- Soziales und Recht
Diabetes im Alltag und im Berufsleben: Noch immer Vorurteile und Einschränkungen
5 Minuten
Die Diagnose Diabetes greift auf vielfältige Weise in das Leben ein. Die Krankheit bringt nicht nur aufgrund der medizinischen bzw. körperlichen Auswirkungen ziemliche Einschnitte. Auch im Alltag und Berufsleben kann der Diabetes erhebliche Auswirkungen auf die Betroffenen haben.
Die Wahrnehmung von Menschen mit Diabetes im Berufsleben hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Früher galten Menschen mit Diabetes für viele Berufe und Tätigkeiten als ungeeignet. Heute gibt es nur noch in wenigen Ausnahmefällen berufliche Einschränkungen aufgrund von Diabetes, denn bei den arbeitsmedizinischen Tauglichkeits-Untersuchungen wird inzwischen eine risikobasierte Bewertung vorgenommen.
Vorbehalte oder Einschränkungen wegen eines Diabetes sind daher nur selten ausreichend begründbar. Daher berichten Menschen mit Diabetes immer seltener, dass ihre Bewerbungen aufgrund ihrer Erkrankung erfolglos blieben, obwohl sie alle anderen Voraussetzungen für den gewünschten Arbeitsplatz erfüllten. Selbst für eine Verbeamtung stellt die Erkrankung mittlerweile kein grundsätzliches Hindernis mehr dar.
Dies unterstreicht den umfassenden Wandel in der beruflichen Integration von Menschen mit Diabetes: Durch neue Möglichkeiten wie kontinuierliches Glukose-Messen (CGM), Insulinpumpen und Systeme zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID) sowie moderne Insuline lassen sich die mit dem Diabetes verbundenen Risiken in der Regel auf ein akzeptables Maß senken. Dann gibt es eigentlich keinen Grund mehr, warum man den jeweiligen Beruf nicht ausüben können soll.
Veraltete Vorschriften diskriminieren noch
Allerdings ist noch nicht alles perfekt, besonders bei Berufen, für die es behördliche Tauglichkeits-Vorgaben gibt, z.B. für Polizei, Bundeswehr und Bundesgrenzschutz. Diese Vorgaben können nach wie vor diskriminieren – obwohl sich in medizinischer und diagnostischer Hinsicht enorm viel getan hat.
Denn auch bei guter Blutzuckereinstellung bestehe „die Gefahr von Hypoglykämien, gerade auch bei Diensten mit hohem körperlichem Einsatz“. Es bestünde daher das Risiko, dass der betroffene Polizist in einer Gefahrensituation „nicht mehr im erforderlichen Maß handlungsfähig“ ist. Dies könne auch Kollegen in Gefahr bringen, die womöglich auf die körperliche Unterstützung des betroffenen Polizisten angewiesen sind.
Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.
Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Soziales und Recht
2 Minuten
- Soziales und Recht
2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
