- Behandlung
Intensive Lebensstil-Umstellung hilft bei hohem Diabetes-Risiko
2 Minuten
Menschen sprechen unterschiedlich gut auf Präventionsmaßnahmen an. Typ-2-Diabetes lässt sich nicht in jedem Fall durch gesunde Ernährung und Bewegung abwenden. Bei Prädiabetes mit Risikofaktoren wie Fettleber und verminderter Insulinsekretion ist eine intensivierte Lebensstilumstellung jedoch wirksam. Dies zeigen die Ergebnisse einer Präventionsstudie, die auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vorgestellt wurde.
In welchem Maß kann die Umstellung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und mehr körperlicher Bewegung das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes günstig beeinflussen? In wieweit ist das Ansprechen auf präventive Maßnahmen abhängig von der individuellen Ausprägung des Prädiabetes? Diese Fragen untersucht die ‚Prädiabetes Lebensstil Interventionsstudie (PLIS)‘, die unter Federführung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung DZD durchgeführt wurde.
Ernährungsumstellung und Bewegungsprogramm
1.160 Menschen mit einer Diabetes-Vorstufe nahmen an der Studie teil und wurden entsprechend ihres Risikos für eine Verschlechterung hin zu ausgeprägtem Typ-2-Diabetes in zwei Gruppen eingeteilt:
- Niedrig-Risiko-Gruppe: erhöhte Nüchtern-Glukosewerte, aber normale Insulinsekretion, keine Insulinresistenz, keine Fettleber.
- Hoch-Risiko-Gruppe: gestörte Insulinsekretion oder Insulinresistenz, Fettleber.
In einem Zufallsverfahren wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Gruppen jeweils unterschiedlichen Interventions-Programmen zugeteilt: Menschen mit niedrigem Risiko erhielten entweder keine oder eine konventionelle Lebensstilintervention. Diese umfasste eine Diät mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion von mindestens fünf Prozent sowie ein Bewegungsprogramm mit drei Stunden körperlicher Aktivität pro Woche und einer Wegstrecke von fünf Kilometern am Tag.
Viel hilft viel – auch bei Lebensstilumstellung?
Die Gruppe mit erhöhtem Risiko erhielt entweder eine konventionelle Lebensstilintervention, wie oben beschrieben, oder ein intensiviertes Programm mit Diät, sechsstündiger körperlicher Aktivität pro Woche und einer angestrebten Wegstrecke von zehn Kilometern pro Tag.
Gemessen wurde zum einen das Erreichen von Interventionszielen wie Gewichtsreduktion, erfolgreiche Ernährungsumstellung (erhöhte Ballaststoffzufuhr, reduzierter Fettverzehr) und Durchhalten der täglichen Wegstrecke. Zum anderen wurde als Maß für ein Fortschreiten oder eine Verbesserung der Diabeteserkrankung die Höhe des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten herangezogen.
Ergebnis:
- Mit einer konventionellen Lebensstilumstellung erreichten 45 Prozent der Niedrig-Risiko-Teilnehmer die Interventionsziele (siehe oben). In der Hoch-Risiko-Gruppe zeigten nur 38 Prozent diesen Erfolg.
- Bei Hoch-Risiko-Probanden verbesserte die intensivierte Intervention den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten deutlich stärker als die konventionelle und ließ das Diabetesrisiko damit sinken. Auch die Gewichtsreduktion war im intensivierten Programm effektiver.
- Bei Niedrig-Risiko-Patienten brachte die konventionelle Intervention im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Lebensstilintervention keine Verbesserung des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten, hatte also keinen Einfluss auf das Risiko, einen ausgeprägten Diabetes zu entwickeln.
Prävention individuell anpassen
Fazit: Bei Patienten mit niedrigem Risiko ist eine Lebensstilumstellung nicht entscheidend, um das Diabetesrisiko zu senken. Patienten mit einem hohen Risiko sprechen schlechter an auf Lebensstilinterventionen, profitieren jedoch in Hinblick auf ihr Diabetesrisiko von intensivierten Maßnahmen.
Wichtig sei daher, die Patienten individuell zu betrachten und entsprechend ihrer persönlichen Risikofaktoren einer effektiven Behandlung zuzuführen, so die Autoren der Studie.
Quelle: Diabetesinformationsdienst München
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
Schwerbehinderten-Ausweis und Führerschein: Arbeiten Behörden zusammen?
3 Minuten
- Behandlung
Nicht nur akut gefährlich: Schwere Unterzuckerungen können das Risiko für Demenz erhöhen
5 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
-
thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 1 Tag, 5 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
-
thomas55 antwortete vor 1 Tag, 4 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
-
