- Behandlung
Rechtzeitig handeln ist wichtig!
3 Minuten
Zahlen und Fakten
30 bis 40 Prozent der Typ-1- und Typ-2-Diabetiker entwickeln eine diabetische Nephropathie. Schon im Anfangsstadium, wenn geringe Mengen Eiweiß im Urin sind, steigt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Komplikation. In Deutschland haben ca. 91.000 Menschen ein dauerhaftes komplettes Nierenversagen.
Hiervon sind rund 66.000 Patienten dialysepflichtig, wovon etwa 63.000 eine
Ca. 35 Prozent der Betroffenen benötigen eine Nierenersatztherapie aufgrund einer diabetischen Nierenschädigung: Über 90 Prozent hiervon sind Typ-2-Diabetiker, 10 Prozent sind Typ-1-Diabetiker.
Erfolge einer verbesserten Therapie
Diabetes in Deutschland nimmt zu – das ließe auch eine Steigerung der schweren Nierenschädigung durch Diabetes erwarten. Seit 2001 hat der Anteil der Diabetiker mit komplettem Nierenversagen aber nicht mehr zugenommen, sondern bleibt konstant. Dies ist wohl der Erfolg einer besseren Therapie z. B. mit ACE-Hemmern und einer intensiveren Begleitung durch Diabetologen und Nephrologen; eine gute Blutzuckereinstellung ist hier wichtig, ebenso eine gute Blutdruckeinstellung. Je früher und je intensiver Diabetiker behandelt werden, umso länger kann ein Nierenversagen hinausgeschoben werden.
Eine Nierenfunktionsstörung beeinflusst auch andere Organe – deshalb sollte Ihr Arzt mit einem Nephrologen kooperieren! Eine rechtzeitige Entscheidung und Vorbereitung einer
Blutwäsche: häufig und komplikationsarm
Eine solche Therapie wird meist in Dialysezentren durchgeführt. Hier gibt es dauerhafte Fachpflege – und ständig ist ein Arzt vor Ort, der Zwischenfälle sofort behandeln kann.
Für eine Hämodialyse benötigt man einen Shunt: Es wird in einer kleinen Operation eine Verbindung zwischen einer Schlagader und einer Vene hergestellt. Nach einigen Wochen kräftigt sich diese Vene und kann dann zur Dialyse mit einer Nadel punktiert werden. Sollte die Anlage eines Shunts nicht möglich sein, benötigt man einen permanenten Dialysekatheter, über den das Blut zum Filter geführt wird.
Dialyse: Rund 3-mal pro Woche
Patienten mit Nierenversagen werden im Schnitt dreimal pro Woche dialysiert. Eine Behandlung dauert 4 bis 6 Stunden. Während einer solchen Therapie wird Blut aus dem Shunt oder Dialysekatheter gefördert. Pumpen leiten das Blut über einen Filter. Hier werden Giftstoffe und überschüssiges Wasser abgefiltert, anschließend wird das gereinigte Blut dem Patienten zurückgegeben. Die Oberfläche eines Filters beträgt ca. 1,5 Quadratmeter, und während einer Behandlung fließen ca. 90 l Blut über den Filter, so dass insgesamt 15-mal das körpereigene Blutvolumen den Filter durchströmt.
Auf der Gegenseite der Filtermembran strömt gegenläufig eine spezielle Lösung, die die herausgefilterten Stoffe aufnimmt und abtransportiert. Durch verbesserte
Limitid-Care-Dialyse: weniger Aufwand, aber weniger Betreuung
Eine
Die Bauchfelldialyse
Das Verfahren der Bauchfelldialyse (
Peritonealdialyse: vor allem zu Hause
Eine solche Behandlung wird vor allem zu Hause durchgeführt. Sie ist komplikationsarm und ohne technischen Aufwand durchzuführen. Über einen Katheter, dessen eines Ende in der Bauchhöhle liegt, wird eine spezielle Flüssigkeit infundiert. Die Lösung verbleibt in dem Bauchraum. Das Bauchfell hat die Eigenschaft, Wasser und Giftstoffe in die Lösung abzugeben. Nach einer gewissen Zeit wird die Flüssigkeit abgelassen und wieder frisches Dialysat eingelassen.
Solche Wechsel können entweder 4- bis 5-mal über den ganzen Tag verteilt ohne Maschineneinsatz erfolgen. Alternativ kann auch eine Maschine nachts während des Schlafens solche Wechsel durchführen. Nachteil des Verfahrens: Es besteht die Gefahr einer Bauchfellentzündung; dazu kommt eine dauerhafte Zuckerbelastung durch die Lösungen, was sich auf den Glukosestoffwechsel gerade der Diabetiker auswirkt.
Kein Verfahren auf Dauer
Und: Die Leistung des Bauchfells nimmt immer mehr ab. Für einen Teil der Patienten ist die Bauchfelldialyse zu Beginn der Nierenersatztherapie die bessere Lösung als die Blutwäsche. Bei nachlassender Leistung des Bauchfells sollte rechtzeitig ein Wechsel des Verfahrens erfolgen. Nicht geeignet für die Peritonealdialyse sind Patienten, die Voroperationen am Bauch oder Brüche haben sowie die mehr als 80 bis 90 kg wiegen.
Die Nierentransplantation
Falls keine Kontraindikationen vorliegen, werden die Patienten für eine Nierentransplantation vorbereitet. Die Lebensqualität ist hierunter am wenigsten eingeschränkt. Vor einer Transplantation müssen sich die Patienten ausführlich untersuchen lassen, um mögliche Entzündungsherde, Tumor- oder Gefäßerkrankungen auszuschließen. Unter einer Transplantation müssen abwehrhemmende Medikamente (
Transplantiert werden Nieren von nahen Verwandten als Lebendspende oder Nieren von Verstorbenen. Wichtig ist eine möglichst gute Gewebsübereinstimmung. Eine transplantierte Niere funktioniert im Schnitt 12 bis 15 Jahre. Laut Eurotransplant (Organisation, die die Organverteilung regelt) wurden im Jahr 2011 rund 1.900 Nieren transplantiert, 7.500 Patienten stehen auf der Warteliste. Die Wartezeit auf ein Organ beträgt 4 Jahre.
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 1 Woche
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 1 Woche
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 1 Woche
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 1 Woche
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 1 Woche
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 1 Woche
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 6 Tagen, 15 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 6 Tagen, 1 Stunde
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jasminj antwortete vor 6 Tagen
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂