Warum die Ernährungsumstellung so schwer fällt

2 Minuten

Warum die Ernährungsumstellung so schwer fällt

Ob Pommes, Chips oder Schokoriegel: Obwohl jeder weiß, dass diese Lebensmittel ungesund sind und dick machen, fällt es schwer die Finger davon zu lassen. Deutsche Forscherinnen und Forscher haben nun untersucht, woran das liegt: Sie zeigen, dass die Kombination aus Fetten und Kohlenhydraten im Essen einen besonders starken Einfluss auf das Belohnungssystem in unserem Gehirn hat.

Die Lebensstil-Umstellung ist oft die erste und zentrale Maßnahme zur Prävention und Therapie von Diabetes – etwa beim Typ-2 oder in der Schwangerschaft. Vor allem die gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle, ist aber gar nicht so leicht durchzuhalten. Warum zeigt eine aktuelle Studie: Sowohl fettiges als auch kohlenhydratreiches Essen aktiviert jeweils das Belohnungssystem im Gehirn (wenn auch über unterschiedliche Signalwege). Kommen aber Kohlenhydrate und Fette im Essen zusammen, wird dieser Effekt noch verstärkt.

So schmeckt’s nur bei Mutter

In der Natur käme die Mischung aus viel Fett und Kohlenhydraten so gut wie nicht vor, erklären die Autoren. Entweder seien Nahrungsmittel reich an Fetten wie etwa Nüsse, oder aber reich an Kohlenhydraten wie bei Kartoffeln oder Getreide. Eine ganz seltene Ausnahme sei hingegen die Muttermilch. Die Forscher vermuten daher, dass der Mensch im Laufe der Evolution geprägt wurde, sehr intensiv auf die für Babys überlebenswichtige Mischung zu reagieren und sie als besonders belohnend wahrzunehmen.

Spiel um Essen im MRT

Im Rahmen der Studie hatten 40 Freiwillige gegen einen Computer um Essen gespielt. Angeboten wurden fett- oder kohlenhydratreiche Nahrungsmittel sowie Essen, dass fettig und kohlenhydratreich zugleich ist. Für letztere waren die Probanden bereit, das meiste Spielgeld zu bieten. Offenbar war für sie die Kombination von Fett und Kohlenhydrat am attraktivsten, schließen die Autoren.

Während des Spiels zeichneten die Forscher die Gehirnaktivität der Probanden in einem Magnetresonanztomografen (MRT) auf. Die Messungen ergaben, dass eine Kombination aus Fetten und Kohlenhydraten die Gehirnareale des Belohnungssystems intensiver aktiviert als die anderen angebotenen Lebensmittel. Dieser Befund stimmte also mit den Ergebnissen des Spiels überein. Zudem vermuten die Wissenschaftler, dass die Belohnungssignale das Sättigungsgefühl überlagern – Übersättigung und Übergewicht seien die Konsequenzen.

Probanden konnten Nährwerte kaum einschätzen

Hinzu kam, dass die Probanden die entsprechenden Nährwerte kaum einschätzen konnten: Baten die Forscher, den Kaloriengehalt der dargebotenen Lebensmittel zu schätzen, gelang den Teilnehmern das bei den fett- oder kohlenhydratreichen Essen relativ genau. Bei fett- und kohlenhydratreichem Essen lagen sie dagegen oft daneben. Die Erkenntnisse könnten für die Behandlung von Menschen mit suchtartigem Übergewicht eine wichtige Rolle spielen, hoffen die Autoren.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Die Subtypen der Fettleber: Neue Erkenntnisse zu Ursachen und Therapie

Weltweit steigt die Zahl der Menschen, die mit starkem Übergewicht (Adipositas) leben. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen mit Fettleber-Erkrankungen zu. Neuere Forschungen zeigen, dass es unterschiedliche Ursachen sowie verschiedene Subtypen für eine Fettleber gibt – mit möglichen Konsequenzen für die Therapie.
Die Subtypen der Fettleber: Neue Erkenntnisse zu Ursachen und Therapie | Foto: Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

3 Minuten

Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.
Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • cina_polada postete ein Update vor 1 Tag, 5 Stunden

    Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂

  • lauf-chris postete ein Update vor 1 Tag, 7 Stunden

    Ich habe jetzt seit ca 1 Jahr die YpsoPump. Bin gut damit zufrieden. Ist aber auch kein Selbstläufer!

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

Verbände