- Eltern und Kind
Kinderdiabetologie braucht Nachwuchs!
4 Minuten
Berufsziel: Kinderdiabetologe/Kinderdiabetologin
Ein Kinderdiabetesteam braucht immer Ärzte und Ärztinnen. Für ein Medizinstudium braucht man in Deutschland i. d. R.einen sehr guten Schulabschluss. Für die Chance auf einen der begrenzten Studienplätze ist ein Notendurchschnitt von 1,0 beim Abitur nicht unüblich.
Nach dem Studium folgt die mehrjährige Ausbildung als Assistenzärztin/Assistenzarzt, darauf meist eine Facharztausbildung, z. B. in der Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendmedizin oder im Gebiet Innere Medizin. Danach kommt die mehrmonatige Weiterbildung in der Diabetolgie. Wenn man auch Interesse an anderen Hormonkrankheiten (z. B. Wachstumshormonmangel) hat, gibt es die Zusatz-Weiterbildung Kinder- und Jugend-Endokrinologie und -Diabetologie. Genauere Information dazu erhält man z. B. bei den Landesärztekammern.
Welche Qualifikationen braucht man für die Diabetologie?
In dieser Zeit lernt man, wie man Diabetes mellitus aller Typen, Formen und Schweregrade erkennt, vorbeugt und behandelt. Auch über die Schulungskurse muss man Bescheid wissen. Man lernt, wie man Menschen mit Diabetes bei der Berufswahl und in der Familienberatung unterstützt, und sammelt Erfahrungen in der Ernährungsberatung und Diätetik. Natürlich muss man auch bei den verschiedenen Geräten der Diabetestechnologie wie Insulinpumpen und Glukosesensoren immer auf dem neusten Stand sein.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist die wissenschaftliche Organisation der Diabetes-Profis. Auch die DDG bietet eine Zusatzbezeichnung "Diabetolog*in DDG" an. Diese ärztliche Qualifikation kann auch schon parallel zur Facharztausbildung erworben werden. Voraussetzungen für die Anerkennung sind u. a. DDG-Mitgliedschaft, eine 24-monatige Weiterbildung in DDG-anerkannten Weiterbildungseinrichtungen sowie die Kurse "Klinische Diabetologie" und "Kommunikation und patientenzentrierte Gesprächsführung".
Wie wird man Schulungs-Profi?
Aber ein Diabetesteam besteht natürlich nicht nur aus Ärzten und Ärztinnen. Die Schulung und praktische Betreuung der betroffenen Familien liegt ganz besonders in den Händen von Fachkräften mit der Bezeichnung "Diabetesassistent*in DDG" und "Diabetesberater*in DDG". Seit 2024 bietet die DDG unter dem Begriff "Diabetesedukation" auch im nicht-ärztlichen Bereich Weiterbildungen für Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen und Vorqualifikationen an.
Damit die Weiterbildung sich flexibel an die Bedürfnisse der Auszubildenden richten kann, wurden verschiedene Module geschaffen, die eine zeitlich und räumlich flexible Ausbildung erlauben. So erlangt man mit drei Ausbildungsmodulen den Abschluss "Diabetesassistent*in DDG", während man für den Abschluss "Diabetesberater*in DDG" sieben Module plus ein Wahlpflichtmodul absolvieren muss. Damit finanzielle Engpässe kein Hindernis sind, wird das Stipendienprogramm der DDG mit einem Gesamtbudget von 75.00 Euro aufgestockt. Mit der Fördersumme sollen Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsfachkräfte beim Erwerb einer Zusatzqualifikation in der Diabetologie unterstützt werden.
Ernährungsberatung – nicht nur Diabetes
Natürlich müssen Menschen mit Diabetes viel über Ernährung wissen. Die Ernährungsberatung wird aber auch bei der Betreuung von Menschen mit Allergien, Nahrungsunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz), neurologischen Erkrankungen (z. B. "ketogene Diät") und Übergewicht oder Gedeihstörung dringend gebraucht. Diätassistent/Diätassistentin ist eine bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung an Berufsfachschulen und Krankenhäusern. Sie dauert drei Jahre und endet mit einer staatlichen Abschlussprüfung. Ein wissenschaftlicherer Weg dazu ist ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule, um in Bachelor- und Masterstudiengängen den Beruf Ökotrophologe/Ökotrophologin zu erreichen.
Psychologie und Diabetes
Für die Therapie und langfristige Prognose des Diabetes mellitus sind neben der medizinischen Behandlung gleichermaßen psychosoziale Faktoren wichtig. Es gibt eine Reihe etablierter psychosozialer Interventionen, die Menschen mit Diabetes dabei unterstützen, möglichst erfolgreich mit ihrer Therapie zurechtzukommen und trotz Diabetes eine gute Lebensqualität zu erhalten. Die Behandlung des Diabetes sollte daher stets auch psychologische Aspekte berücksichtigen.
Das Studium Psychologie gliedert sich in verschiedene Schwerpunkte und Vertiefungsrichtungen wie z. B. Kinderpsychologie, Verhaltenspsychologie und die klinische Psychologie mit Überschneidungen zum Medizinstudium. In Kooperation mit der DDG wird für Diplom-Psychologinnen und -Psychologen oder Absolventinnen und Absolventen eines Master-Studiengangs Psychologie (Master of Science Psychologie) sowie für niedergelassene approbierte Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die Weiterbildung "Fachpsycholog*in DDG" angeboten.
Sozialarbeit bei Diabetes
Viele Kinderdiabetesteams arbeiten auch mit der klinischen Sozialarbeit zusammen. Bei jeder Manifestation von Diabetes im Kindes- und Jugendalter findet während des stationären Aufenthalts automatisch ein sozialmedizinisches Beratungsgespräch statt. Dazu gehört die Unterstützung bei Anträgen (Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis usw.), Informationen zu weiteren Angeboten (Reha, Selbsthilfegruppen usw.), Beratung bei rechtlichen Fragestellungen (Steuer, Pflegefreistellung usw.) und Vermittlung von weitergehenden Hilfsangeboten. Um Sozialarbeiter oder Sozialarbeiterin zu werden, absolviert man ein Studium der Sozialen Arbeit. Für den Bachelor braucht man drei bis vier Jahre.
Internationale Kurse in der Wissenschaft
Die Internationale Gesellschaft für Kinderdiabetologie (ISPAD) organisiert einmal jährlich die Science School for Physicians, die 20–25 junge ärztliche Forschende aus der ganzen Welt in einem anerkannten Exzellenzzentrum zusammenführt. Die Teilnehmenden verbringen eine Woche damit, sich mit internationalen Expertinnen und Experten auf allen Gebieten der Diabetesforschung auszutauschen.
Ein zentrales Element der Schule ist die Präsentation der eigenen laufenden oder vorgeschlagenen Forschungsprogramme, die offen und kritisch diskutiert werden, so dass die einzelnen Forschenden nicht nur mit einem viel stärkeren Vorschlag, sondern oft auch mit Unterstützungsangeboten nach Hause gehen. Die meisten Teilnehmenden haben inzwischen führende Positionen in Kliniken oder Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt.
©privat | Die ISPAD Science School bringt jedes Jahr junge Forschende aus der ganzen Welt zusammen.
Wissenschaftskurs für Angehörige der Gesundheitsberufe
ISPAD ist sich bewusst, wie wichtig es ist, auch nicht-ärztliche Fachkräfte im Gesundheitswesen dabei zu unterstützen, einen wissenschaftlichen und evidenzbasierten Ansatz für ihre Arbeit zu finden. Seit 2004 veranstaltet ISPAD daher einen Wissenschaftskurs für Angehörige der Gesundheitsberufe (z. B. Diätassistentin/-assistent, Gesundheitskrankenpflegerin/-pfleger, Psychologin/Psychologe und Sozialarbeiterin/-arbeiter), die ein Forschungsinteresse an Diabetes bei Kindern und Jugendlichen haben oder entwickeln möchten.
Die Kurse vermitteln ein Grundlagenwissen rund um die Forschung und werden unmittelbar vor und in Verbindung mit der jährlichen ISPAD-Konferenz abgehalten. Zusammenfassend kann man sehen, dass es vielfältige Angebote zur Nachwuchsförderung in der Kinderdiabetologie gibt.
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 6 Stunden, 11 Minuten
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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vio1978 postete ein Update vor 1 Tag, 16 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
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renrew postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
gibt es Tips oder Ratschläge dieser Pumpe betreffend?
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moira antwortete vor 5 Tagen, 8 Stunden
Das kommt sehr darauf an – in welchem Bereich?
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Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊