- Behandlung
Medikamente: Muss ich die für immer nehmen?
3 Minuten
Zu Beginn einer neuen Arzneimitteltherapie ist Herr M. unsicher. Er hält gerade seine erste Verordnung über Metformin in den Händen. Auch nach dem Gespräch mit dem Arzt bleiben viele Fragen offen. Er nutzt die Gelegenheit, die Fragen in seiner Stammapotheke zu stellen.
Bin ich jetzt mein Leben lang auf Metformin angewiesen?
Die Behandlung des Diabetes erfordert eine Dauertherapie. Wie bei anderen chronischen Krankheiten bedeutet dies, dass Medikamente auf längere Zeit oder sogar ein ganzes Leben lang eingenommen werden müssen.
Wichtig hierbei ist, dass man die Medikamente wie verordnet einnimmt. Manche Therapien werden durchgeführt, um Folgen der chronischen Grunderkrankung vorzubeugen. In solchen Fällen sind die Folgen einer Nichteinnahme der Medikamente oft nicht direkt spürbar.
Neben diesen Dauertherapien gibt es auch zeitlich begrenzte Therapien und Medikamente, die nur bei Bedarf angewendet werden. Antibiotika zur Behandlung von Infekten werden z. B. nur über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt. Auch bei vorübergehenden Beschwerden wie akuten Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen) werden Medikamente nur bei Bedarf eingesetzt.
Aber wenn ich Nebenwirkungen habe, setze ich das Mittel ab, oder?
Jedes Medikament kann zu Nebenwirkungen führen, aber nicht jeder Patient ist von ihnen gleichermaßen betroffen. Nebenwirkungen können zeitlich begrenzt oder dauerhaft auftreten. Bei Herrn M. und der neu begonnenen Metformin-Therapie können z. B. vor allem zu Beginn der Therapie Magen-Darm-Beschwerden auftreten; in der Regel klingen diese von selbst ab.
Metformin sollte deshalb nicht vorschnell abgesetzt werden. Vielmehr würde man versuchen, das Risiko für diese Nebenwirkung zu verringern, indem man die Einnahme auf mehrere Tageszeitpunkte verteilt und zu Beginn eine niedrigere Dosierung wählt.
Natürlich gibt es auch Nebenwirkungen, die ein Absetzen des Medikamentes bzw. die Umstellung auf einen anderen Wirkstoff erforderlich machen. Um Nebenwirkungen früh zu erkennen und richtig damit umzugehen, ist es notwendig, jeden Verdacht auf unerwünschte Wirkungen mit dem Arzt oder Apotheker zu besprechen.
Nicht zuletzt kann so verhindert werden, dass womöglich eine Nebenwirkung unbeabsichtigt Anlass für eine neue Therapie gibt; man nennt dies eine “ungewollte Verschreibungskaskade”: sprich einen meist unnötigen Therapieverlauf, bei dem die Nebenwirkung einer Therapie eine neue Arzneimitteltherapie bedingt, ohne dass am Ende das Ergebnis verbessert ist – schlimmstenfalls sogar das Risiko für weitere Nebenwirkungen erhöht ist (s. Abb. 1).
Nebenwirkungen nicht zwangsläufig mit zusätzlichem Medikament bekämpfen
Ein prominentes Beispiel für eine unbeabsichtigte Verschreibungskaskadewäre z. B. die Behandlung eines Reizhustens, der bei Einnahme eines bestimmten Blutdruckmittels auftreten kann, mit hustenreizstillenden Mitteln. In dem Fall stehen eine Reihe von Alternativen für das Blutdruckmittel zur Verfügung, so dass es eher angezeigt ist, diese Therapie umzustellen, als den Reizhusten zusätzlich zu behandeln.
Ein solches Vorgehen setzt allerdings voraus, dass der Patient seinem Arzt oder Apotheker nicht nur von dem Symptom berichtet, sondern diese auch wissen, welche Arzneimittel der Patient einnimmt. Dabei zählen alle Arzneimittel, auch die, die man ohne Rezept in der Apotheke gekauft hat.
Besprechen Sie einen Verdacht auf Nebenwirkungen mit dem Arzt oder Apotheker. Verordnete Medikamente sollten Sie nie ohne ärztliche Rücksprache absetzen!
Wenn sich meine Medikamente nicht vertragen: absetzen oder nur eine Pause?
Arzneimittel können durch andere Arzneimittel oder auch bestimmte Lebensmittel in ihrer Wirkung verstärkt oder abgeschwächt werden. Im schlimmsten Fall kann dies zum Therapieversagen oder zum Auftreten unerwünschter Wirkungen führen.
Um Wechselwirkungen zwischen Medikamenten früh erkennen zu können, ist es wichtig, einen vollständigen Medikationsplan zu führen und stets zu aktualisieren. Anhand des Planes können Ärzte und Apotheker Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten zwischen Medikamenten identifizieren. Sollten mögliche Wechselwirkungen erkannt werden, können in Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern Strategien entwickelt werden, um diese zu vermeiden.
Die Medikationsanalyse geht über eine reine Überprüfung der Medikamente auf Wechselwirkungen hinaus: Vielmehr wird die gesamte Therapie auf den Prüfstand gestellt, um sicherzugehen, dass alle Medikamente notwendig sind und den Wünschen des Patienten entsprechen. Beides kann sich über die Zeit ändern. Daher ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit eine solche umfängliche Prüfung vorzunehmen – gerade, wenn man sich fragt, ob man zu viele Medikamente einnimmt.
Lassen Sie Ihre Therapie gelegentlich überprüfen – z. B. im Rahmen einer Medikationsanalyse in der Apotheke.
Zusammenfassung
Um Nebenwirkungen, Wechselwirkungen etc. erkennen und beheben zu können, sind Ärzte und Apotheker auf die aktive Beteiligung der Patienten angewiesen. Dabei ist es wichtig, dass der Patient berichtet, wenn er das Gefühl hat, dass ein Medikament nicht richtig wirkt oder Nebenwirkungen verursacht.
Er sollte auch dazu beitragen, dass jeder behandelnde Arzt und die Apotheke, die ihn berät, einen Überblick über alle derzeit angewendeten Medikamente hat. Entscheidend ist dabei, dass verordnete Arzneimittel nie ohne Rücksprache abgesetzt oder in ihrer Einnahme verändert werden.
- Arzneimittel: den Überblick behalten
- Der bundeseinheitliche Medikationsplan: Ein Plan für alle
- Die wichtige Analyse der Medikamente
- Medikamente: Muss ich die für immer nehmen?
von Marcel Kusch, Viktoria Wurmbach, Dr. Hanna Seidling
Universitätsklinikum Heidelberg – Medizinische Klinik,
Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie,
Kooperationseinheit Klinische Pharmazie,
Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg,
E-Mail: hanna.seidling@med.uni-heidelberg.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (7) Seite 24-25
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 13 Stunden, 13 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 8 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 6 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 1 Tag, 3 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 13 Stunden, 39 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 13 Stunden, 16 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 18 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
