„Pflaster kleben, Insulin spritzen, Gesundheitskompetenz vermitteln – und noch viel mehr: Die Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften“ war das Thema einer Veranstaltung von Health Care Bayern.
Der Saal war mit 90 Teilnehmenden voll besetzt. Sie kamen aus Krankenkassen, Schulen, Kitas, Ärzte-Gesellschaften, Pflege-Verbänden, Medizinischem Dienst, Referaten, Instituten, Universitäten und mehr. Das zeigt die breite Relevanz dieses Themas für unsere Gesellschaft.
Besonders beeindruckend war der Vortrag von Nadine Haunstetter, Schulgesundheitsfachkraft in Stuttgart, die aus ihrer täglichen Arbeit berichtete. Stuttgart war mit einem Modellprojekt gestartet und die Ergebnisse waren so eindeutig, dass Stuttgart jetzt zehn Schulgesundheitsfachkräfte auf Dauer implementiert hat!
Dr. Josephine Kasel-Seibert, Kinderdiabetologin aus der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen, und Gerlinde Ametsberger, Mutter eines Kindes mit Diabetes und Grundschullehrerin, berichteten über die Herausforderungen rund um Diabetes in der Schule – aus verschiedenen Perspektiven: Diabetologin, Mutter und Lehrkraft.
Andere Referenten gingen auf Kosten und Nutzen ein. Sie sprachen über die Studie, die einen hohen „Earn-Back-Effekt“ belegte: Jeder für Schulgesundheitsfachkräfte eingesetzte Euro generiert langfristig eine Einsparung von bis zu 43 Euro.
Sehens- und hörenswerter Tipp zum Thema
Auch bei der Pressekonferenz der Stiftung Kindergesundheit zum Kindergesundheitsbericht 2024 im November wurden die mangelnde Gesundheitskompetenz unserer Kinder und der Nutzen von Schulgesundheitsfachkräften thematisiert (inkl. Video-Aufzeichnung).
Es bestand großer Konsens, dass uns Schulgesundheitsfachkräfte unglaublich viel Nutzen bringen könnten – wobei natürlich der „fehlen uns in der Pflege“-Einwand auch zur Sprache kam. Nur ist zu bedenken: Dies sind Fachkräfte, die aus verschiedensten Gründen aus dem Dienst im Krankenhaus ausgestiegen sind. Ihre Fachkompetenz bleibt uns durch ihren Einsatz als Schulgesundheitsfachkräfte erhalten.
Doch warum kommen wir dann hier nicht voran? Warum haben wir hier in Bayern keine Modellversuche wie in zahlreichen anderen Bundesländern? Es zeigte sich an Meldungen aus dem Publikum, dass es – wie so oft – an Zuständigkeiten unterschiedlicher Sektoren/Referate/Ministerien, Datenschutzhürden usw. hakt.
Da stellt sich die Frage: Warum bekommt es Stuttgart hin? Hier müssen wir besser werden und Möglichkeiten im lösungsorientierten Zusammenarbeiten finden – Stuttgart hat es ja auch geschafft.
Emmi Zeulner, MdB für die CSU und Vorsitzende von Health Care Bayern, liegt dieses Thema sehr am Herzen. Sie bleibt dran in allen Belangen, in denen die Bundespolitik zuständig ist.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (3) Seite 76