Rechtzeitig handeln ist wichtig!

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Rechtzeitig handeln ist wichtig!

Zahlen und Fakten

30 bis 40 Prozent der Typ-1- und Typ-2-Diabetiker entwickeln eine diabetische Nephropathie. Schon im Anfangsstadium, wenn geringe Mengen Eiweiß im Urin sind, steigt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Komplikation. In Deutschland haben ca. 91.000 Menschen ein dauerhaftes komplettes Nierenversagen.

Hiervon sind rund 66.000 Patienten dialysepflichtig, wovon etwa 63.000 eine

Ca. 35 Prozent der Betroffenen benötigen eine Nierenersatztherapie aufgrund einer diabetischen Nierenschädigung: Über 90 Prozent hiervon sind Typ-2-Diabetiker, 10 Prozent sind Typ-1-Diabetiker.

Erfolge einer verbesserten Therapie

Diabetes in Deutschland nimmt zu – das ließe auch eine Steigerung der schweren Nierenschädigung durch Diabetes erwarten. Seit 2001 hat der Anteil der Diabetiker mit komplettem Nierenversagen aber nicht mehr zugenommen, sondern bleibt konstant. Dies ist wohl der Erfolg einer besseren Therapie z. B. mit ACE-Hemmern und einer intensiveren Begleitung durch Diabetologen und Nephrologen; eine gute Blutzuckereinstellung ist hier wichtig, ebenso eine gute Blutdruckeinstellung. Je früher und je intensiver Diabetiker behandelt werden, umso länger kann ein Nierenversagen hinausgeschoben werden.

Eine Nierenfunktionsstörung beeinflusst auch andere Organe – deshalb sollte Ihr Arzt mit einem Nephrologen kooperieren! Eine rechtzeitige Entscheidung und Vorbereitung einer

Blutwäsche: häufig und komplikationsarm

Eine solche Therapie wird meist in Dialysezentren durchgeführt. Hier gibt es dauerhafte Fachpflege – und ständig ist ein Arzt vor Ort, der Zwischenfälle sofort behandeln kann.

Für eine Hämodialyse benötigt man einen Shunt: Es wird in einer kleinen Operation eine Verbindung zwischen einer Schlagader und einer Vene hergestellt. Nach einigen Wochen kräftigt sich diese Vene und kann dann zur Dialyse mit einer Nadel punktiert werden. Sollte die Anlage eines Shunts nicht möglich sein, benötigt man einen permanenten Dialysekatheter, über den das Blut zum Filter geführt wird.

Dialyse: Rund 3-mal pro Woche

Patienten mit Nierenversagen werden im Schnitt dreimal pro Woche dialysiert. Eine Behandlung dauert 4 bis 6 Stunden. Während einer solchen Therapie wird Blut aus dem Shunt oder Dialysekatheter gefördert. Pumpen leiten das Blut über einen Filter. Hier werden Giftstoffe und überschüssiges Wasser abgefiltert, anschließend wird das gereinigte Blut dem Patienten zurückgegeben. Die Oberfläche eines Filters beträgt ca. 1,5 Quadratmeter, und während einer Behandlung fließen ca. 90 l Blut über den Filter, so dass insgesamt 15-mal das körpereigene Blutvolumen den Filter durchströmt.

Auf der Gegenseite der Filtermembran strömt gegenläufig eine spezielle Lösung, die die herausgefilterten Stoffe aufnimmt und abtransportiert. Durch verbesserte

Limitid-Care-Dialyse: weniger Aufwand, aber weniger Betreuung

Eine


Die Bauchfelldialyse

Das Verfahren der Bauchfelldialyse (

Peritonealdialyse: vor allem zu Hause

Eine solche Behandlung wird vor allem zu Hause durchgeführt. Sie ist komplikationsarm und ohne technischen Aufwand durchzuführen. Über einen Katheter, dessen eines Ende in der Bauchhöhle liegt, wird eine spezielle Flüssigkeit infundiert. Die Lösung verbleibt in dem Bauchraum. Das Bauchfell hat die Eigenschaft, Wasser und Giftstoffe in die Lösung abzugeben. Nach einer gewissen Zeit wird die Flüssigkeit abgelassen und wieder frisches Dialysat eingelassen.

Solche Wechsel können entweder 4- bis 5-mal über den ganzen Tag verteilt ohne Maschineneinsatz erfolgen. Alternativ kann auch eine Maschine nachts während des Schlafens solche Wechsel durchführen. Nachteil des Verfahrens: Es besteht die Gefahr einer Bauchfellentzündung; dazu kommt eine dauerhafte Zuckerbelastung durch die Lösungen, was sich auf den Glukosestoffwechsel gerade der Diabetiker auswirkt.

Kein Verfahren auf Dauer

Und: Die Leistung des Bauchfells nimmt immer mehr ab. Für einen Teil der Patienten ist die Bauchfelldialyse zu Beginn der Nierenersatztherapie die bessere Lösung als die Blutwäsche. Bei nachlassender Leistung des Bauchfells sollte rechtzeitig ein Wechsel des Verfahrens erfolgen. Nicht geeignet für die Peritonealdialyse sind Patienten, die Voroperationen am Bauch oder Brüche haben sowie die mehr als 80 bis 90 kg wiegen.

„Der Nierenpatient“ …

Die Nierentransplantation

Falls keine Kontraindikationen vorliegen, werden die Patienten für eine Nierentransplantation vorbereitet. Die Lebensqualität ist hierunter am wenigsten eingeschränkt. Vor einer Transplantation müssen sich die Patienten ausführlich untersuchen lassen, um mögliche Entzündungsherde, Tumor- oder Gefäßerkrankungen auszuschließen. Unter einer Transplantation müssen abwehrhemmende Medikamente (

Transplantiert werden Nieren von nahen Verwandten als Lebendspende oder Nieren von Verstorbenen. Wichtig ist eine möglichst gute Gewebsübereinstimmung. Eine transplantierte Niere funktioniert im Schnitt 12 bis 15 Jahre. Laut Eurotransplant (Organisation, die die Organverteilung regelt) wurden im Jahr 2011 rund 1.900 Nieren transplantiert, 7.500 Patienten stehen auf der Warteliste. Die Wartezeit auf ein Organ beträgt 4 Jahre.

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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