Berner, der gemeinsam mit Prof. Ezio Bonifacio die POInT-Studie in Dresden leitet. „Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir Typ-1-Diabetes frühzeitig erkennen, wenn er sich entwickelt, und wir brauchen die Daten auch, um zu sehen, ob unser Ansatz zur Prävention erfolgreich war. Deshalb sind wir unseren teilnehmenden Familien sehr dankbar, die ein so wichtiger Teil unserer Arbeit für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes sind“.

Eddies Mutter ist froh, an der POInT-Studie teilzunehmen: „Wir hatten vom ersten Tag an ein sehr gutes Gefühl, dass unser Kind hier an der Dresdner Uniklinik in besten Händen ist“, sagt sie. „Die Wissenschaftler der TU Dresden haben uns immer bestens beraten und sind stets ansprechbar.“

Von rechts: Angela Hommel, Nicole Zubizarreta, Prof. Berner, Ruth Blechschmidt, Sari Arabi, Eddie und seine Eltern © Stephan Wiegand

Sie interessieren sich für die POInt-Studie?

Um an der POInT-Studie teilnehmen zu können, werden Neugeborene und Säuglinge bis zum Alter von vier Monaten auf ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Typ-1-Diabetes untersucht. Für das Screening werden nur wenige Tropfen Blut benötigt. Eltern haben die Möglichkeit, ihre Kinder kostenlos testen zu lassen. Hier können sich Eltern informieren, die sich für eine Teilnahme Ihres Kindes an der POInT-Studie interessieren. Auch die Kontaktadressen der Studienzentren sind dort zu finden.

Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes (GPPAD) – was ist das?
GPPAD ist eine der größten Forschungszusammenschlüsse in Europa mit dem Ziel, Typ-1-Diabetes bei Kindern zu verhindern. Das Immunsystem der Kinder mit einem erhöhten genetischen Risiko soll durch die orale Gabe von Insulin trainiert werden, wodurch Typ-1-Diabetes verhindert werden könnte. Studienzentren in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Belgien, Polen, Schweden und Großbritannien) haben im November 2017 mit dieser innovativen klinischen Studie begonnen. Bis zum Jahr 2021 sollen insgesamt 1.040 Säuglinge mit einem erhöhten genetischen Diabetesrisiko in die Studie eingeschlossen werden. GPPAD wird vom The Leona M. and Harry B. Helmsley Charitable Trust gefördert.

Quelle: GPPAD

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Tischtennisturnier für Menschen mit Diabetes: Jetzt Anmelden für den DiaCup 2026 im Juni in Düsseldorf

Der DiaCup 2026 bringt im Juni erneut Menschen mit Diabetes zu einem Tischtennisturnier in Düsseldorf zusammen. Im Trainingszentrum von Borussia Düsseldorf stehen Bewegung, gemeinsames Erleben und Austausch im Mittelpunkt. Die Anmeldung läuft bis zum 5. Juni.
Tischtennisturnier für Menschen mit Diabetes: Jetzt Anmelden für den DiaCup 2026 im Juni in Düsseldorf | Foto: DiaCup/DDZ

2 Minuten

Vorstoß bei der Zuckersteuer: Frische Brise aus dem Norden

Einige Zeit war es ruhig um die Zuckersteuer. Nun hat sich die CDU-geführte Landesregierung Schleswig-Holsteins der Sache verschrieben und einen Vorstoß gemacht. Die Argumente sind bekannt: Zu starker Zuckerkonsum verursacht erhebliche gesundheitliche Probleme und auch enorme gesellschaftliche Kosten.
Vorstoß bei der Zuckersteuer: Frische Brise aus dem Norden | Foto: anaumenko - stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

Verbände