Gemüsepfanne oder “Kochen macht Spaß”

4 Minuten

Community-Beitrag
Gemüsepfanne oder “Kochen macht Spaß”
Quelle: Felicitas Bartsch

Kennt Ihr das? Auf einmal tut man Dinge, von denen man nie dachte, dass man sie einmal freiwillig tun würde. Und es macht erstaunlicherweise auch noch Spaß. Gemeint ist jetzt natürlich nicht der Diabetes.

Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, ich würde mich mal zu der Aussage hinreißen lassen, „Kochen macht mir Spaß“, dem hätte ich einen Vogel gezeigt. Klar, Essen ist ein Grundbedürfnis. Und ja, ich esse gerne. 

Aufgewachsen mit einer älteren Schwester, war die Arbeitsaufteilung bei der Hilfe im Haushalt schnell klar geregelt. Mein Mitspracherecht war nur begrenzt. Meine Schwester lernte Kochen und Backen. Ich „durfte“ abwaschen, putzen und einkaufen. Und ziemlich selten auch Hilfsdienste beim Kochen leisten.

Das führte zu einem leicht gestörten Verhältnis zur Nahrungszubereitung. Mahlzeiten sollten schnell zubereitet sein. Hauptsache Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß in der gewünschten Menge, um satt zu werden. Das führte meistens zu Brot mit Belag und rohem Gemüse als Salat und vielleicht mal einer Tasse Trink-Bouillon. In Ausnahmefällen mal zu einem Fertiggericht, das ich nur schnell wärmen musste.

Und bis vor einem halben Jahr sah ich auch keinen Sinn darin, für eine einzelne Person richtig zu kochen. Dazu hatte ich weder die Lust noch die notwendige Geduld. Wofür den ganzen Aufwand betreiben, wenn die erforderliche Zeit für die Zubereitung in keinem gescheiten Verhältnis zur Dauer des Verzehrs steht?

Was hat sich verändert?

In meinem letzten Artikel „Ehrgeiz contra Gelassenheit“ habe ich beschrieben, dass ich meine Prioritäten bei meiner Diabetestherapie in Richtung Gelassenheit verändert habe. Das hat mittlerweile auch deutliche Auswirkungen auf andere Bereiche meines Lebens. Ich habe nämlich erkannt, dass ich selbst das Wichtigste in meinem Leben bin. Ich als Person und mein eigenes Wohlbefinden. Und zum Wohlbefinden gehört auf jeden Fall der gute und achtsame Umgang mit meinen eigenen Bedürfnissen, auch mit meinen Grundbedürfnissen.

Nicht ganz unbeteiligt bei diesem Erkenntnisgewinn ist mein #DiaFriend, der ganz gezielt stichelt und frotzelt. Der mich aufrüttelt, um mich von eingefahrenen Gleisen wegzubringen. Und von ihm kamen ziemlich viele Frotzeleien über meine Mahlzeiten und vor allem über den Mangel an warmen Mahlzeiten.

Und so habe ich tatsächlich angefangen, für mich zu kochen. Nicht jeden Tag, denn unter der Woche fehlt mir nach der Arbeit wirklich die Zeit, noch zu kochen. Gekocht wird auf jeden Fall am Wochenende. Und an meinen Experimenten möchte ich euch teilhaben lassen.

Darf ich vorstellen: Gemüsepfanne

„Gemüsepfanne?“, werdet Ihr jetzt stirnrunzelnd denken. So was Leichtes, das kann doch wirklich jeder. Ja, wahrscheinlich; sogar ich bekomme das hin. Aber mir die Zeit für den bewussten Einkauf und die Zubereitung zu nehmen, das ist die Herausforderung für mich.

Einkauf

In Mainz gibt es an drei Tagen in der Woche mitten in der Innenstadt einen Markt, auf dem unter anderem Obst- und Gemüsebauern aus der näheren Umgebung ihre Erzeugnisse anbieten. Hier kaufe ich samstags immer mein Gemüse für das Wochenende ein.

Quelle: Felicitas Bartsch

Der Einkauf auf dem Markt hat für mich einen unschätzbaren Vorteil. Für eine Person benötige ich Kartoffeln und Gemüse selten in größeren Mengen. An meinem Lieblingsstand kann ich meine Wünsche in Stückzahlen ausdrücken. Das ist nie ein Problem. Die kennen mich da schon lange und sind mir immer freundlich bei der Auswahl behilflich.

Quelle: Felicitas Bartsch

Zutaten (für 1 Person)

Für meine Gemüsepfanne kaufe ich als Grundlage immer 2 kleinere Zucchini, 1 rote Paprika und 1 gelbe Paprika. Eventuelles weiteres Gemüse wähle ich nach Saison und ein bisschen nach dem Lustprinzip. Dieses Mal sind 4 Lauchzwiebeln, 4 Karotten, 1 Stange Lauch und 1 Tomate (die es aber nicht bis in die Pfanne schaffen wird) dabei und als Beilage 3 neue einheimische Kartoffeln.

Dazu kommen auf jeden Fall 1 Knoblauchzehe, 1 kleines Stück frischer Ingwer, 1 Esslöffel Schmand, ca. 100 ml Gemüsebrühe, Salz und schwarzer Pfeffer.

Quelle: Felicitas Bartsch

Zubereitung

Das Gemüse wasche und putze ich. Die Zucchini viertle ich und schneide sie in kleine Stücke. Wenn die Karotten nicht zu dick sind, schneide ich sie nur in dünne Scheiben; wenn sie dicker sind, halbiere ich sie vorher der Länge nach. Die Paprikaschoten schneide ich in kleine Stücke, die Lauchzwiebeln und den Lauch in Ringe und Knobi und Ingwer schnipple ich besonders fein.

1 Esslöffel Schmand in einer beschichteten Pfanne verteilen und erhitzen. Das Gemüse hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen, auf höchster Stufe kurz anbraten und dabei umrühren. Gemüsebrühe zufügen, so viel, dass das Gemüse ausreichend Flüssigkeit hat und nicht anbrennt. Gemüse unter gelegentlichem Umrühren auf mittlerer Stufe ca. 20 Minuten köcheln (bei mir ist das Gemüse dann al dente).

Quelle: Felicitas Bartsch

Parallel dazu koche ich die Kartoffeln.

Die Gemüsepfanne lässt sich auch gut mit weiteren Gemüsesorten und anderen Gewürzen zubereiten. Als Gemüse kommen beispielsweise Brokkoli oder Sellerie in Betracht oder auch Tomaten, wenn man sie,
in kleine Stücke geschnitten, nur die letzten Minuten der Kochzeit hinzugibt. Je nach Vorliebe ist statt schwarzen Pfeffers Cayennepfeffer oder Curry oder Kurkuma möglich. Dann ist allerdings zu überlegen, eventuell auf den Ingwer zu verzichten. Und wer es mag, kann auch geriebenen Käse über das Gemüse geben.

Voilà, das Endprodukt

Quelle: Felicitas Bartsch

Guten Appetit!


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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 3 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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