- Eltern und Kind
Impf-Empfehlungen für Kinder und Jugendliche (mit Diabetes)
3 Minuten
Das unmittelbare Ziel einer Impfung ist, Geimpfte vor einer bestimmten Krankheit zu schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) ist ein Expertengremium, das Empfehlungen zum Durchführen von Schutzimpfungen herausgibt und wahrscheinlich seit der Diskussion um die COVID-Impfungen jedem bekannt ist. Die Empfehlungen bilden gemäß Sozialgesetzbuch Fünf (SGB V) die Grundlage für Entscheidungen, ob eine Schutzimpfung eine Pflichtleistung der Krankenkasse ist oder selbst bezahlt werden muss.
Neben dem Schutz der geimpften Person vor der Erkrankung können durch Erreichen hoher Impfquoten bestimmte Krankheitserreger regional eliminiert und schließlich möglicherweise weltweit ausgerottet werden. Es ist z. B. ein erklärtes Ziel nationaler und internationaler Gesundheitspolitik, die Ausrottung von Masern, Röteln und Poliomyelitis (Kinderlähmung) auf diesem Weg zu erreichen.
Wie ist ein ausreichender Impfschutz zu erreichen?
Grundsätzlich ist es ärztliche Aufgabe, für einen ausreichenden Impfschutz zu sorgen. Konkret bedeutet dies, dass die Grundimmunisierung durch die Kinderärzte bei Säuglingen und Kleinkindern frühzeitig begonnen werden muss und zeitgerecht bis zum Alter von 15 Monaten abgeschlossen sein sollte. Im weiteren Verlauf erfolgen Standardimpfungen und Auffrischimpfungen bei Jugendlichen und Erwachsenen durch Kinder- bzw. Hausärzte. Auch im Erwachsenenalter sollte der Impfschutz regelmäßig überprüft, aufgefrischt oder ergänzt werden. Als Termine für das Durchführen der Impfungen eignen sich z. B. die Früherkennungsuntersuchungen für Säuglinge und Kinder, die Schuleingangsuntersuchung, Schuluntersuchungen sowie die Jugendgesundheitsuntersuchungen.
Impfkalender gibt Auskunft
Im Impfkalender werden die Impfempfehlungen für Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche und Erwachsene zusammengefasst (siehe Abbildung rechts). Der Impfkalender umfasst Impfungen zum Schutz vor:
Im Impfkalender aufgeführt sind die Grundimmunisierung und weitere empfohlene Standardimpfungen. Es gibt zusätzliche Impfungen, sogenannte Indikationsimpfungen, die unter besonderen Umständen, z. B. aufgrund bestehender Vorerkrankungen, empfohlen werden. Des Weiteren gibt es Impfungen, die aufgrund besonderer Gefährdung im Beruf oder bei Urlaubsreisen erfolgen sollten.
Indikationsimpfungen
FSME ist eine durch das FSME-Virus hervorgerufene Erkrankung des Gehirns und der Hirnhäute. Das Virus wird durch infizierte Zecken auf Menschen übertragen und kommt in vielen Ländern Europas vor. In Deutschland ist insbesondere der Süden (Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen) betroffen. Es kommt jedoch zu einer zunehmenden Ausbreitung auch nach Norden und Osten, sodass auch bereits Teile Thüringens, Sachsens und Niedersachsens als Risikogebiete ausgewiesen werden. Die aktuellen Informationen zu den Risikogebieten sind z. B. auf einer Karte unter www.rki.de/fsme-karte zu finden.
Die Impfung gegen FSME ist keine Standardimpfung, sondern eine Indikationsimpfung: Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort z. B. urlaubsbedingt aufhalten, wird diese Impfung empfohlen. Insgesamt sind drei Impfungen notwendig, nach der zweiten Dosis besteht ein Impfschutz für mindestens ein Jahr, nach der dritten Impfung für drei bis fünf Jahre, ggf. sogar länger.
Besonderheiten bei Kindern mit Diabetes
Pneumokokken sind Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung hervorrufen können. Kinder und Jugendliche, die an Diabetes erkrankt sind, gelten hier als Risikopersonen, da ihr Stoffwechsel entgleisen kann, sodass sie auch nach Abschluss der Grundimmunisierung im Abstand von mindestens sechs Jahren eine erneute Impfung gegen Pneumokokken erhalten sollten.
Influenzaviren (Grippeviren) führen zu Infekten der oberen Atemwege mit hohem Fieber. Es kann auch zu Magen-Darm-Symptomen,Hautausschlag und Fieberkrämpfen kommen. Eine Influenza kann jedoch auch einen komplizierten lebensgefährlichen Verlauf nehmen z. B. mit einer Lungenentzündung, zusätzlichen bakteriellen Infektionen, einer Herzmuskelentzündung oder auch einer Hirnhautentzündung.
Bei Personen mit Diabetes kann der Stoffwechsel im Rahmen der Influenzainfektion entgleisen und sich eine Ketoazidose entwickeln, die eine stationäre Behandlung in einer Klinik erforderlich macht und nicht ungefährlich ist. Somit wird die Grippeimpfung, die sonst nicht bei den Standardimpfempfehlungen für Kinder zu finden ist, bei Kindern mit Diabetes ab einem Alter von sechs Monaten empfohlen. Sie muss jährlich mit dem aktuell gültigen Impfstoff erfolgen. Die Grippeimpfungen werden von den Kinder- und Hausärzten in der Regel ab September/Oktober angeboten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt jedes Jahr eine aktuelle Empfehlung der Grippe-Impfstoffe bekannt. Für Kinder gibt es zu injizierende inaktivierte Totimpfstoffe und seit 2012/2013 auch einen über die Nase zu verabreichenden Lebendimpfstoff (für 2- bis 17-Jährige). Zwei Wochen nach dem Verabreichen beginnt der Impfschutz und ist für eine Grippesaison gültig.
Ziel der Impfempfehlung für COVID-19 ist es, schwere Verläufe und Langzeitfolgen von COVID-19 zu verhindern und Beschäftigte in der medizinischen und pflegenden Versorgung vor einer Infektion zu schützen. Die Impfempfehlungen wurden seit Zulassung der ersten Impfung regelmäßig angepasst, die aktuell gültigen Empfehlungen von Mai 2023 (siehe Epidemiologisches Bulletin 21/2023) lauten folgendermaßen:
Zusammengefasst bedeutet dies, dass alle Kinder und Jugendlichen mit Diabetes eine Basisimmunität erhalten sollten (drei Antigenkontakte, davon mindestens zwei Impfungen) und im Abstand von 12 Monaten zum letzten Antigenkontakt (Infektion oder Impfung) eine Auffrischimpfung erfolgen sollte. Zu erwähnen ist hier jedoch, dass für Kinder von sechs Monaten bis fünf Jahren aktuell gar kein Impfstoff zur Auffrischimpfung zur Verfügung steht, sondern nur "off-label", also ohne Zulassung, ein Impfstoff verwendet werden kann, der für die Grundimmunisierung zugelassen ist.
Wann sollte nicht geimpft werden?
Es gibt nur wenige Gründe, warum eine Impfung nicht erfolgen bzw. verschoben werden sollte. Es kursieren jedoch viele "falsche Fakten" dazu. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat diese Fakten in einem Faktenblatt "Falsche und richtige Kontraindikationen" zusammengefasst. Dieses sowie weitere Faktenblätter zu den einzelnen Impfungen findet man hier: www.rki.de/impfen-faktenblaetter.
Fazit:
Expertin:
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uho1 postete ein Update vor 3 Tagen, 18 Stunden
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 6 Tagen, 23 Stunden
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 6 Tagen, 19 Stunden
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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