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Obdachlos: Zucker auf der Straße
3 Minuten
Wo bekomme ich die nächste Mahlzeit her? Wie kann ich meine regennassen Klamotten trocknen? Und was tun, wenn der Suchtdruck immer größer wird? Wer als Obdachloser tagtäglich mit solchen Überlebensstrategien zu kämpfen hat, kann sich nur schwer um seinen Diabetes kümmern. Falls er überhaupt gerade Insulin hat.
Fünfmal die Woche zu den Brennpunkten der Obdachlosen
Das erzählt Annette Antkowiak, die seit 20 Jahren das Krankenmobil der Caritas in Hamburg koordiniert. Fünfmal die Woche fährt das Team des Krankenmobils auf festen Touren zu den Brennpunkten der Obdachlosen und behandelt dabei wie in einer Hausarztpraxis von Kopfschmerzen bis zu offenen Unterschenkelgeschwüren jeden, der kommt. Und immer begleitet von einem fest angestellten Fahrer oder einer Fahrerin und einem der 16 ehrenamtlichen ÄrztInnen aus vielen verschiedenen Fachrichtungen.
„Die Orte und Zeiten haben unsere Patienten gelernt“, berichtet die engagierte Krankenschwester, die das nötige autoritäre Auftreten mit spürbarer Fürsorge vereint. „Montagabends stehen wir zum Beispiel unter anderem am Hansaplatz, mittwochs ist meist ein polnisch sprechender Arzt dabei – unsere Patienten kennen unser Angebot und sind sehr dankbar dafür.“
„Bei jeder Belegung ist ein Diabetiker dabei“
Wer zu krank ist, um auf der Straße versorgt zu werden, wird in die Krankenstube in St. Pauli vermittelt, das zweite medizinische Angebot der Caritas in Hamburg. Dort gibt es 18 Betten, sechs MitarbeiterInnen arbeiten in drei Schichten rund um die Uhr, und einmal in der Woche kommt ein Arzt. Die Patienten bleiben zwischen einer Woche und einem halben Jahr.
„Bei jeder Belegung ist ein Diabetiker dabei“, bilanziert Antkowiak, die aber auch klarmacht, dass Diabetes nicht das primäre Problem der Wohnungslosen ist, die neben dem täglichen Überlebenskampf zusätzlich häufig mit Suchtproblematiken zu kämpfen haben. Vor allem Sprachbarrieren machen Schulung und Sensibilisierung für das Thema schwer, auch wenn Betroffene in der Krankenstube regelmäßig ihren Blutzucker messen und ein festes Behandlungsschema erhalten.
Alle Medikamente sind gespendet
Das Ziel bei jedem obdachlosem Diabetiker sieht Antkowiak in der Übermittlung an die Schwerpunktpraxis in der Hamburger Innenstadt. Das ist die dritte Säule im Medizin-Angebot für Obdachlose der Caritas an der Elbe. Dort finden dreimal die Woche Sprechstunden statt; dank einer Kassenzulassung der Praxis und einem Agreement zwischen Behörde, AOK Hannover und der Caritas können Patienten auch ohne Krankenversicherung dort zuschlagsfreie Rezepte erhalten.
Dort bekommen Diabetiker auch Insulin, sofern welches vorrätig ist. Denn die Medikamente bezieht die Caritas auf Spendenbasis. „Metformin haben wir immer, aber die bessere Variante Velmetia und Insulin kaum“, so die Leiterin des Krankenmobils. „Ich bitte alle Diabetiker, die noch haltbare Medikamente haben, die sie nicht mehr benötigen, nicht nach Afrika zu spenden, sondern uns zu geben.“ Denn abgelaufenes Insulin verabreichen, das käme für Antkowiak nicht in Frage. „Die obdachlosen Menschen stehen doch eh schon am Rand der Gesellschaft.“
„Danke, du bist mein Engel!“
Antkowiak ist ein echter Engel für die rund 2.000 offiziell gezählten Obdachlosen in Hamburg (plus Dunkelziffer, die durch die Flüchtlingswelle stark gestiegen ist). Das spürt man schnell, wenn man eine Tour im Krankenmobil begleitet. Und das sagen ihr einige Patienten auch ganz direkt: „Danke, du bist mein Engel!“

Sprachbarrieren sind eines der größten Probleme. Annette Antkowiak hat daher Piktogramme gebastelt, auf die die Patienten einfach deuten können. © Susanne Löw
Man kennt sich ja auch schon teils seit vielen Jahren, das Krankenmobil führt eine Patientendokumentation, Antkowiak und ihr Team können nachsehen, was beispielsweise im Jahr 2005 verabreicht wurde. Kommen darf jeder, auch in die Krankenstube und in die Praxis – es sei denn, die Patienten halten sich wiederholt nicht an die Hausregeln. Wer andere tätlich oder auch verbal angreift, erhält Hausverbot.
Wenn die Caritas-Helfer auf einen absoluten Notfall treffen – Antkowiak erinnert sich an einen Diabetiker im Krankenmobil, der kein Insulin mehr hatte und bei dem das Messgerät nur noch „High“ angezeigt hat –, schicken sie ihn in die Notaufnahme einer Klinik. Da muss geholfen werden – auch ohne Versicherungsschutz. Der Notfalltopf bezahlt. „Dort werden die Leute auf ein Blutzucker-Normalmaß gebracht und wieder auf die Straße gesetzt“, berichtet Antkowiak. Was würde sie sich wünschen? „Eine Diabetes-Praxis, in der auch polnisch gesprochen wird, die kostenfrei arbeitet.“
Die bessere Alternative
Ist es nicht unglaublich frustrierend für die Helfer, wenn Patienten sich nicht an Therapievorgaben halten (können), immer wieder abstürzen, zwischen zwei Krankenmobil-Touren an multiplem Organversagen sterben? Wenn man ihnen nur begrenzt Medikamente mitgeben kann oder Menschen mit tiefen Wunden nicht wie vereinbart die Woche drauf wiederkommen, sondern erst nach drei Wochen, wenn alles wieder entzündet ist?
Das habe ich auch die Chirurgin Janina Eigenwald gefragt, die auf der Tour arbeitet, bei der ich dabei sein durfte. An ihre Antwort muss ich oft denken: „Frustrierend? Nein. Alle Obdachlosen, die wir heute Abend behandeln, haben entweder uns oder gar niemanden. Da sind wir eindeutig die bessere Alternative, wir können zumindest immer ein bisschen helfen.“
Hat jemand Insulin oder andere Medikamente und Diabetesutensilien übrig? Frau Antkowiak und ihre Caritas-Kollegen freuen sich über eine Nachricht – und damit auch alle obdachlosen Diabetiker in Hamburg. Tel.: 040/38088112 ; E-Mail: antkowiak@caritas-hamburg.de
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moira postete ein Update vor 1 Tag, 3 Stunden
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 3 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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