- Behandlung
Eingeschrieben im DMP – besser behandelt?
4 Minuten
Etwa 4,5 Mio. Diabetiker sind in ein DMP eingeschrieben – in ein Disease-Management-Programm Diabetes. Das sind über die Hälfte der laut Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) genannten 7,6 Mio. Diabetiker. Immerhin sind seit der Einführung der Programme 15 Jahre vergangen. Und stetig, aber nur in kleinen Schritten nimmt die Beiteiligungsquote zu. Aber etwa 3 Mio. Diabetiker wollen kein DMP. Hinter diesen beiden “Lagern” stehen unterschiedliche Versorgungssysteme!
Wer sich nicht in ein Diabetes-Behandlungs-Programm (“DMP”) eingeschrieben hat, der hat trotzdem die Freiheiten des Gesundheitssystems wie freie Arztwahl, keinerlei Verpflichtungen, und er darf auch sozialrechtlich nicht schlechter behandelt werden. Ob sich alle Nichtteilnehmer bewusst gegen die Teilnahme entschieden haben? Sicher nicht, denn es gibt unter den Hausärzten Ärzte, die sich nicht in die Programme eingeschrieben haben; oder die eingeschrieben sind, aber die DMP (wie für Typ-2-Diabetes) bei ihren Patienten möglichst nicht erwähnen.
Wieso manche Ärzte DMP ablehnen
Die Gründe für diese aktive oder passive Nichtteilnahme von Hausärzten:
- Man lehnt die Bürokratie ab (regelmäßige Datenerhebung, Datenversand).
- Man hat es schon immer richtig gemacht, auch ohne DMP.
- Oder man lehnt einfach die “Gängelei” durch die Krankenkassen ab.
Die Krankenkassen sind nämlich die Disease-Manager und sie erhalten für jeden eingeschriebenen Patienten einen bestimmten Betrag aus dem Risikostrukturausgleich. Das waren z. B. für das letzte Jahr 146,16 Euro. Damit bezahlen die Krankenkassen u. a. den “Koordinierenden Ärzten” den Aufwand für die Dokumentationen.
“Koordinierende Ärzte”, das sind für die Typ-2-Diabetiker die Hausärzte und für die Typ-1-Diabetiker die Diabetologen aus diabetologischen Schwerpunktpraxen. Wird ein Typ-2-Diabetiker zur zeitweisen Mitbetreuung an die Schwerpunktpraxis überwiesen, so erhält der Diabetologe dafür eine zusätzliche pauschalierte Vergütung. Das DMP-System steht, hat sich etabliert und wird in kleinen Schritten weiterentwickelt.
Der Nutzen für die Teilnehmer?
Eigentlich wird im DMP regelmäßig das kontrolliert, was längst zum Standard gehört wie
- HbA1c,
- Blutdruck,
- Niere (wegen Nephropathie),
- Füße,
- Augen (durch einen Augenarzt),
- richtige Medikamenteneinnahme und -gabe (u. a. Injektionsstellen).
Und den Patienten wird dringend die Teilnahme an einer adäquaten Schulung empfohlen.
Der eigentliche Nutzen der Programme liegt an der Regelmäßigkeit und dem festen Dokumentationsraster. Ärzte wie Patienten sind daran gebunden, z. B. an vierteljährliche/halbjährliche Termine; bei wiederholter Nachlässigkeit (oder Schulungsverweigerung) kann es zum Ausschluss aus den Programmen kommen. Ohne die Einbindung in derartige Raster werden im oft hektischen Praxisbetrieb bestimmte Leistungen bei chronisch Kranken vergessen oder unterlassen – “die sind eh immer da”.
Und läuft dann doch etwas allmählich aus dem Ruder, erkennt man die Verschlechterungen zu spät: Diabetesfolgen sind schon da. Zeigen sich andererseits bei den regelmäßigen DMP-Terminen Verschlechterungen, dann kann man meist rechtzeitig reagieren, Therapiemaßnahmen einleiten – und an die spezialisierten Einrichtungen überweisen.
Letzteres gehört auch zu den großen Nutzenaspekten im DMP: Um die koordinierenden Ärzte (s. o.) ist ein Netz von Einrichtungen gespannt, die wiederum ebenso definierte Qualitätskriterien erfüllen müssen; denn nur bei Erfüllung der Qualitätsanforderungen können sie vertraglich zugelassen werden. Vor allem geht es dabei um “auf die Behandlung des diabetischen Fußes spezialisierte Einrichtungen” (ambulant/stationär) und um “geeignete Krankenhäuser”.
Worauf muss ich achten?
Wie immer im Leben hat alles auch eine andere Seite. Und so gibt es bei den DMPs Kritikpunkte bzw. Punkte, die es zu verbessern gilt – und auch Punkte, auf die man als Patient achten sollte. Seit dem Start der DMPs stellt die medikamentöse Therapie einen Streitpunkt dar. Heißt es doch in den Rechtsverordnungen DMP: “Nutzen und Sicherheit folgender Medikamente sind in prospektiven, randomisierten, kontrollierten Langzeit-Studien nachgewiesen: Metformin, Sulfonylharnstoffe und Human-Insulin” (Typ-2-Diabetes).
Diese Medikamente sollen auch primär verordnet werden. Entsprechend für den Typ-1-Diabetes ist es Human-Insulin.
Natürlich kann der Arzt im DMP alle zugelassenen modernen Insuline oder oralen Antidiabetika verordnen: Aber der Patient ist darüber zu informieren, dass eben noch keine Studien zur Sicherheit im Langzeitgebrauch vorliegen! Das alles heißt noch lange nicht, dass die Patienten ein Anrecht auf die Verschreibung der modernen Antidiabetika haben.
Verordnungsquote für Medikamente
Da die modernen Medikamente, solange sie unter Patentschutz stehen, meist wesentlich teurer sind, hat man dagegen schon seit langem die Bremse getreten: Die Kassenärzte bekommen von ihren Kassenärztlichen Vereinigungen genaue Vorgaben für die mögliche Verordnungsquote dieser Medikamente! Und dies betrifft genauso Versicherte, die nicht im DMP sind.
Haben sich Arzt und Patient gemeinsam davon überzeugt, dass der Umstieg auf ein neues Medikament zur besseren Einstellung oder Verträglichkeit führte, dann hat man ein entscheidendes Argument für die Verordnung! Im Gegenzug müsste man die “Rückumstellung” auf das vorhergehende Medikament akzeptieren, wenn keine Verbesserung feststellbar ist.
Beim Typ-1-Diabetes koordiniert der Diabetologe, beim Typ 2 der Hausarzt
Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der DMPs für die sozialrechtliche Stellung des diabetologisch qualifizierten Arztes bzw. des diabetologisch qualifizierten Krankenhauses. Wie bereits erwähnt, sind die Diabetologen die koordinierenden Ärzte der Typ-1-Diabetiker. D. h. jeder Betroffene, der sich in das entsprechende DMP einschreibt, hat ein Anrecht auf die regelhafte Diabetesbehandlung beim Diabetologen.
Leider sind die Definitionen für die Anerkennung des diabetologisch qualifizierten Arztes von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich! Damit einhergehende Qualitätsunterschiede sind nicht zu leugnen.
Die Patienten mit Typ-2-Diabetes sind mit ihrem Diabetes regelhaft beim Hausarzt. Die DMPs regeln allerdings ausdrücklich, dass bei bestimmten Verschlechterungen die Überweisung zum Diabetologen erfolgen soll wie bei:
- Neuauftreten mikrovaskuärer Komplikationen (Auge, Niere) oder Neuropathie,
- allen diabetischen Fuß-Verletzungen,
- Nichterreichen des festgelegten HbA1c-Zielwertes.
Es heißt “soll”, und das macht in manchen Fällen doch Probleme: Manch ein Hausarzt zögert vor der Überweisung – dann nämlich, wenn er der Meinung ist, der Diabetologe sei doch auch nur Hausarzt (meist), nur eben mit einer zusätzlichen Diabetes-Fortbildung. So ist die Versuchung manches Mal da, den Patienten doch lieber zum Diabetologen in die Klinik einzuweisen. In diesen Fällen wird es für die Krankenhäuser kritisch, denn ein Umgehen des ambulanten Diabetologen führt schnell zur “Fehlbelegung” – und die Klinik bleibt auf den Kosten sitzen.
Indikationen für Klinikeinweisung sind eng gefasst
Die Krankenkassen versuchen u. a. über den Hebel der Diabetes-Behandlungs-Programme, die Einweisungen zur Diabetesbehandlung möglichst zu vermeiden. So sind die Indikationen zur Einweisung in ein geeignetes Krankenhaus eng gefasst und werden kritisch geprüft:
Gründe fürs Krankenhaus
- bedrohliche Stoffwechselentgleisung
- häufige nächtliche Hypoglykämien sowie Hypoglykämie-Warhehmungsstörung
- bedrohliche Fußverlertzung
- Diabetes-Begleit-und-Folgekrankheiten
Beim Typ-1-Diabetes ist es dann vor allem auch die (ketoazidotische) Erstmanifestation, sprich die notfallmäßige Einweisung ins Krankenhaus mit völlig überhöhten Blutzuckerwerten – und einem bis dahin unbekannten Diabetes.
In der Realität erweist sich der Teil Klinikeinweisung als besonderer Schwachpunkt im DMP. In die DMP-Verträge der Krankenkassen sind in allen Bundesländern geeignete Kliniken eingebunden. Abgesehen davon, dass die Kriterien dafür dringend überarbeitet werden müssten, werden Patienten mit Diabetes einfach in das nächste Krankenhaus eingewiesen. Oft fehlt schlicht die Kenntnis darüber, welches Krankenhaus auf der Liste “geeignet” steht!
Fazit: DMP-Teilnahme ist zu empfehlen
Alles in allem kann man jedem Menschen mit Diabetes empfehlen, sich in ein DMP einzuschreiben. Die Patienten profitieren besonders, die gut informiert sind und mit kritischen Augen ihren Weg durch das Versorgungssystem DMP verfolgen.
Schwerpunkt Diabetes-Versorgung
- Eingeschrieben im DMP – besser behandelt?
- Bin ich hier richtig? So checken Sie Ihre Schwerpunktpraxis
- Zum Hausarzt? Oder doch zum Diabetologen?
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (6) Seite 18-21
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 12 Stunden, 5 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 7 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 5 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 1 Tag, 2 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 12 Stunden, 31 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 12 Stunden, 7 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 17 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
