- Eltern und Kind
Vorsorgeuntersuchungen: Genau hinschauen
4 Minuten
Alle vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in seinen Richtlinien empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet und sind somit kostenlos. Hierzu zählen z. B. die Krebsfrüherkennung, der Gesundheits-Check-up oder Zahn- und Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen. Ein Recht auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter gibt es in Deutschland bereits seit 1971.
Das Gelbe Heft
Die Vorsorgeuntersuchungen Ihres Kindes werden in einem Gelben Heft, dem Kinderuntersuchungsheft (U-Heft), dokumentiert. Dieses erhalten Eltern zur Entlassung des Neugeborenen aus dem Krankenhaus. Das von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Vorsorgeprogramm umfasst elf Untersuchungen: die U1 bis U9 (inkl. U7a) bis zum 6. Lebensjahr sowie die J1 (12-14 Jahre).
Zudem werden vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) drei weiteren Untersuchungen empfohlen: PaedCheck U10, PaedCheck U11 und PaedCheck J2. Diese werden in ein Zusatzheft, das grüne Heft, eingetragen. Die Kosten hierfür erstatten noch nicht alle Krankenkassen. Eltern fragen deshalb am besten bei ihrer Kasse nach.
Die Schuleingangsuntersuchung gehört nicht zu den "klassischen" Vorsorgeuntersuchungen. Sie ist eine zusätzliche Untersuchung, die durch Ärzte und Ärztinnen des Gesundheitsamtes durchgeführt wird.
Vorsorge durch Untersuchungen
Um festzustellen, ob sich Ihr Kind altersgerecht entwickelt, erfolgt die erste Untersuchung – meist durch die Geburtshelfer – bereits wenige Minuten nach der Geburt. Alle weiteren Vorsorgen erfolgen dann durch einen Arzt oder eine Ärztin.
Zu jeder U-Untersuchung gehört eine vollständige körperliche Untersuchung des Kindes. Sie beinhaltet die Messung von Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang sowie die Untersuchung von Organen, Sinnesorganen, des Nervensystems, des Skeletts und der Muskulatur. Darüber hinaus erfolgt eine Entwicklungsbeurteilung der Grob- und Feinmotorik, Sprache, Kognition sowie der sozialen und emotionalen Kompetenz des Kindes und der Interaktion des Kindes mit den Eltern.
Vorsorgeuntersuchungen |
|
| Zeitpunkt | Untersuchung |
| Direkt nach der Geburt | U1 |
| 3. - 10. Lebenstag | U2 |
| 1. Monat (4. - 5. Lebenswoche) | U3 |
| 1. Monat (4. - 5. Lebenswoche) | U4 |
| 6 Monate (6. - 7. Monat) | U5 |
| 1 Jahr (10. - 12. Monat) | U6 |
| 2 Jahre (21. - 24. Monat) | U7 |
| 3 Jahre (34. - 36. Monat) | U7a |
| 4 Jahre (46. - 48. Monat) | U8 |
| 5 ¼ Jahre (60. - 64. Monat) | U9 |
| 7 - 8 Jahre | U10 |
| 9 - 10 Jahre | U11 |
| 13 Jahre (12 - 14 Jahre) | J1 |
| 16 - 17 Jahre | J2 |
Abgestimmt auf das Alter des Kindes werden die Vorsorgen durch spezielle Untersuchungen wie Blutentnahmen, Hüftultraschall, Seh- und Hörtestungen, Blutdruckmessung und Urinuntersuchungen ergänzt. Ergeben diese Untersuchungen Auffälligkeiten oder den Verdacht auf eine Krankheit, veranlasst der Kinderarzt/die Kinderärztin weitere Untersuchungen oder leitet an einen Spezialisten weiter.
Impfungen und Beratungen
Ein weiterer Teil der Vorsorgen sind die Überprüfung und Komplettierung des Impfstatus sowie ärztliche Beratungen zu vielen entwicklungsrelevanten Themen wie die Vitamin D- und Fluorprophylaxe, Schlafen, Bewegung, Ernährung, UV-Schutz, Karies, Unfall- und Gewaltprävention und Medienkonsum, um nur einige wichtige Themen zu nennen. Sprechen Sie Ihren Arzt/Ärztin an, wie Sie die individuelle Entwicklung und Gesundheit Ihres Kindes fördern und Risiken vermeiden können.
Vorsorge bei Diabetes
Auch in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes gibt es spezielle Vorsorgeuntersuchungen. Sie dienen dazu, mögliche Folge- und Begleiterkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Glutenunverträglichkeit) bzw. deren Frühformen zu erkennen.
Hierzu gehört die regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrundes beim Augenarzt. Die Urinuntersuchung auf Eiweißausscheidung, die Messung des Blutdrucks sowie eine Blutuntersuchung mit Bestimmung der Fettwerte (Cholesterin) und Testung auf eine Schilddrüsenunterfunktion und Glutenunverträglichkeit wird in der Regel vom Diabetes-Team im Rahmen der Diabetes-Sprechstunde durchgeführt.
Neu: Aufklärung über Diabetes
Typ-1-Diabetes ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen des Kindesalters. In Deutschland erkranken zunehmend jüngere Kinder, welche besonders gefährdet sind, eine lebensbedrohliche schwere Stoffwechselentgleisung zu erleiden. Deswegen ruft die Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Diabetologie (AGPD) Kinderärzte und -ärztinnen dazu auf, im Rahmen der U6 (10 – 12. Lebensmonat) und U7a (3 Jahre) Eltern kurz die 4 Warnzeichen des Typ-1-Diabetes zu erklären und einen Info-Flyer auszugeben

So haben Eltern die Möglichkeit, Frühzeichen des Diabetes bei ihren Kindern zu erkennen und die schwere Stoffwechselentgleisung bei Erkrankungsbeginn zu verhindern. Vorbild für diese Kampagne ist das "Stuttgarter Präventionsprojekt". In einer ähnlich angelegten Informationskampagne ist es so gelungen, das Auftreten der diabetischen Ketoazidose bei Erkrankungsbeginn von 28 auf 16 Prozent zu senken!
Vorsorge-Erinnerungsservice
Um Eltern bei der Einhaltung der Impf- und Vorsorgetermine ihrer Kinder zu unterstützen, bietet der BVKJ einen kostenlosen Impf- und Vorsorge-Erinnerungsservice an: Nach Registrierung werden Eltern zeitgerecht per E-Mail über anstehende Impf- und Vorsorgetermine informiert. Erweitert wird dieses Angebot durch die kostenlose Praxis-App "Mein Kinder- und Jugendarzt". Diese ermöglicht es Ihnen, Informationen zu Terminen, Untersuchungen oder aktuellen Infos aus Ihrer Kinder- und Jugendarztpraxis direkt auf Ihr Smartphone zu erhalten.
Voraussetzung für die Nutzung ist, dass sich Ihr Kinderarzt für die Praxis-App hat freischalten lassen. Weitere Informationen zum Erinnerungsservice per E-Mail, zur App sowie allen Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und weiteren aktuellen Themen, die für die Belange Ihres Kindes wichtig sind, finden Sie unter www.kinderaerzte-im-netz.de.
Gesund bleiben durch Vorsorge
Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen sollen Erkrankungen und Fehlentwicklungen im Kindes- und Jugendalter möglichst frühzeitig erkannt werden, sodass weitere Diagnostik und/oder eine Therapie eingeleitet werden kann. Durch die regelmäßige Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen werden Gesundheitsrisiken reduziert, die die normale körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes gefährden können.
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stephanie-haack postete ein Update vor 6 Tagen, 17 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 19 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 6 Tagen, 17 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

