- Eltern und Kind
Keine Lust auf Diabetes – was kann helfen?
4 Minuten
Wer lange Typ-1-Diabetes hat, weiß: Es gibt immer wieder Phasen, in denen der Diabetes nur noch nervt. Das ist normal und gehört bei einer lebenslangen Erkrankung dazu. Damit das aber kein Dauerzustand wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Strategien, wieder „Lust auf Diabetes“ zu bekommen. Und das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche …
Vor allem Eltern von Jugendlichen berichten immer wieder besorgt, dass ihr Sohn oder ihre Tochter „keine Lust auf Diabetes“ habe. Ist das wirklich ein Problem? Nein, das ist ganz normal und betrifft Menschen mit Diabetes aller Altersstufen immer mal wieder, die sich kontinuierlich um ihre Selbsttherapie kümmern müssen.
Diabetes ist wie ein lebenslanger Marathon: Er hört nie auf, und niemand hat sich freiwillig dazu entschlossen, daran teilzunehmen. Deshalb muss auch kein Mensch „Lust“ dazu haben, es gibt schönere Hobbys. Und wenn Diabetes das einzige „Hobby“ – besser Lebensinhalt – ist, dann ist das sicher auch bedenklich.
Wahrscheinlich bedeutet die kurze Bemerkung „keine Lust auf Diabetes“ aber auch viel mehr, nämlich: „Diabetes passt nicht in mein Leben“, „die Behandlung überfordert mich“, „die ständigen Schwankungen machen mir Angst“, „die Kontrollen und Kommentare anderer kränken mich“ oder „ich möchte normal sein – behandelt werden wie alle anderen“. Was kann helfen?
Kein Perfektionismus
Jeder Mensch mit Diabetes und auch seine Angehörigen sollten sich erlauben, Diabetes doof, ätzend oder noch krasser zu empfinden. Das ist er im Alltag nämlich öfter, als es sich Außenstehende vorstellen können. Selbst die besten neuen Technologien geben mitten in einem Vortrag Alarm, Sensoren messen komische Werte oder der Katheter ist plötzlich zu und kein Ersatz zur Hand. Die Liste lässt sich unendlich verlängern. Hier hilft es schon, sich vom Perfektionismus bei der Diabetestherapie zu verabschieden und Fehler als normal menschlich zu akzeptieren. Das verhindert Schuldgefühle und nervige Konflikte zwischen Eltern und Jugendlichen.
Besser ist, aus typischen Problemen zu lernen und kreativ vorzubeugen. Dazu gehört auch, sich nicht von irgendwelchen „Diabetes-Profis“ in den sozialen Medien demotivieren zu lassen, die stolz verbreiten, wie spielend leicht es ihnen gelänge, 99 % Time in Range, also Zeit im Zielbereich, zu erreichen – manche erreichen scheinbar auch schon 110 % Time in Range. Wie bei den Selfies in den sozialen Medien werden auch hier einige Filter zur Optimierung darübergelaufen sein.
Gefühle von Schuld und Scham vermeiden
Niemand hat etwas dazu beigetragen, dass er oder sie Diabetes bekommen hat – und jeder, der sich um seine Behandlung bemüht, tut mehr für seine Gesundheit als viele andere Menschen ohne die Stoffwechselstörung. Das gilt auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes, denen oft unterstellt wird, sie hätten die Erkrankung durch ihr eigenes Verhalten hervorgerufen. Heute ist klar, dass es viele Ursachen für starkes Übergewicht (Adipositas) und Typ-2-Diabetes gibt, die nicht durch „etwas Disziplin“ aus der Welt zu schaffen sind. Wenn die Glukosewerte mal wieder nicht so sind wie erwartet, dann kann jeder darauf mit Insulin oder Kohlenhydraten reagieren und versuchen, die Fehlerquelle zu finden.
Zusätzliche (Selbst-)Vorwürfe oder Scham helfen hier nicht, sondern verstärken nur die negativen Gefühle zum Diabetes. Gerade Eltern, die sich oft viele Jahre um ihr früh an Diabetes erkranktes Kind gekümmert und deshalb auf vieles verzichtet haben, sind berechtigt tief gekränkt und verärgert, wenn der inzwischen zum Teenager herangewachsene Sohn gerade keine Lust auf Diabetes hat und sich nicht um seine Werte schert. Statt sofort mit Vorwürfen zu reagieren, sollten Eltern warten, bis sich der Ärger etwas gelegt hat, und dann mit dem Sohn über realistische Regeln bei der Diabetesbehandlung und gewünschte Hilfe zu sprechen.
Hilfe annehmen
Manchmal ist der Alltag so stressig, dass wirklich kaum Zeit und Kraft für die Diabetestherapie bleibt. Zunächst können Routinen helfen, nichts zu vergessen. Beispielsweise kann man es sich zur Gewohnheit machen, abends bereits alles für den nächsten Tag zusammenzustellen, z. B. Traubenzucker, ausreichend Insulin in der Pumpe, Ersatzkatheter, ggf. Blutzuckerteststreifen und Messgerät. Ebenso können Rituale am Morgen helfen, alle wichtigen Behandlungsschritte zu bedenken. Einigen hilft am Anfang auch eine Checkliste.
Trotzdem kann es gerade für Jugendliche, die durch Schule, Freizeit, Freunde und Hobbys überfordert sind, entlastend sein, sich mal eine kleine Auszeit von einigen Aufgaben zu erlauben und die Unterstützung der Eltern anzunehmen. Wenn es verbindliche Absprachen gibt, an die sich alle halten, kann das funktionieren. Eltern erinnern freundlich – ohne Vorwürfe –, der Jugendliche tut das Notwendige – ohne Widerspruch und Streit – und hat den Kopf frei für seine Aufgaben. Das funktioniert in allen Lebensphasen, wenn andere Probleme sehr viel Kraft und Aufmerksamkeit erfordern.
Diabetes eine Nebenrolle geben
Wenn der Diabetes gerade erst festgestellt wurde, dann scheint kein Stein mehr auf dem anderen zu bleiben. Alles muss sich der Therapie unterordnen, ständig muss gerechnet, auf die Uhr geschaut und das Essen analysiert werden. Dazu kommen noch die ganzen Geräte am Körper, die mehr als fremd sind. Und dann sagen noch ein paar altgediente „Diabetiker“, das alles sei doch super und früher sei alles noch viel schlimmer gewesen. Am Anfang überfordern die vielen neuen Informationen, Therapien und technischen Hilfen beim Diabetes. Es braucht einige Wochen, bis sich ein Alltag mit Diabetes eingestellt hat und vieles fast schon automatisch läuft. Dann sollte der Diabetes immer mehr in den Hintergrund treten und das Leben begleiten, aber nicht mehr bestimmen.
Der Blick auf die Sensorwerte ist dabei verführerisch und verleitet dazu, ständig zu schauen, ob etwas getan werden sollte. Dies führt oft zu einer ständigen Beschäftigung mit dem Diabetes, oft überzogenen Reaktionen und Schwankungen der Werte. Besser ist es, Alarmgrenzen klug auszuwählen und erst dann zu reagieren, wenn es wirklich notwendig ist. Dazu braucht es oft Disziplin und gute Nerven. Auf Dauer gelingt es so aber, den Diabetes im Hintergrund mitlaufen zu lassen.
Optimismus
Menschen mit langer Diabetesdauer, die auf manche Anfänger durch ihre Begeisterung für die neuen Geräte an ihrem Körper (z. B. Systeme zur automatischen Insulindosierung, AID-Systeme) zunächst etwas befremdlich wirken mögen, geben Anlass für einen gut begründeten Optimismus. Diese Menschen haben lange Jahre Erfahrungen mit unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten erlebt und überlebt. Sie haben den rasanten Fortschritt der Diabetesbehandlung und der Technologien in den letzten Jahrzehnten erfahren und können berichten, wie sich dies positiv auf ihr Leben allgemein ausgewirkt hat.
Wenn dieser Fortschritt nur etwa das gleiche Tempo beibehält, sind in den nächsten Jahren enorme Verbesserungen zu erwarten, die vielleicht auch etwas „Lust“ machen, sich mit dem Diabetes zu beschäftigen. Die jungen Menschen verschiedener Diabetes-Communitys, die sich mit Optimismus und großem Engagement für verbesserte Therapien einsetzen oder selbst daran forschen, sind eindrucksvolle, relevante „Influencer“.
Schwerpunkt „Was Kinder mit Diabetes brauchen“
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (1) Seite 20-21
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marina26 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 14 Stunden, 3 Minuten
Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 9 Stunden
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 2 Tagen, 4 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 2 Tagen, 2 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 2 Tagen
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 1 Tag, 10 Stunden
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 1 Tag, 9 Stunden
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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