- Soziales und Recht
Verbeamtung: Höheres finanzielles Risiko in pKV?
2 Minuten
Rechtsanwalt Oliver Ebert gibt Ihnen in der Rubrik Rechteck Antworten auf Rechtsfragen rund um das Thema Diabetes.
Die Frage:
Vielen Dank für Ihren sehr interessanten Bericht (Diabetes-Journal 05/2013) über die misslungene Verbeamtung des an Diabetes erkrankten Lehrers. Ich möchte noch etwas ergänzen, was zwar nichts zu dieser Rechtssache beiträgt, aber für die Entscheidung pro oder kontra Verbeamtung möglicherweise für jeden Diabetiker (mit)entscheidend sein könnte: nämlich die Krankenversicherungssituation eines Beamten.
Die Beihilfe erstattet meines Wissens abhängig vom Familienstand und der Anzahl der Kinder 60 bis 80 Prozent der anfallenden Kosten, den Rest muss der Beamte aus eigener Tasche zahlen. Üblicherweise schließt deshalb der Beamte eine private Krankenversicherung ab, die die fehlende Beihilfe ersetzt. Ein Diabetiker wird in keine private Krankenversicherung aufgenommen, zumindest ist mir keine bekannt.
Und mag er den Eigenanteil für seine Teststreifen und das Insulin auch noch aufgrund seines Einkommens aufbringen können: Ein längerer Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Unfalls, des Alters oder eines erforderlichen künstlichen Knies kann seinen finanziellen Ruin bedeuten. Insofern wäre hier aus meiner Sicht aufgrund des hohen finanziellen Risikos von einer Verbeamtung eines Diabetikers eher abzuraten.
Frank B., Soest
Oliver Ebert:
Zunächst: Herzlichen Dank für Ihre Anmerkung. Die Situation ist allerdings meines Erachtens insoweit nicht problematisch: Zum einen gibt es für beihilfeberechtigte Personen den Basistarif der PKV, welcher weitgehend dem Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkasse entspricht und der keine Gesundheitsprüfung voraussetzt.
Versicherungsunternehmen sind gemäß § 12 Abs. 1b VAG verpflichtet, Beihilfeberechtigten, die einen die Beihilfe ergänzenden Versicherungsschutz benötigen, auf Antrag eine Versicherung im Basistarif zu gewähren. Zum anderen können ja auch Beamte sich freiwillig gesetzlich versichern (ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung). Hier muss dann zwar der Gesamtbeitrag selbst bezahlt werden, d. h. die Beihilfe beteiligt sich nicht zur Hälfte.
Im Unterschied zur privaten Krankenversicherung sind dort aber auch Ehegatte und Kinder ohne Zusatzkosten als Familienmitglieder in vielen Fällen gleich mitversichert. Bei privater Versicherung müssen hierfür jeweils eigene Versicherungsverträge abgeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man als gesetzlich Versicherter seine Arzt- bzw. Medikamentenrechnungen nicht selbst bezahlen (und sich womöglich mit der Versicherung um die Kostenerstattung streiten) muss.
Oliver Ebert
Kontakt:
REK Rechtsanwälte
Nägelestraße 6A, 70597 Stuttgart oder
Friedrichstraße 49, 72336 Balingen
E-Mail: Sekretariat@rek.de
Internet: www.diabetes-und-recht.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (7) Seite 46
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moira postete ein Update vor 3 Tagen, 3 Stunden
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 1 Monat
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 4 Wochen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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