eRezept – Fragen und Antworten

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eRezept – Fragen und Antworten

Das elektronische Rezept steht in den Startlöchern. Anfang 2022 soll es in Deutschland kommen – in manch anderem europäischen Land ist es längst eingeführt. Antworten, welche Vorteile und Gefahren mit der digitalen Rezept-Variante verbunden sind, gibt es hier.

Pünktlich zum neuen Jahr 2022 soll es kommen – das elektronische Rezept, kurz: ­eRezept. In Deutschland ist es bisher eher wenig bekannt, andere europäische Länder wie Norwegen, Schweden oder Italien haben es bereits seit einigen Jahren eingeführt. Spitzenreiter ist Finnland, dort ist das eRezept bereits seit Jahren gelebte Realität, Papier-Rezepte gibt es nicht mehr.

Seit dem 1. Juli 2021 können Ärztinnen und Ärzte in einigen Regionen in Deutschland das eRezept im Rahmen einer Testphase ihren Patienten ausstellen. Dafür hat die Gematik, die „Nationale Agentur für Digitale Medizin“, eines der größten IT-Projekte ins Leben gerufen. Das Ziel: Die Gesundheitsversorgung von 70 Millionen Versicherten in Deutschland soll in ein neues Zeitalter geführt, vor allem aber einfacher und flexibler gestaltet werden.

Die App zum eRezept

Für den digitalen Weg stellt die Gematik eine eigene App, die eRezept-App (im Apple-App-Store und im Google-Play-Store bereits erhältlich) zur Verfügung. Mit dieser App ist es möglich, nicht nur die eigenen Daten zu verwalten, sondern auch Familienmitglieder mit einzuspeichern, damit zum Beispiel Eltern die Rezepte ihrer Kinder einsehen und einlösen können.

Weitere Informationen: www.das-e-rezept-fuer-deutschland.de

Röntgenbilder und Laborbefund des letzten Arztbesuchs sollen dann nicht mehr im Schrank des Hausarztes schlummern, sondern medizinische Informationen, die für eine bessere Versorgung der Patienten notwendig sind, schneller und mit weniger Lücken bei z. B. Ärzten und Apotheken verfügbar sein.

Was ist denn eigentlich das elektronische Rezept und was macht es so besonders? Grundsätzlich bleibt das eRezept erst einmal eine Verordnung des Arztes für zum Beispiel verschreibungspflichtige Medikamente und entspricht damit in seiner Funktion dem alten rosa­farbenen Papierrezept. Es wird lediglich aus dem Papier ein digitaler Datensatz. Neu mit dem eRezept ist aber die Möglichkeit für den Patienten, das Rezept nicht mehr persönlich in die Apotheke bringen zu müssen, sondern es auch elektronisch über ­Handy, ­Tablet oder Computer zusenden zu können.

Wie funktioniert das eRezept?

Der Arzt kann ein digitales Rezept im Rahmen einer Behandlung oder auch als Folgeverordnung ausstellen. In der Praxis wird das Rezept digital unterschrieben (elektronisch signiert) und dann auf den eRezept-Server der Gematik gesendet.

Gleichzeitig bekommt der Patient entweder einen digitalen Schlüssel (2D-Code) auf das Smartphone oder einen Ausdruck auf Papier. Damit kann der Patient in die Apotheke vor Ort gehen oder das „Rezept“ völlig kontaktlos an eine Apotheke schicken. Die Apotheke kann dann wiederum mit dem Schlüssel des Patienten das eRezept aus dem digitalen Tresor abrufen und weiterverarbeiten und die Arzneimittel per Botendienst oder als Paket an den Patienten senden.

Welche Vorteile bringt das eRezept?

Für die Patienten bedeutet das digitale Rezept zukünftig weniger Aufwand und mehr Flexibilität. Das Rezept kann vor Ort oder von zu Hause eingelöst werden. Für viele ältere Patienten, aber auch für Familien bedeutet das Zeitersparnis und einfachen Zugang zu den Arzneimitteln, ohne eine Apotheke aufsuchen zu müssen.

Auch das Teilen mit Freunden, Familie und Helfern ist möglich, damit die Medikamente bei Bedarf aus der Apotheke mitgebracht werden können. Das spart Zeit, die für uns alle immer kostbarer wird, und Wege, die nicht mehr alle gehen können. Auch doppelte Wege lassen sich vermeiden, wenn ein Arzneimittel nicht sofort verfügbar ist.

Der persönliche Ansprechpartner mit der Apotheke vor Ort bleibt aber erhalten. Und wenn man das direkte Gespräch sucht oder Menschen treffen möchte, ist die Variante mit dem elektronischen Rezept auf dem Mobiltelefon viel einfacher. „Es kommt nicht darauf an, dass man diesen einen wichtigen Zettel dabeihat“, sagt eine Patientin. Die Wahl der Apotheke liegt natürlich weiterhin bei den Patienten und ist völlig frei.

Was bedeutet das eRezept für die Apotheke?

Manches wird in der Apotheke mit der Einführung anders werden, vor allem aber schneller. Das Rezept muss nicht mehr kompliziert eingelesen werden, wenn ein Patient eine Apotheke besucht. Ein Abscannen des 2D-Codes reicht, um alle Informationen zu erhalten. Das schafft Raum für das persönliche Gespräch, das Überprüfen der Arzneimittel und den einen oder anderen Tipp.

Außerdem hat es auch für die Apotheke Vorteile, wenn die Patienten ihre Rezepte digital vorab schicken. Immerhin lässt sich nicht alles direkt vorrätig halten. Arzneimittel mit sehr hohen Preisen oder kurzen Verfallsdaten können so einfacher bestellt werden, bevor die Patienten in die Apotheke kommen. Das hat ­Vorteile für beide Seiten.

Gibt es weiterhin noch das rosa Papierrezept?

Nicht aus nostalgischen, sondern eher aus organisatorischen Gründen wird man auch nach dem Januar 2022 noch Papierrezepte finden. Wenn das System ausfällt, werden im Notfall weiterhin die alten Papierrezepte ihre Gültigkeit behalten. Auch Privatpatienten müssen sich noch gedulden, bis sie auf ein eRezept zurückgreifen können. Denn neben den vielen Sonderformularen für Hilfsmittel und bestimmte Arzneimittel werden auch die Privatrezepte erst zu einem späteren Zeitpunkt umgestellt. Ganz weg ist es also nicht – das rosafarbene Papierrezept …

Gibt es Gefahren durch das eRezept?

Immer, wenn wir es in Deutschland mit Daten, insbesondere mit unseren sensiblen Gesundheitsdaten, zu tun haben, werden wir hellhörig. Bei einem so großen Projekt wie der Digitalisierung des Rezepts und auch anderer Strukturen im Gesundheitswesen gibt es sicher auch Bedenken. Die Gematik hat eigens für das Gesundheitswesen ein sicheres Gesundheitsnetzwerk – die Telematikinfrastruktur – aufgebaut, in dem die Daten gespeichert werden. Dort finden sich neben den ­eRezept-Daten zukünftig auch auf Wunsch der elektronische Medikationsplan und die Patientenakte neben weiteren Anwendungen.

Um die Daten sicher in diesem Netzwerk zu speichern, hat der Gesetzgeber sie durch ein technisches Modul geschützt. Die Patienten benötigen für das Einlösen des eRezepts einen Schlüssel, den die Ärzte erzeugen und den die Patient an die Apotheke übergeben müssen. Nur mit diesem Schlüssel ist es möglich, die Daten abzurufen. Zusätzlich müssen auch der Arzt und die Apotheken jeweils einen weiteren Schlüssel besitzen, damit sie überhaupt an dieses Netzwerk angeschlossen werden können. Diese Schlüssel sind keine 2D-Codes mehr, sondern werden durch technische Einrichtungen in der Apotheke und beim Arzt bereitgestellt.

Damit ist sichergestellt, dass nur die Beteiligten dieses Gesundheitsnetzwerks überhaupt die sensiblen Gesundheitsdaten einsehen können. Und spätestens nach 100 Tagen werden sie automatisch gelöscht – zumindest die Daten des ­eRezepts.


von Marc Kriesten

Marc Kriesten ist Apotheker und führt die „ׅGlückauf Apotheke“ in Dinslaken. Er ist spezialisiert auf Digitalisierung und KI-Anwendungen im Apothekenwesen und in verschiedenen Netzwerken aktiv, u.a. im AByou Network für für junge Apothekerinnen und Apotheker.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (12) Seite 24-25

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  • kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 6 Stunden

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
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  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?