- Behandlung
Macht Insulin dick?
3 Minuten
Ist das Insulin schuld daran, wenn man zu Beginn der Insulintherapie zunimmt? Nein – wer genau hinsieht, dem wird klar, dass das so nicht stimmt. Aber was steckt wirklich hinter dieser Behauptung, die sich so hartnäckig hält?
Insulin hat auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes viele Vorteile. Trotzdem haben viele Angst davor, mit Insulin zu beginnen. Da ist die Angst vor Unterzuckerungen, vor dem Blutzuckermessen, vor den Blicken der Leute, wenn man sich spritzt … Und da ist natürlich die Angst, dass Insulin dick macht. All dies führt dazu, dass die Insulintherapie manchmal jahrelang herausgezögert wird. Der Preis dafür ist oft eine schlechte Einstellung des Diabetes.
Insulin allein macht nicht dick …
Die Frage, ob Insulin dick macht, ist nicht so einfach zu beantworten. Hier die Fakten:
- Wer auf eine Insulintherapie umstellt, nimmt häufig durchschnittlich 2 bis 4 kg zu. Aber: Insulin als Hormon selbst macht nicht dick, was man ja auch an den vielen schlanken Typ-1-Diabetikern sehen kann. Eine Gewichtszunahme kann Insulin allein also nicht bewirken. Hierfür muss immer ein Zuviel an Kalorien in Form von Fetten, Eiweiß und Kohlenhydraten mit der Nahrung aufgenommen werden.
- Völlig verkehrt wäre jedoch, bei Typ-2-Diabetes auf Insulin zu verzichten! Denn eine gute Stoffwechsellage kann oft nur mit Insulin erreicht werden – und diese ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Folgeerkrankungen eher zu vermeiden. Die Vorteile der besseren Blutzuckerwerte überwiegen die Nachteile der dazugekommenen Pfunde bei weitem!
- Insulin führt dazu, dass sich das Körperwasser, das bei einem entgleisten Diabetes durch häufiges Wasserlassen vermindert ist, wieder normalisiert. Einige der Pfunde sind nicht auf eine Zunahme an Körperfett zurückzuführen, sondern auf eine Normalisierung des Wasserhaushaltes.
- Bei einem entgleisten Diabetes wird Zucker über den Urin ausgeschieden, sobald die Blutzuckerwerte die Nierenschwelle von etwa 180 mg/dl (10 mmol/l) überschreiten. So gehen viele Kalorien über die Niere und den Urin verloren. Dieser Mechanismus fällt natürlich weg, wenn mit Insulin eine bessere Blutzuckerstoffwechsellage erreicht wird. Die zuvor ausgeschiedenen Kohlenhydrate stehen jetzt dem Körper zur Verfügung. Die Folge: Man nimmt zu. Jetzt heißt es, Kalorien zu sparen.
- Wer zu viel Insulin spritzt, bekommt öfter Unterzuckerungen. Auf leicht erniedrigte Blutzuckerwerte reagieren viele, indem sie häufiger und mehr essen als nötig – und so die niedrigen Blutzuckerwerte vermeiden. Auch hier die Folge: Man nimmt zu.
- Leichte Unterzuckerungen können aber auch direkt den Appetit steigern. Dies zeigen auch neuere Untersuchungen, die belegen, dass auch bei Patienten mit einer neu begonnenen Insulinbehandlung eine überhöhte Kalorienzufuhr der Hauptfaktor für ein zunehmendes Körpergewicht ist.
Was ist zu tun, um bei einer Insulintherapie nicht zuzunehmen?
- Wichtig ist, schon bei Beginn der Insulinbehandlung das Gewicht im Auge zu behalten: Denn wenn erst einmal einige Pfunde dazugekommen sind, ist es sehr schwer, diese wieder loszuwerden. Also: schon von Beginn der Insulintherapie an die Kalorienzufuhr leicht reduzieren – und sich am besten körperlich betätigen. Dadurch kann auch die Insulindosis möglichst niedrig gehalten werden, was ebenfalls ein wichtiger Faktor für ein konstantes Körpergewicht unter einer Insulintherapie ist.
- Den Effekt einer Insulintherapie auf das Gewicht abschwächen oder aufheben kann vor allem die Kombination des Insulins mit dem bewährten Diabetes-Wirkstoff Metformin oder mit anderen modernen Diabetes-Medikamenten. Umgekehrt sollte unbedingt vermieden werden, gleichzeitig Insulin und Wirkstoffe der Sulfonylharnstoff-Gruppe zu nehmen (wie Glimepirid): Denn diese selbst können schon das Gewicht erhöhen – und auch kombiniert mit Insulin zu gefährlichen Unterzuckerungen führen.
- Auch die Wahl des Insulins und des Spritzschemas kann den Gewichtsverlauf beeinflussen: Für den Einstieg in die Insulintherapie ist eine ein- oder zweimaligen Basalinsulingabe in Kombination mit Tabletten (BOT: basalunterstützte orale Therapie) günstiger als die Gabe von Insulin nur zu den Malzeiten (SIT: supplementäre Insulintherapie).
Quelle: Diabetes-Journal 1/2014
” Immer wieder diskutiert – Insulin: kein Dickmacher!”
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 7 Stunden, 20 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 2 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 21 Stunden, 58 Minuten
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 7 Stunden, 46 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 7 Stunden, 23 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 12 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀

