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HbA1c-Wert – was sagt er wirklich aus?
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Täglich wird der Langzeitzuckerwert HbA1c in der Praxis gemessen und bildet oft die Grundlage für Therapieentscheidungen. Aber ist der HbA1c-Wert tatsächlich so eindeutig zu bewerten? Was meinen die Experten? Können sich Ärzte auf die Laborwerte verlassen?
Der HbA1c-Wert hat eine lange Geschichte: Bereits 1968 entdeckte Professor Samuel Rahbar aus Teheran (Iran), dass Diabetiker erhöhte HbA1c-Werte aufweisen. Aber erst im Jahr 1975 schlugen Ronald J. Koenig und Anthony Cerami vor, den HbA1c-Wert als Maß der Stoffwechselkontrolle zu verwenden. Noch einmal 16 Jahre dauerte es, bis es Anfang der 1990er Jahre den ersten kommerziell verfügbaren Test gab. Heute ist die Bestimmung des HbA1c-Werts Standard in der Diabetesbetreuung. Lange wurde der HbA1c-Wert in der Einheit Prozent angegeben, auch heute meist noch. Aber bereits im Jahr 2008 wurde empfohlen, den Langzeitzuckerwert in der Einheit mmol/mol anzugeben. Seit 2010 dürfen Ärzte den Wert auch zur Diagnose eines Diabetes verwenden.
Stabile Verbindung mit Zucker
Bis ein Molekül des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und ein Molekül Traubenzucker (Glukose) eine untrennbare Verbindung eingegangen sind, erfolgt ein Zwischenschritt: Die beiden Moleküle verbinden sich zu einem instabilen Aldimin, das sich auch wieder in seine beiden Teile trennen kann. Erst sechs Stunden später wird, wenn die Zuckerwerte hoch bleiben, aus dem Aldimin ein stabiles Ketoamin – dessen Menge dann in Form des HbA1c-Werts regelmäßig beim Arzt gemessen werden kann. Und es geht noch weiter, erklärt Dr. Andreas Thomas aus Pirna: „Mit dem HbA1c ist es ja noch nicht zu Ende.“ Denn durch weitere chemische Vorgänge im Körper entstehen „Advanced Glycation Endproducts“, die im Körper Schaden anrichten können.
Krankheiten, Medikamente und Alkohol beeinflussen das HbA1c
Der HbA1c-Wert unterliegt vielen Einflüssen, die das Messergebnis verändern und damit seine Aussage abschwächen können. Zu diesen Faktoren gehören zum Beispiel eine veränderte Lebensdauer der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und auch Erkrankungen oder Anomalien des Hämoglobins. Andere Erkrankungen wie eine Nierenschwäche oder eine Gelbsucht beeinflussen ebenfalls das HbA1c. Aber auch Medikamente wie Acetylsalicylsäure, vielen bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin, und Alkohol können sich in den Messergebnissen bemerkbar machen.
Abweichungen bis zu 18 Prozent – erlaubt
Aber es gibt noch weitere Probleme bei der HbA1c-Messung, sagt Professor Dr. Cornelia Haug aus Ulm: zum einen die unterschiedlichen Messmethoden, zum anderen offiziell erlaubte Abweichungen vom Referenzwert. So sind bei den Messungen für die externe Qualitätssicherung Abweichungen vom Referenzmethodenwert bis zu 18 Prozent erlaubt. Liegt der Referenzwert zum Beispiel bei 6,54 Prozent (48 mmol/mol), darf das Labor einen Wert zwischen 5,75 und 7,33 Prozent (39,4 und 56,6 mmol/mol) messen – und hat die Kontrolle bestanden. Solche Abweichungen können bedeuten, dass Änderungen der Diabetestherapie überlegt werden – obwohl sie unter Umständen gar nicht nötig wären. Diabetologe Dr. Matthias Kaltheuner aus Leverkusen meint dazu: „Ich frage mich an jedem Arbeitstag, ob die Werte wirklich stimmen.“ Und Dr. Andreas Thomas merkt kritisch an: „Klar, das HbA1c ist der Goldstandard der Diabetologie. Ist es das wirklich?“
Schummelei im Tagebuch
Schwierig wird die Interpretation des HbA1c-Werts oft auch dadurch, dass HbA1c-Wert und die im Tagebuch notierten Blutzuckerwerte nicht zusammenpassen, hat Kaltheuner beobachtet: „Das, was im Tagebuch steht, ist nicht immer Realität.“ Ursachen dafür gibt es viele: Wer stark schwankende Blutzuckerwerte hat und nicht oft misst, sieht nicht, wenn zwischen den Messungen die Verläufe unerwartet sind. Mitunter gibt es nach Erfahrung des Diabetologen auch Diabetiker, die gar nicht messen, sondern ihre Werte nur schätzen und ins Tagebuch eintragen. Nur Werte einzutragen, die einem gefallen, und unerwünschte Werte einfach wegzulassen, ist eine dritte Variante. Solche Diskrepanzen lassen sich aufklären, wenn Blutzuckermessgeräte in den Arztpraxen ausgelesen werden. Auch eine kontinuierliche Glukosemessung kann die Lösung bringen. Trotzdem kann es passieren, dass man trotz aller Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, keine Antwort findet. Dann ist der Patient möglicherweise ein Hoch- oder Niedrigglykierer.
„Bei der Behandlung des Diabetes mellitus wird als langfristiger Stoffwechselparameter der HbA1c-Wert benutzt, um die Höhe der Plasmaglukose über einen längeren Zeitraum zu bestimmen. Da der HbA1c-Wert Ausdruck einer Plasmaglukoseexposition der Erythrozyten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen ist, können kurzfristige Stoffwechselveränderungen oder die Wirksamkeit einer Therapieanpassung kaum beurteilt werden.“
(Quelle: Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes. Langfassung, zuletzt geändert: April 2014)
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Tagen, 2 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
