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Hey Ihr! Krankheiten und Mitleid sind in unserer Gesellschaft wohl häufig automatisch miteinander verknüpft, leider.
Beim Diabetes gibt es keine Ausnahme, aber mich persönlich „stört“ Mitleid eindeutig mehr als der Diabetes an sich! Dennoch werde ich regelmäßig damit konfrontiert.
Richtig. Mitleid ist meiner Meinung nach nicht nötig. Nicht für jemanden, der in Deutschland lebt und die Möglichkeit der gesundheitlichen Versorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen „genießen kann“. Das ist nicht selbstverständlich, auch heute, während wir hier mehr als gut versorgt sind, ist es leider Tatsache, dass Menschen auf der Welt nicht versichert sind und sich nicht mal eben ein Rezept für das lebensnotwendige Insulin beim Diabetologen ums Eck holen können. Hier in Deutschland kann man mit Diabetes leben und alt werden, alles tun, wobei man sich nicht selbst im Weg steht, und das alles klappt super auch oder vor allem gerade ohne Mitleid.
Natürlich ist Diabetes immer noch eine Krankheit und auch manchmal alles andere als ein kleiner Aufwand, aber eigentlich geht es uns doch noch wirklich sehr gut damit.
Keiner hat etwas davon, bemitleidet zu werden, es hilft überhaupt nicht weiter, im schlechtesten Fall zieht es jemanden nur noch weiter runter und verhilft dabei, im Selbstmitleid zu versinken, was einem nicht wirklich gut tun kann. Gegen ein gesundes Maß an Mitgefühl ist jedoch nichts einzuwenden. Wen hat der Satz „Oh, du tust mir ja so leid“ jemals aufgemuntert? „Ich kann das verstehen“ oder „Wie ist das eigentlich, wenn…“ bringt mich wahrscheinlich auch nicht voran, aber es kann einen bestärken, sich nicht damit alleine zu fühlen, und zeigt Interesse an einer Person, was bestimmt jedem ein bisschen gut tut.
Fakt ist einfach, dass Diabetes eine Krankheit ist, aber kein Todesurteil oder ähnlich Fatales. Ich falle nicht tot um oder quäle mich tagtäglich mit Schmerzen und warte auf das Ende. Ich habe Diabetes. Eine Krankheit, um die ich mich wohl kümmern muss mein Leben lang. ABER ICH KANN mich darum kümmern ein LEBEN LANG und damit alt werden. Ja, ich kann sogar ALLES ESSEN, wonach mir ist. Ich muss testen und spritzen, na gut, nervt manchmal, aber es gibt so viel Schlimmeres und ich bin grundlegend erstmal an nichts gehindert, woran ich mich nicht hindern lasse.
Für mich ein verdammt wichtiger Punkt, ich fühle mich wie jeder andere Mensch, und das Überraschende daran ist, vermutlich, ich meine, es besteht die Möglichkeit, dass ich tatsächlich ein völlig normaler Mensch bin. Wie jeder andere auch und genau deshalb auch kein Mitleid benötige. Mich kränkt Mitleid sogar ein bisschen und ich fühle mich schlecht dadurch, weil ich nicht damit umzugehen weiß, ich sehe einfach keinen Grund dafür. Ich muss niemandem leidtun, mir geht es gut. Man sagt ja nicht umsonst „Ich habe Diabetes“ und nicht „Der Diabetes hat mich“. Ich stehe im Vordergrund meines Lebens und der Diabetes ist halt einfach dabei, mehr nicht!
Am Ende kann ich nur noch sagen, dass der Diabetes meiner Meinung nach weder über- noch unterschätzt werden sollte. Einerseits ist es halt die Krankheit, die mich und viele andere ein Leben lang begleitet, und fordert jeden von uns in Sachen Disziplin und Selbstverantwortung vielleicht noch zusätzlich, aber man muss realistisch sein und sehen, dass es immer einen Weg gibt, damit umzugehen. Die Frage mit dem Diabetes lautet jedes Mal nicht, ob, sondern bloß manchmal, WIE.
Eure Sheela ♥
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