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Diabetes Typ 3 – (k)ein unbekanntes Wesen
2 Minuten
Beim Diabetes Typ 3 gibt es eine Einteilung in 8 Untergruppen. Die Einteilung richtet sich im Wesentlichen nach den möglichen Ursachen der Erkrankung. Einige dieser Formen sind aber extrem selten. Näheres kann man auf der Website des Diabetes-Informationsdienstes-München nachlesen.
Der Diabetes Typ 3c tritt u.a. als Folgeerkrankung nach einer Operation oder einer Verletzung der Bauchspeicheldrüse auf. Bei Dieter wurde 6 Monate nach einer Bauchspeicheldrüsen-OP die Diagnose Diabetes Typ 3c gestellt.
Das Interview mit Dieter
Dieter, was war Dein erster Gedanke, als Du die Diagnose Diabetes Typ 3c erhalten hast?
Mein erster Gedanke, ja, das war Panik. Nicht vor dem Diabetes, nein, vor dem Spritzen. Dann erst vor den Folgen des Diabetes. Ich bin damit aufgewachsen, dass mein Vater und ein Großteil seiner Geschwister Diabetes hatten. Bei meinem Patenonkel habe ich dann gesehen, wie er erst den Fuß, dann den Unterschenkel und dann den Oberschenkel verloren hat. Wahrscheinlich ein Grund mit, dass ich heute versuche, meine Zuckerwerte halbwegs normal zu halten.
Wie ist es nach der Diagnose für Dich weitergegangen? Hast Du Dich von den Ärzten gut betreut gefühlt?
Es gibt Ärzte, die über einen Typ-3-Diabetes gar nichts oder nur sehr wenig wissen. Diese Unwissenheit mancher Ärzte ist nicht gut und man muss oft als Patient viel erklären, z.B. dass der Typ-3c-Diabetes genauso wie der Typ 1 immer mit Insulin behandelt wird. Also ist man auf Pen oder Insulinpumpe angewiesen. Für mich war schnell klar, dass ich eine Insulinpumpentherapie möchte.
Ist Dein Wunsch nach einer Insulinpumpentherapie schnell in Erfüllung gegangen?
Nein – denn zunächst hieß es, ich müsse erst einmal mit den Grundlagen der Insulintherapie, Pen, Berechnungen usw. vertraut sein. Insgesamt hat es 3 Jahre gedauert, bis ich Pumpenträger wurde.
Wir haben uns in einer Loopergruppe kennengelernt. Wie schnell hast Du damals Anschluss an die „Diabetes-Community“ gefunden?
Das war im Anfang schwierig. Es gab Gruppen, die mich als Typ 3c nicht dabeihaben wollten. Nach dem Motto, ich hätte ja keinen „richtigen Typ-1-Diabetes“. Aber inzwischen habe ich Anschluss in Gruppen gefunden.
Aus Gesprächen mit Dir weiß ich, dass Du neben Insulin auch noch auf Enzyme angewiesen bist. Kannst Du das kurz erklären?
Je nachdem, welche Ursache der Typ-3-Diabetes hat, ist man auf die Einnahme von Lipase angewiesen. Lipase ist ein Enzym zur Fettverdauung. Wenn Lipase fehlt, hat das Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das dann wiederum Auswirkungen auf den Blutzuckerverlauf. Ein sehr kompliziertes Zusammenspiel, welches die Diabetestherapie nicht gerade einfach gestaltet.
Dieter, vielen Dank für das Gespräch.
Mein persönliches Fazit:
Bevor ich Dieter kennengelernt habe, wusste ich wenig über Diabetes Typ 3.
Wenn man an Typ-3c-Diabetes erkrankt ist, unterscheidet sich das nicht von einer Erkrankung mit Typ 1. Manche Menschen mit Typ-3-Diabetes haben aufgrund einer Fettstoffwechselstörung sogar noch mehr Therapieaufwand als ein Mensch mit Typ-1-Diabetes. Solidarität innerhalb der Diabetes-Community darf keine „Typ-Frage“ sein.
Christins Erfahrungsbericht: Diabetes Typ 3 – der Weg zur Diagnose
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 13 Stunden, 38 Minuten
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!