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Diabetes-Dialog: Symptome, Früherkennung und der Weg zur Diagnose des Typ-1-Diabetes
4 Minuten

Dass Typ-1-Diabetes ausschließlich Kinder und Jugendliche betrifft, hält sich hartnäckig als Irrglaube. Tatsächlich wird die Erkrankung bei der Hälfte der Betroffenen erst im Erwachsenenalter festgestellt. Beim aktuellen Diabetes-Dialog ging es deshalb um Symptome, Früherkennung und den oft langen Weg bis zur richtigen Diagnose.
Am 16. Oktober 2026 um 9 Uhr wurde der Diabetes-Dialog unter dem Titel„Diabetes kennt kein Alter“ erstmals ausgestrahlt. Durch die Sendung führte Prof. Dr. Matthias Blüher, Endokrinologe und Diabetologe am Universitätsklinikum Leipzig. Als Gäste begrüßte er Healthfluencerin Kathi Korn, die mit Typ-1-Diabetes lebt und darüber u.a. auf Social Media aufklärt, sowie Dr. Felix Reschke. Der Diabetologe und Kinderarzt am Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover gilt als einer der führenden Experten in Deutschland für Früherkennung und Verzögerung von Typ-1-Diabetes.
Diabetes-Dialog vom 16. Oktober 2026: Das Wichtigste auf einen Blick
- Typ-1-Diabetes tritt nicht nur im Kindes- und Jugendalter auf: Rund die Hälfte der Diagnosen wird im Erwachsenenalter gestellt.
- Typische Warnzeichen sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Abgeschlagenheit und ungewollter Gewichtsverlust.
- Der Erkrankung geht ein Autoimmunprozess voraus, der sich teils über Jahre oder Jahrzehnte unbemerkt entwickeln kann.
- Mittels Autoantikörpertests lässt sich ein erhöhtes Risiko bereits vor dem Auftreten von Symptomen erkennen.
- Über individuelle Risiken, mögliche Früherkennungsuntersuchungen und deren Konsequenzen sollte man sich mit einer Ärztin oder einem Arzt austauschen.
Eine Diagnose nach monatelangen Beschwerden
Kathi Korn lebt seit 14 Jahren mit Typ-1-Diabetes. Bis zur Diagnose vergingen bei ihr rund sechs Monate. In dieser Zeit litt sie unter starkem Durst, Gewichtsverlust, häufigem Harndrang, Müdigkeit und verschwommenem Sehen. Mehrere Ärztinnen und Ärzte brachten diese Symptome nicht mit einem gestörten Blutzuckerstoffwechsel in Verbindung. Am Ende landete sie mit einer schweren Ketoazidose auf der Intensivstation und war bei der Diagnosestellung kaum noch ansprechbar.
Eine Ketoazidose entsteht, wenn dem Körper Insulin fehlt und er stattdessen Fett zur Energiegewinnung abbaut. Dabei bilden sich Ketonkörper, die das Blut übersäuern. Unbehandelt kann dieser Zustand lebensbedrohlich werden.
Dr. Reschke kennt solche Verläufe auch aus seiner Klinik. Kinder und Jugendliche kommen mitunter mit vermuteter Blinddarmentzündung oder einem Asthmaanfall in die Klinik, bevor sich ein Typ-1-Diabetes als eigentliche Ursache herausstellt. Grund dafür ist laut Dr. Reschke die unspezifische Symptomatik: „Wer denkt da an eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels, der jetzt sozusagen nicht damit konfrontiert ist.“ Auch ein auffälliges, vertieftes Atemmuster kann auf eine fortgeschrittene Übersäuerung des Blutes hindeuten.
Aufzeichnung des Diabetes-Dialogs hier anschauen
Die wichtigsten Warnzeichen
Nach Einschätzung von Dr. Reschke lassen sich vier zentrale Symptome benennen, die unabhängig vom Lebensalter auf einen möglichen Typ-1-Diabetes hindeuten können:
- starker Durst und vermehrtes Trinken
- häufiges Wasserlassen
- Abgeschlagenheit
- ungewollter Gewichtsverlust
Hinzu können Begleiterscheinungen wie Kopf- oder Bauchschmerzen sowie Stimmungsschwankungen kommen. Treten die vier Kernsymptome gemeinsam auf, sollte laut Dr. Reschke an eine Stoffwechselerkrankung gedacht werden – Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter.
Ein Prozess, der Jahre dauern kann
Typ-1-Diabetes beginnt nicht erst mit den ersten spürbaren Symptomen. Ursache der Erkrankung ist ein Fehler des körpereigenen Immunsystems, das die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse fälschlicherweise als fremd erkennt und angreift. Dieser Prozess beginnt nach Angaben von Dr. Reschke häufig bereits in den ersten Lebensjahren und kann sich über Jahre oder Jahrzehnte hinziehen, bevor die Erkrankung klinisch sichtbar wird.
Mittlerweile lässt sich dieser Autoimmunprozess durch die Messung sogenannter Autoantikörper im Blut nachweisen, lange bevor Betroffene erste Beschwerden bemerken. Auf diesen frühen Nachweis kann in einem weiteren Stadium eine Phase folgen, in der bereits Zuckerschwankungen auftreten, ohne dass sie klinisch spürbar sind. Erst danach zeigen sich die typischen Symptome.
Nach Einschätzung von Dr. Reschke bietet dieses Wissen die Chance, betroffene Menschen bereits vor dem Ausbruch der Erkrankung zu informieren und auf mögliche Frühinterventionen vorzubereiten. Eine solche kann den Ausbruch der Erkrankung unter Umständen um mehrere Jahre hinauszögern. Wichtig sei dabei, dass die Entscheidung für eine Früherkennungsuntersuchung freiwillig bleibe und auf einer fundierten Aufklärung basiere.
Auch eine familiäre Vorbelastung schützt laut Dr. Reschke nicht automatisch vor einer schweren Ketoazidose bei Ausbruch der Erkrankung. Untersuchungen seiner Klinik zeigten, dass selbst in Familien, in denen bereits ein Mitglied mit Typ-1-Diabetes lebt, ein fundiertes Wissen über die Erkrankung keineswegs selbstverständlich ist.
Diabetes-Dialog im Rahmen der Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7 PLUS“:
Der Diabetes-Dialog ist ein interaktives Talk-Format der bundesweiten Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7 PLUS“. Diese klärt seit über 20 Jahren Menschen mit Diabetes und deren Umfeld auf, motiviert und stärkt. Getragen vom Unternehmen Sanofi, schafft die Initiative Raum für Austausch, Verständnis und wissenschaftlich fundierte Informationen – nahbar, praxisorientiert und immer im Dialog mit der Community. Der Diabetes-Anker ist Medienpartner der Initiative.
Offener Umgang gegen Stigmatisierung
Kathi Korn geht heute bewusst offen mit ihrer Erkrankung um und trägt Insulinpumpe und Glukosemesssystem sichtbar. „Was sichtbar ist, kann irgendwann zur Normalität werden“, sagte sie im Gespräch. Damit wolle sie der Stigmatisierung entgegenwirken, die Menschen mit Diabetes nach ihrer Erfahrung nach wie vor häufig erleben.
Auf Social Media bezeichnet sie sich selbst als Gesundheitskommunikatorin. Ihr Ziel sei es, komplexes medizinisches Wissen in einfacher Sprache verständlich zu machen. Nach eigener Aussage war die Diagnose für sie zunächst ein Schock, auch weil ihr behandelnder Arzt ihr wenig Zuversicht mitgab: Leistungssport und eine spätere Schwangerschaft seien mit der Erkrankung kaum vereinbar, hieß es damals. Heute ist Kathi Korn erfolgreiche Tischtennisspielerin und Mutter.
Was Früherkennung verändert hätte
Auf die Frage, was ein früherer Autoantikörpertest für sie bedeutet hätte, antwortete Kathi Korn, sie hätte vor allem Zeit gewonnen, um sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, sich psychisch darauf vorzubereiten und ihr Umfeld einzubeziehen. Statt in einem schweren körperlichen Zustand in die Diagnose zu geraten, hätte sie sich nach eigenen Worten gefasster damit auseinandersetzen können.
Dr. Reschke ergänzte, eine frühere Einordnung der Symptome hätte im Fall von Kathi Korn die schwere Stoffwechselentgleisung vermutlich verhindern können, auch wenn der Ausbruch der Erkrankung selbst nicht aufzuhalten gewesen wäre.
von Gregor Hess
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mr postete ein Update vor 20 Stunden, 16 Minuten
Hallo,
Ich bin neu hier.
Seit gut zwei Jahren Typ 1 Diabetikerin.
Ich würde mich gerne austauschenmulti postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 2 Wochen
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliver- gunnar83 antwortete vor 4 Tagen, 2 Stunden
Hey Oliver, kannst mich gerne mal anschreiben. Viele Grüße
Gunnar - olivers antwortete vor 3 Tagen, 22 Stunden
@gunnar83: hallo, aktuell im Frankfurter Raum. Wir können aber gerne mal ein Treffen organisieren, zwecks Austausch.
Viele Grüße
Oliver - brandt antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo Oliver, auch ich bin Typ 3c und würde mich gern mit dir ein wenig per Mail mit dir austauschen, wenn du magst. Bin vor 15 Jahren mit Kausch-Whipple auf “Verdacht” operiert worden – war aber kein Krebs, sondern “nur” eine Pankreatitis (AIP), also eine Fehldiagnose (hätte keiner OP bedurft, also kein Diabetes als Folge).




