„Klinik für Diabetespatienten geeignet“: 100. DDG-Zertifizierung

3 Minuten

© © drubig-photo - Fotolia
„Klinik für Diabetespatienten geeignet“: 100. DDG-Zertifizierung

Als 100. Klinikhat die DDG das St. Marien-Krankenhaus in Ratingen bei Düsseldorf ausgezeichnete. Das Prädikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ hilft Patienten und Zuweisern, die richtige Klinik zu wählen und ist zugleich ein Garant für eine gute Versorgung.

Wer im Krankenhaus behandelt wird, bringt seine medizinische Vorgeschichte und andere Grunderkrankungen mit. Fast jeder vierte Patient in Deutschlands Kliniken hat Diabetes; bei 3,7 Prozent dieser Patienten ist die Diabeteserkrankung noch unentdeckt. Für Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 ist es besonders wichtig, dass „ihr Diabetes“ genau wahrgenommen wird, denn der Diabetes hat – auch als „Nebendiagnose“ – einen großen Einfluss auf die Behandlung, den Heilungsprozess und die Verweildauer im Krankenhaus.

„Wir haben vor fast fünf Jahren die Zertifizierung ‚Klinik für Diabetespatienten geeignet‘ entwickelt, weil wir hier ein großes Defizit festgestellt hatten. Der Nebendiagnose Diabetes wird in deutschen Kliniken nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die dringend für eine hohe Behandlungsqualität notwendig ist“, erklärt Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

St. Marien-Krankenhaus Ratingen als 100. Klinik ausgezeichnet

Um das Zertifikat zu erhalten, muss die Klinik verschiedene Kriterien erfüllen: Es muss ein Arzt mit spezifischen Diabeteskenntnissen zur Verfügung stehen, Pflegekräfte müssen diabetologisch geschult sein und bei jedem Patienten muss bei der Aufnahme der Blutzuckerwert getestet werden. „Für uns als Fachgesellschaft ist es sehr schön, wenn wir sehen, dass unsere Bemühungen um eine bessere Patientenversorgung im klinischen Bereich erfolgreich sind.“

Mit der Übergabe des Zertifikates an das St. Marien-Krankenhaus Ratingen zeichnet die DDG die 100. Klinik aus. „Das ist ein wichtiger Schritt für eine adäquate flächendeckende Versorgung von Menschen mit Diabetes als Nebendiagnose. Wir hoffen, dass dies weitere Einrichtungen dazu anspornt, sich ebenfalls zertifizieren und re-zertifizieren zu lassen“, sagt Bitzer.

Probleme und mehr Versorgungsaufwand durch nicht berücksichtigten Diabetes

Dr. med. Markus Freistühler, Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin St. Marien-Krankenhaus, beschreibt seine Motivation, das Zertifikat zu erlangen, so: „Viele Patienten, die in unserem Krankenhaus behandelt werden, leiden unter einem Diabetes mellitus Typ 2. Ein nicht unerheblicher Anteil von ihnen ist bei der Aufnahme entgleist.“

In der Vergangenheit sei die Nebendiagnose Diabetes des Öftern nicht ausreichend berücksichtigt worden und es wäre im Umfeld von Operationen, auf der Intensivstation oder bei Geburten zu Problemen beziehungsweise einem erhöhten Versorgungsaufwand gekommen. „Ein gut eingestellter Diabetes trägt dazu bei, die Komplikationsraten, zum Beispiel durch Nierenversagen, Lungenentzündung und Wundheilungsstörungen, zu senken“, betont der Chefarzt aus Ratingen.

Verbesserungen der Versorung bereits durch Vorbereitung auf Zertifizierung

Schon die Zeit der Vorbereitung auf die Zertifizierung habe viele Verbesserungen möglich gemacht, betont Freistühler: „Die Klinik für Innere Medizin hat zwei Fachärzte zu diabetesversierten Ärzten ausgebildet und sich auf den Weg gemacht, die Betreuung der Diabetespatienten im gesamten Krankenhaus zu verbessern.“ Besonders überzeugend sei das Konzept, interdisziplinär zu denken, fachübergreifend alle Stationen zu beteiligen und auch alle Berufsgruppen im Krankenhaus einzubeziehen.

„Die Betreuung der Diabetespatienten konnten wir auf allen Stationen und in allen Krankenhausbereichen nachhaltig verbessern“, sagt Freistühler. Für die Klinik ist das DDG Zertifikat ein großes Plus mit Strahlkraft in die Region. „Diese Verbesserungen sprechen sich rum, ob bei den örtlichen Selbsthilfegruppen, beim niedergelassenen Diabetologen oder bei zahlreichen Hausärzten der Stadt. Das freut uns sehr“, betont Freistühler.

Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG, ergänzt: „Wir empfehlen jedem grund- und regelversorgenden Klinikum diese Zertifizierung. Mit dem Zertifikat erkennt ein Patient, welche Kliniken seine Grunderkrankung Diabetes ernst nehmen und sich um seine Anliegen kümmern.“

Alle drei Jahre gibt es eine Überprüfung der Zertifizierung

Die zertifizierte Klinik darf den Titel „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ für drei Jahre tragen, danach muss sie sich rezertifizieren lassen. Das St. Marien-Krankenhaus hat durch die erfolgreiche Anerkennung im Februar 2018 gezeigt, dass es kontinuierlich die Behandlungsqualität als „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ auf hohem Niveau sicherstellt.

Weitere Informationen zum Zertifikat finden Sie auf der Webiste der DDG.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Kohlenhydrat-Apps im Überblick: Unterstützung für Diabetes-Management im Alltag

Kohlenhydrat-berechnende Apps erleichtern im Alltag die Insulin-Planung und das bewusste Essen bei Diabetes. Der vorliegende Überblick stellt verbreitete Optionen vor, bewertet Kernfunktionen wie Kohlenhydrat-Berechnung, Umfang der Datenbank, Barcode-Scanner und Tagebuch-Funktionen und zeigt, wo sich kostenlose Grundfunktionen mit kostenpflichtigen Zusatzleistungen ergänzen.
Kohlenhydrat-Apps im Überblick: Unterstützung für Diabetes-Management im Alltag | Foto: Drazen - stock.adobe.com

3 Minuten

Atherosklerose behandeln: Enzym-Infusion bei Gefäß-Verschlüssen – alte Therapie neu entdeckt

Für die Therapie von Gefäß-Verschlüssen gibt es Standard-Verfahren. Mitunter reichen diese Möglichkeiten jedoch bei der Behandlung einer Atherosklerose nicht aus. Ein Blick über den Tellerrand zeigt, das eine Enzym-Infusion hier Abhilfe schaffen kann.
Atherosklerose behandeln: Enzym-Infusion bei Gefäß-Verschlüssen – alte Therapie neu entdeckt | Foto: Jo Panuwat D - stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 3 Wochen

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

Verbände