- Eltern und Kind
Kinder und Jugendliche mit Diabetes: Unterstützung für Familien bei vernachlässigter Therapie
3 Minuten

Trotz aller Diabetes-Belastungen gelingt Eltern die Versorgung ihrer Kinder mit Diabetes meist sehr gut. In einigen Fällen können die Eltern jedoch die Diabetes-Therapie nicht ausreichend begleiten. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Diabetes sowie deren Familien.
Diabetes bei einem Kind belastet Familien. Chronischer Schlafmangel, Klassenfahrt-Vorbereitung oder Familienstreit wegen hoher Werte – die Herausforderungen können für Eltern von Kindern mit Diabetes erheblich sein. Manchmal können Eltern ihre Kinder mit der Therapie nicht ausreichend unterstützen.
Vernachlässigte Diabetes-Therapie bei Kindern und Jugendlichen: Ursachen und Gefahren
Die Gründe dafür können vielschichtig sein: Vielleicht bestehen Konflikte in der Beziehung, Arbeitslosigkeit oder dauerhafte Armut. Oder bei den Eltern oder ihren Kindern besteht eine psychische Erkrankung. Und viele Eltern können ihre Kinder in der Pubertät „einfach nicht mehr erreichen“.
Eine Vernachlässigung der Therapie kann sich ganz unterschiedlich zeigen: Fehlendes Erinnern an Insulin-Abgaben oder zu wenig Unterstützung beim Schätzen von Kohlenhydrat-Mengen. Die Glukosewerte sind dauerhaft zu wenig im Zielbereich. Kinder müssen allein in die Diabetes-Praxis gehen oder Jugendliche allein den Klinik-Aufenthalt zum Pumpenwechsel organisieren. Insgesamt sind betroffene Kinder und Jugendliche zu stark auf sich allein gestellt.
Zunächst können durch die Vernachlässigung der Therapie akute körperliche Schäden entstehen, z. B. durch eine Ketoazidose oder sehr schwere Unterzuckerungen (Hypoglykämien). Außerdem steigt bei dauerhaft erhöhten Glukosewerten das Risiko für Folgeerkrankungen. Und Konzentrations-Probleme durch hohe Glukosewerte können eine schlechtere Schulbildung zur Folge haben.
Unterschiedliche Optionen der Unterstützung: Diese Hilfen können Familien wahrnehmen
Erziehungsberatung
Erziehung ist kein Kinderspiel. Durch eine Erziehungsberatung können sich Eltern allerhand Wissen und Fähigkeiten rund um stressarme Erziehung aneignen. So kann die Diabetes-Belastung für die gesamte Familie gesenkt werden.
Psychologische Hilfen
Bei Kindern und Jugendlichen oder auch bei den Eltern kann eine psychische Erkrankung die Diabetestherapie erschweren. Dann ist es wichtig, eine Stabilisierung durch eine Psychotherapie oder psychiatrische Vorstellung zu erreichen. Viele Therapien können ambulant erfolgen und entlasten die Familien enorm.
Diabetes-Schulungen
Altersgerechte Schulungen und Kurse können helfen, Kenntnisse und Fähigkeiten des Kindes und der Eltern auszubauen sowie die Diabetes-Akzeptanz und Therapie-Motivation zu verbessern.
Stationäre Neueinstellung
Manchmal muss eine stationäre Krankenhaus-Aufnahme erfolgen, um die Diabetes-Therapie neu zu justieren. Deren Umsetzung zu Hause kann z. B. durch eine neue Therapieform erleichtert werden.
Reha-Maßnahmen
Eine Reha-Maßnahme wird von der Krankenkasse oder dem Rentenversicherungsträger übernommen. Sie ist z. B. hilfreich, wenn es um einen gewünschten Zuwachs von Selbstständigkeit geht oder wenn neben dem Diabetes noch Asthma oder Übergewicht besteht.
Sozialpädagogische Familienhilfe
Die sozialpädagogische Familienhilfe ist eine Leistung des Jugendamts, um Eltern in ihren Erziehungs-Aufgaben und in der Überwindung von Krisen zu unterstützen. Die sozialpädagogische Fachkraft erstellt vor Ort mit der Familie einen Hilfeplan. Sie berät in schwierigen Lebenssituationen, unterstützt bei Problemen in der Erziehung oder bei der Organisation des Alltags.
Unterstützung durch eine Diabetes-Nanny
Nach Rücksprache mit dem behandelnden Diabetes-Team kann eine Diabetes-Nanny der Stiftung Dianiño die Familie niedrigschwellig zu Hause begleiten. Die Nannies helfen bei Diabetes-Krisen, bieten Schulungen an, leisten Hilfe bei seelischen Belastungen oder beraten mit Fachwissen. Die Stiftung plant außerdem für 2025 einen Online-Kurs für Eltern: „Delfin“ – ein Programm, um die Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern zu verbessern und die Familien so zu entlasten.
Hinzuziehen des Jugendamts
Manchmal ist die Vernachlässigung der Therapie sehr ausgeprägt. Wenn diabetologische Behandlungsteams oder z.B. auch Kitas oder Schulen gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung haben, wird dies mit den Eltern besprochen und anschließend das Jugendamt informiert. Wenn die Eltern aktiv mitarbeiten, bestehen gute Aussichten, dass es zu Verbesserungen der Situation kommt. Bei unzureichender Mitwirkung wird vom Jugendamt das Familiengericht zur Entscheidung über weitere Maßnahmen hinzugezogen.
Spezialisierte Wohngruppen
Wenn die betroffenen Kinder oder Jugendlichen nicht mehr bei ihren Eltern leben können oder wollen, ist auch eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses möglich. Dies entspannt das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern oft erheblich. Hierfür gibt es auf die Diabetes-Betreuung spezialisierte Wohngruppen und Einrichtungen. Die Kinder und Jugendlichen sind für einige Zeit in einem neuen Wohnumfeld mit Gleichaltrigen betreut und können weiter zur Schule gehen oder eine Ausbildung beginnen.
Fazit
Wenn Eltern bemerken, dass die Diabetestherapie ihres Kindes vernachlässigt wird, ist es wichtig, alle Hilfsangebote auszuschöpfen, um die Gesundheit des Kindes zu sichern. Um eine verfahrene Situation wieder zu entspannen, stehen ganz unterschiedliche Hilfen zur Verfügung.
Dr. Benjamin Krummel ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Diabetologie, Suchtmedizin sowie Kinderschutzmedizin (DGKiM) und tätig als Oberarzt im Bereich Kinder- und Jugenddiabetologie am Diabetes Zentrum Mergentheim.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (3) Seite 46-47
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uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 1 Stunde
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 2 Tagen, 1 Stunde
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße
123novesia postete ein Update vor 3 Tagen, 22 Stunden
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 2 Tagen, 23 Stunden
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 8. September! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]




