Forum Versorgungsforschung: Was passiert mit meinen Daten?

2 Minuten

© stokkete - Fotolia.com
Forum Versorgungsforschung: Was passiert mit meinen Daten?

Elektronische Anwendungen ziehen immer mehr in unseren Alltag ein. Was aber bedeutet das in Bezug auf die erhobenen Daten? Wie sicher sind sie? Wofür werden sie gesammelt? Ein Kongress suchte nach Antworten.

Wem gehören meine Gesundheitsdaten? Diese Frage stellten sich die Referenten des 3. Forums Versorgungsforschung Ende Juni in Berlin. Grundlage der Diskussion war die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU-DS-GVO). Veranstalter der zwei Kongresstage waren die Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen und Elsevier Health Analytics. Die Position der Betroffenen vertrat Hannelore Loskill, stellvertretende Bundesvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe.

Wenig Wissen, unklarer Schutz

„Das Datenschutzgesetz spricht immer von den Betroffenen. Wer ist denn nicht betroffen vom Datenschutz?“ fragte Loskill. Sie teilt die Bevölkerung in drei Stufen ein: Bürger – Verbraucher – Patienten. „Was weiß der Bürger über seine Daten, was damit passiert?“ Wenig, denn es gibt keine Auskunftspflicht. „Beim Verbraucher sieht das schon etwas anders aus.“ Allerdings ist der Schutz der Daten unklar: „Werden meine Daten geschützt, wenn ich irgendwo meine Payback-Karte einsetze? Vielleicht ja, vielleicht auch nein.“

Wofür sind die Daten gut?

Dass man nicht ohne Spuren im Leben unterwegs ist, ist klar: „Man wird schon beobachtet.“ Patienten fürchten einen Missbrauch ihrer Daten: „Das ist die Sorge der Patienten, dass die Krankheitsdaten irgendwo gespeichert werden oder benutzt werden.“ Loskill stellt sich die Frage nach dem Wofür: „Was machen die mit den ganzen Daten, die die über uns haben wollen? Ehrlich, ich habe noch nicht gemerkt, dass sich dadurch etwas verbessert hätte.“

Das Ganze ist kein Selbstzweck

Und nun soll die elektronische Patientenakte kommen. Kann jeder eine solche Akte führen? Wem gehört die Akte: dem Patienten, der Krankenkasse? Wichtig ist Loskill, dass die Akte alle verfügbaren Daten enthält, um hilfreich zu sein: „Eine unvollständige Akte ist genauso blöd wie gar keine.“ Loskills Appell: „Wenn sich alle bemühen, daran zu denken, dass das Ganze kein Selbstzweck ist, sondern dass sie etwas für Patienten tun wollen und für die Krankenversicherungen, für die Ärzte, für die Krankenhäuser – für alle am System Beteiligten soll sich ein Vorteil bilden.“


von Dr. med. Katrin Kraatz

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (9) Seite 10

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Mit Diabetes gut vorbereitet ins Krankenhaus: Was muss mit, was vorab geklärt werden?

Mit Diabetes gut vorbereitet ins Krankenhaus: Was muss mit, was vorab geklärt werden? | Foto: Halfpoint - stock.adobe.com

5 Minuten

Diabetes-Selbsthilfe warnt und fordert Maßnahmen: Wie Zucker Körper, Gehirn und Psyche zugleich belastet

Zucker wirkt weit über den Stoffwechsel hinaus: Zu viel davon belastet den gesamten Körper inklusive Gehirn und Psyche. Folge können Volkskrankheiten wie Diabetes, Depression und Demenz sein. Die organisierte Diabetes-Selbsthilfe und Patientenvertretung warnt vor den Folgen von zu hohem Zuckerkonsum und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Prävention.
Diabetes-Selbsthilfe warnt und fordert Maßnahmen: Wie Zucker Körper, Gehirn und Psyche zugleich belastet | Foto: olga_demina - stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

Verbände