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HbA1c-Wert – was sagt er wirklich aus?
3 Minuten
Täglich wird der Langzeitzuckerwert HbA1c in der Praxis gemessen und bildet oft die Grundlage für Therapieentscheidungen. Aber ist der HbA1c-Wert tatsächlich so eindeutig zu bewerten? Was meinen die Experten? Können sich Ärzte auf die Laborwerte verlassen?
Der HbA1c-Wert hat eine lange Geschichte: Bereits 1968 entdeckte Professor Samuel Rahbar aus Teheran (Iran), dass Diabetiker erhöhte HbA1c-Werte aufweisen. Aber erst im Jahr 1975 schlugen Ronald J. Koenig und Anthony Cerami vor, den HbA1c-Wert als Maß der Stoffwechselkontrolle zu verwenden. Noch einmal 16 Jahre dauerte es, bis es Anfang der 1990er Jahre den ersten kommerziell verfügbaren Test gab. Heute ist die Bestimmung des HbA1c-Werts Standard in der Diabetesbetreuung. Lange wurde der HbA1c-Wert in der Einheit Prozent angegeben, auch heute meist noch. Aber bereits im Jahr 2008 wurde empfohlen, den Langzeitzuckerwert in der Einheit mmol/mol anzugeben. Seit 2010 dürfen Ärzte den Wert auch zur Diagnose eines Diabetes verwenden.
Stabile Verbindung mit Zucker
Bis ein Molekül des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und ein Molekül Traubenzucker (Glukose) eine untrennbare Verbindung eingegangen sind, erfolgt ein Zwischenschritt: Die beiden Moleküle verbinden sich zu einem instabilen Aldimin, das sich auch wieder in seine beiden Teile trennen kann. Erst sechs Stunden später wird, wenn die Zuckerwerte hoch bleiben, aus dem Aldimin ein stabiles Ketoamin – dessen Menge dann in Form des HbA1c-Werts regelmäßig beim Arzt gemessen werden kann. Und es geht noch weiter, erklärt Dr. Andreas Thomas aus Pirna: „Mit dem HbA1c ist es ja noch nicht zu Ende.“ Denn durch weitere chemische Vorgänge im Körper entstehen „Advanced Glycation Endproducts“, die im Körper Schaden anrichten können.
Krankheiten, Medikamente und Alkohol beeinflussen das HbA1c
Der HbA1c-Wert unterliegt vielen Einflüssen, die das Messergebnis verändern und damit seine Aussage abschwächen können. Zu diesen Faktoren gehören zum Beispiel eine veränderte Lebensdauer der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und auch Erkrankungen oder Anomalien des Hämoglobins. Andere Erkrankungen wie eine Nierenschwäche oder eine Gelbsucht beeinflussen ebenfalls das HbA1c. Aber auch Medikamente wie Acetylsalicylsäure, vielen bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin, und Alkohol können sich in den Messergebnissen bemerkbar machen.
Abweichungen bis zu 18 Prozent – erlaubt
Aber es gibt noch weitere Probleme bei der HbA1c-Messung, sagt Professor Dr. Cornelia Haug aus Ulm: zum einen die unterschiedlichen Messmethoden, zum anderen offiziell erlaubte Abweichungen vom Referenzwert. So sind bei den Messungen für die externe Qualitätssicherung Abweichungen vom Referenzmethodenwert bis zu 18 Prozent erlaubt. Liegt der Referenzwert zum Beispiel bei 6,54 Prozent (48 mmol/mol), darf das Labor einen Wert zwischen 5,75 und 7,33 Prozent (39,4 und 56,6 mmol/mol) messen – und hat die Kontrolle bestanden. Solche Abweichungen können bedeuten, dass Änderungen der Diabetestherapie überlegt werden – obwohl sie unter Umständen gar nicht nötig wären. Diabetologe Dr. Matthias Kaltheuner aus Leverkusen meint dazu: „Ich frage mich an jedem Arbeitstag, ob die Werte wirklich stimmen.“ Und Dr. Andreas Thomas merkt kritisch an: „Klar, das HbA1c ist der Goldstandard der Diabetologie. Ist es das wirklich?“
Schummelei im Tagebuch
Schwierig wird die Interpretation des HbA1c-Werts oft auch dadurch, dass HbA1c-Wert und die im Tagebuch notierten Blutzuckerwerte nicht zusammenpassen, hat Kaltheuner beobachtet: „Das, was im Tagebuch steht, ist nicht immer Realität.“ Ursachen dafür gibt es viele: Wer stark schwankende Blutzuckerwerte hat und nicht oft misst, sieht nicht, wenn zwischen den Messungen die Verläufe unerwartet sind. Mitunter gibt es nach Erfahrung des Diabetologen auch Diabetiker, die gar nicht messen, sondern ihre Werte nur schätzen und ins Tagebuch eintragen. Nur Werte einzutragen, die einem gefallen, und unerwünschte Werte einfach wegzulassen, ist eine dritte Variante. Solche Diskrepanzen lassen sich aufklären, wenn Blutzuckermessgeräte in den Arztpraxen ausgelesen werden. Auch eine kontinuierliche Glukosemessung kann die Lösung bringen. Trotzdem kann es passieren, dass man trotz aller Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, keine Antwort findet. Dann ist der Patient möglicherweise ein Hoch- oder Niedrigglykierer.
„Bei der Behandlung des Diabetes mellitus wird als langfristiger Stoffwechselparameter der HbA1c-Wert benutzt, um die Höhe der Plasmaglukose über einen längeren Zeitraum zu bestimmen. Da der HbA1c-Wert Ausdruck einer Plasmaglukoseexposition der Erythrozyten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen ist, können kurzfristige Stoffwechselveränderungen oder die Wirksamkeit einer Therapieanpassung kaum beurteilt werden.“
(Quelle: Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes. Langfassung, zuletzt geändert: April 2014)
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Tagen, 20 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 3 Tagen, 11 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.