Flash Glucose Monitoring (FGM): Erste Kassen übernehmen die Kosten

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Flash Glucose Monitoring (FGM): Erste Kassen übernehmen die Kosten

“Flash Glucose Monitoring” (FGM) ist eine technische Revolution, erste­ Krankenkassen übernehmen jetzt die Kosten. Wochenlang war das “FreeStyle Libre”-System allerdings nicht lieferbar; der Verkauf lief erst im März wieder an. Was die Krankenkassen über eine Kostenübernahme denken, lesen Sie hier.

Das Messsystem von Abbott ist seit November 2014 in Deutschland zu haben. Es funktioniert so: Ein Sensor am Oberarm, der etwa so groß ist wie eine 2-Euro-Münze und dessen Fühler dicht unter der Haut liegt, misst und speichert permanent Daten. Bei jedem Scan mit dem Lesegerät über den Sensor werden der aktuelle Glukosewert, der Glukoseverlauf der letzten 8 Stunden und ein Trendpfeil angezeigt. Der Pfeil gibt an, ob der Glukosewert steigt, sinkt oder sich kaum ändert

Wer den FreeStyle Libre getestet hat, ist begeistert. Das zeigen jedenfalls die vielen positiven Reaktionen und Kommentare von Diabetespatienten im Netz. Die Schattenseite: Das System war für Neueinsteiger seit einigen Monaten nicht lieferbar. Gründe sind die hohe Nachfrage, beschränkter Produktionskapazitäten und dadurch bedingter Lieferschwierigkeiten. Lesegerät und Sensoren müssen sich Diabetiker beim Hersteller selbst bestellen. Für Schwerpunktpraxen sind die FGM-Systeme nur zur Ansicht und Vorführung vorgesehen. Sie werden an Patienten demnach nicht wie Blutzuckermessgeräte ausgegeben (siehe Kasten).

Warteliste und lange Wartezeiten

Seit März gehe der Verkauf weiter, sagte ein Mitarbeiter der Abbott-Hotline. Allerdings hätten sich die ersten Interessenten schon im November 2014 auf der Warteliste eingetragen, die jetzt chronologisch abgearbeitet werde. Man solle sich auf lange Wartezeiten einstellen. Von Neukunden könnten derzeit keine Bestellungen angenommen werden, heißt es auf der Internetseite www.freestylelibre.de. Dort kann man sich aber mit seiner E-Mail-Adresse auf der Warteliste eintragen. Sobald das Produkt wieder verfügbar sei, melde sich das Unternehmen dann bei dem einzelnen Interessenten.

Starterpaket: rund 170 Euro

Das Starterpaket kostet 169,90 Euro und enthält ein Lesegerät und zwei Sensoren (für jeweils bis zu 14 Tage) – ausreichend für bis zu vier Wochen. Sicher haben Sie die Schlagzeilen in den letzten Wochen mitverfolgt, dass die ersten Krankenkassen die Kosten für das System ganz oder teilweise übernehmen und damit auch den ersten Schritt in die Regelversorgung machen. Thomas Bodmer, Vorstandsmitglied der Krankenkasse DAK Gesundheit, spricht in einer Presse-Information vom Februar von einer “Medizin-Revolution”, die den Versicherten “so schnell wie möglich als freiwillige Leistung zur Verfügung” gestellt werden soll.

FGM für 1000 DAK-Versicherte

Ab Juni werden monatlich jeweils rund 1 000 Diabetiker, die bei der DAK versichert sind, mit dem neuen System ausgestattet, erklärt der DAK-Pressesprecher Jörg Bodanowitz auf Anfrage. Die Kosten für das System müssten die Versicherten nicht auslegen, sondern sie werden direkt beliefert, wenn sie das neue System nutzen wollen. Für das Lesegerät wird einmalig die gesetzliche Zuzahlung fällig. Die Sensoren sind zuzahlungsfrei und werden den versicherten Diabetikern ohne weitere Verordnung direkt vom Hersteller regelmäßig zugeschickt.

“Wir werden das Angebot zunächst denjenigen machen, die eine intensivierte Insulintherapie benötigen und am stärksten unter dem ständigen Zuckermessen leiden”, sagt er. “Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit mussten wir ein Verfahren finden, unseren Versicherten das neue System zur Verfügung zu stellen. Es gibt deshalb keine Warteliste oder die Möglichkeit, sich registrieren zu lassen.” Die Diabetespatienten werden aus den Disease-Management-Programmen (DMPs) nach Zufallsprinzip ausgewählt und angeschrieben. Diese Versicherten müssen gegenüber der Kasse dann nur erklären, dass sie das neue System nutzen wollen.

So machen es Techniker Krankenkasse und Barmer

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) ist vom FreeStyle Libre überzeugt. Die Kosten des Lesegeräts werden übernommen, allerdings mit einer Eigenbeteiligung von 10 Prozent. Die Sensoren werde man voraussichtlich mit 60 Euro bezuschussen, was den laufenden Kosten der Blutzuckermessung mit Teststreifen entspricht.
Die Barmer GEK hingegen agiert deutlich vorsichtiger. Nach Angaben der Krankenkasse gebe es noch keine aussagekräftigen Studien zur Gewebszuckermessung. Auch über den Nutzen und eventuelle Risiken fehlten bislang wissenschaftlich fundierte Aussagen. Die Krankenkasse befindet sich aber im Dialog mit dem Hersteller, der weitere Studien zu Patientennutzen und -sicherheit beauftragt hat.

Gute Ergebnisse

Prof. Dr. Thomas Haak aus Bad Mergentheim ist Leiter zweier europäischer Studien mit Typ-1- und Typ-2-Diabetikern zum langfristigen Nutzen von FGM für die Diabeteseinstellung, deren Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte erwartet werden. “Die bisherigen Daten sind positiv”, sagt der Diabetologe, der laufend den aktuellen Zwischenstand erhält.

DDG rät vor der Nutzung von FGM-Systemen zur Schulung

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und ihre Arbeitsgemeinschaft für Diabetologische Technologie (AGDT) haben im Januar eine Stellungnahme zum Flash Glucose Monitoring (FGM) abgegeben. Grundsätzlich bewertet es die AGDT als positiv, dass eine neue Option zum Glukosemonitoring verfügbar ist, betont allerdings, dass die Nutzung des FGM-Systems nicht ohne vorhergehende Therapieschulung erfolgen sollte. Das Schulungsmaterial gibt es übrigens direkt beim Hersteller. Die Schulung nimmt das Diabetesteam vor.

Aufgrund der begrenzten Studienlage könne die AGDT allerdings keine Aussage zur Güte der Glukosemessung und zu anderen offenen Fragen zum FGM-System machen, heißt es in der Stellungnahme weiter. “Es ist zu hoffen, dass der Hersteller diese Fragen rasch und belastbar beantworten kann.”

Prof. Dr. Thomas Haak aus Bad Mergentheim, der zwei europäische Studien zum FGM für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker leitet, geht davon aus, dass das System schon bald zur Regelversorgung gehören wird. Bis dahin sind noch offene Fragen zu klären – zum Beispiel zum Datenschutz: So wurde Kritik laut, dass die Messdaten des Anwenders, sobald er die dazugehörige Software nutzt und das Programm startet, an einen Server in den USA übertragen werden – allerdings anonymisiert. Nach Angaben von Abbott werden diese Daten zur Produktweiterentwicklung benötigt.


von Angela Monecke

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Erschienen in: Diabetes-Forum, 2015; 27 (4) Seite 8-10

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    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 4 Tagen, 18 Stunden

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

  • moira postete ein Update vor 4 Tagen, 20 Stunden

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.