- Behandlung
Ratschläge von schlechten Vorbildern …
2 Minuten
Gestern Abend erzählte mir meine Freundin Gabi ganz beiläufig, dass ihr Arbeitskollege, der bei einer Bank arbeitet, 3.000 Euro seiner Ersparnisse durch eine Fehlspekulation verloren habe. "Na, das ist ja toll", sagte ich, "und so jemandem soll man als Kunde sein Geld anvertrauen? Kein gutes Vorbild!"
Können rauchende oder übergewichtige Behandler Vorbild sein?
"Das mit den Vorbildern ist so eine Sache", meinte daraufhin Gabi: "Wie viele von euch Ärzten und Diätassistenten in der Klinik sind auch keine guten Vorbilder. Wenn ich mich in deinem Kollegenkreis so umschaue, dann sind doch viele ganz schön übergewichtig – und rauchen tun sie auch."
Da hat meine Gabi natürlich Recht, denn als Arzt, Diabetesberaterin oder Diätassistentin sollte man ein gutes Vorbild sein. Welch ein Patient nimmt einem schon die gut gemeinten Ernährungsratschläge ab, wenn es bei einem selbst ja offenbar überhaupt nicht klappt? Das darf man auch nicht damit entschuldigen, dass es ja schon immer so war, dass der Schuster die schlechtesten Schuhe hat. Da muss man dann als Arzt oder sonstige Fachkraft schon an sich selbst arbeiten.
Am besten direkt bei sich selbst anfangen
Dann schaute Gabi mir tief in die Augen und sagte: "Und du, mein lieber Hans, kannst direkt selbst damit anfangen, denn du hast auch einen Bauch, der früher nicht da war." Nun ja, da hat sie sicher nicht Unrecht: Mein Bauchumfang hat die oberste Normgrenze schon überschritten. Dennoch gibt es nichts, das einen mehr davon abhält, an seinem Gewicht zu arbeiten, als eine Freundin, die das unbedingt will.
Trotz alledem – meine Lieblingshose passt nicht mehr so richtig, und mein Jackett kann ich nur schließen, wenn ich ausatme und dann die Luft anhalte. Das alles sind natürlich gute Gründe, spätestens im Frühjahr 2016 etwas zu tun. Und wenn ich es geschafft habe, wäre ich auch als Vorbild wieder tauglich.
Und zum Schluss fügte Gabi noch den Satz hinzu: "Und wenn wir im Sommer dann heiraten, dann möchte ich doch einen schlanken Ehemann." Dem ist wohl nichts hinzuzufügen, dachte ich bei mir.
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