Behandlungsprogramm für Typ-1-Diabetes – IQWiG sieht Aktualisierungsbedarf bei DMP

2 Minuten

Behandlungsprogramm für Typ-1-Diabetes – IQWiG sieht Aktualisierungsbedarf bei DMP
Foto: IQWIG
Behandlungsprogramm für Typ-1-Diabetes – IQWiG sieht Aktualisierungsbedarf bei DMP

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat nach einer Leitlinien-Recherche sein vorläufigen Ergebnisse zur Analyse des Disease-Management-Programms (DMP) für Menschen mit Typ-1-Diabetes veröffentlicht und sieht bei dem Behandlungsprogramm Bedarf für eine Überarbeitung bezüglicher diverser Aspekte.

Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 1 einer Analyse unterzogen, um potentiellen Aktualisierungsbedarf zu identifizieren. Das Institut hat dazu 23 aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zur Behandlung des Typ-1-Diabetes ausgewertet. Anschließend hat es über 1.070 darin identifizierte Empfehlungen mit der Anforderungsrichtlinie für DMP (DMP-A-RL) abglichen, um eventuelle Diskrepanzen festzustellen. In diesen Prozess war auch ein externen Sachverständige eingebunden.

Behandlungsprogramm für Typ-1-Diabetes: IQWiG sieht bei „zahlreichen Aspekten“ des DMP Aktualisierungsbedarf

Vorläufiges Fazit des nun vorliegenden IQWiG-Vorberichts: Zahlreiche Aspekte des DMP Diabetes mellitus Typ 1 weichen nach Ansicht des Instituts von den aktuellen Leitlinienempfehlungen ab oder könnten ergänzt werden. Dazu zählen bspw. die differenzierte Therapie-Planung, die Insulin-Behandlung, die Selbstkontrolle der Glukoswerte, das Management von Begleit- und Folge-Erkrankungen, die Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie Patienten-Schulungen. Zudem machten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG zusätzliche Versorgungsaspekte aus, die bisher nicht im DMP thematisiert worden seien.

Was sind Disease-Management-Programme (DMP)?
DMP sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch kranke Menschen. Sie sollen sicherstellen, dass Betroffene eine optimale Versorgung erhalten. Somit sollen Folgeschäden und Verschlechterungen der Krankheit so weit wie möglich verhindert und die Lebensqualität verbessert werden. Die inhaltlichen Anforderungen an ein DMP werden regelmäßig auf ihre Aktualität hin überprüft. Im DMP Diabetes mellitus Typ 1 waren im Dezember 2022 rund 260.000 gesetzlich Krankenversicherte mit der Stoffwechsel-Erkrankung in Deutschland eingeschrieben.

Interessierte Personen oder Institution wie medizinische Fachverbände können nun noch bis zum 12. September 2023 Stellungnahmen zum Vorbericht abgeben (eine Vorlage für eine Stellungnahme ist hier zu finden). Diese werden nach Ablauf der Frist gesichtet. Sofern die Stellungnahmen Fragen offenlassen, werden die Stellungnehmenden zu einer mündlichen Erörterung eingeladen. Im Anschluss erstellt das IQWiG den Abschlussbericht, auf dessen Grundlage der G-BA eine DMP-Aktualisierung veranlasst.



von Redaktion Diabetes-Anker

mit Materialien des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Erfahrungsbericht: Mein Weg zur Insulin-Therapie bei Typ-2-Diabetes

„Pass auf, sonst musst du spritzen!“ – ein Satz, der wie eine Drohung klingt. Daniel Kaul erzählt in seinem Erfahrungsbericht, wie er als junger Mann mit Typ-2-Diabetes zur Insulin-Therapie kam, noch bevor er später zusätzlich mit Typ 1 diagnostiziert wurde. Er berichtet, warum das Spritzen für ihn auch damals keine Bürde war, sondern vielmehr eine Chance auf bessere Blutzuckerwerte und mehr Lebensqualität.
Erfahrungsbericht: Mein Weg zur Insulin-Therapie bei Typ-2-Diabetes | Foto: Dzmitry – stock.adobe.com

7 Minuten

Community-Beitrag

Närrische Jahreszeit mit Diabetes: So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

Karneval, Fastnacht, Fasching – nun beginnt der Höhepunkt der närrischen Tage und bei Rosenmontagszügen und Kappensitzungen ist ausgiebiges Feiern angesagt. Menschen mit Diabetes können diese närrische Jahreszeit dabei ebenso feiern wie Stoffwechselgesunde. Sie müssen zwar auf ihre Ernährung achten, alkoholische Getränke und Süßigkeiten sind jedoch nicht zwangsweise tabu, wenn sie ihren Glukosespiegel dabei im Blick …
Närrische Jahreszeit mit Diabetes So bleibt der Glukosespiegel stabil beim Feiern

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • moira postete ein Update vor 10 Stunden, 59 Minuten

    Ich warte, dass das Community Meeting beginnt, habe ich die Zeit falsch verstanden?

  • bloodychaos postete ein Update vor 1 Tag, 19 Stunden

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

  • thomas55 postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

Verbände