Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: automatisierte Insulinabgabe ohne Schlauch mit Omnipod 5

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Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: automatisierte Insulinabgabe ohne Schlauch mit Omnipod 5 | Foto: Adnan - stock.adobe.com
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Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: automatisierte Insulinabgabe ohne Schlauch mit Omnipod 5

In unserer Reihe über Insulinpumpen-Systeme mit automatisierter Insulin-Dosierung (AID-Systeme), die in Deutschland für Kinder und Jugendliche zugelassen sind, fahren wir mit der Vorstellung des Omnipod 5 des Unternehmens Insulet fort.

Der Omnipod 5 ist das erste schlauchlose System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System) und revolutioniert damit den Markt. Das System ist ab einem Alter von zwei Jahren und einer täglichen Mindestmenge von fünf Einheiten eines kurz wirksamen Insulins zugelassen.

Omnipod 5 mit Smart-Adjust-Technologie und den Sensoren Dexcom G6 oder G7

Für das Verwenden der automatisierten Insulin-Dosierung benötigen die Anwendenden drei Komponenten: das Omipod-5-Steuergerät, den Pod (schlauchlose Insulinpumpe) mit der integrierten Smart-Adjust-Technologie und den Sensoren Dexcom G6 oder G7 von Medtronic zum kontinuierlichen Messen der Glukosewerte (CGM). Mit der Smart-Adjust-Technologie erhöht, verringert oder pausiert das System alle fünf Minuten die Insulinabgabe anhand der CGM-Daten des Anwenders, des aktiven Insulins und des Insulinabgabe-Verlaufs. Hierdurch können Schwankungen der Glukosewerte reduziert und die Zeit im Zielbereich gesteigert werden.

Das AID-System Omnipod 5 von Insulet.

Für die Mahlzeiten muss, wie bei allen AID-Systemen, die Menge der Kohlenhydrate der Nahrung in das Steuergerät eingegeben werden, sodass die benötigte Insulinmenge anhand der hinterlegten Faktoren ermittelt und abgegeben werden kann.

Leos Angst vor Spritzen

Leo, sechs Jahre, hatte seit dem Auftreten seines Typ-1-Diabetes eine ausgeprägte Angst vor Spritzen. Bei der Besprechung des für ihn passenden Systems fiel die Wahl auf den Omnipod 5, da Leo beim Pod-Wechsel unter Aufsicht seiner Eltern bereits sehr viel selbst übernehmen kann und den Pod erst nach der maximalen Tragedauer von drei Tagen wechseln muss. Nach dem Aufkleben des Pods wird die Kanüle durch einen Tastendruck am Steuergerät eingeführt. Das übernimmt Leo selbst, wenn er so weit ist. Hierdurch behält er die Kontrolle. Die Kanüle ist dabei unsichtbar.

Leo verbringt gern Zeit im Wasser. Das ist mit dem System kein Problem. Der Pod ist bis zu 60 Minuten bis zu einer Wassertiefe von 7,6 Metern wasserdicht. So wird Leo auch während des Schwimmens mit Insulin versorgt. Hier nutzt er den Aktivitäts-Modus mit einem erhöhten Glukosezielwert von 150 mg/dl bzw. 8,3 mmol/l, wodurch sich die Insulinzufuhr entsprechend reduziert.

Leos Glukosewerte sind unter Verwendung des Systems sehr stabil. Neben dem Steuergerät muss er jedoch auch immer sein Smartphone dabeihaben, damit er CGM-Alarme vor allem bei niedrigen Werten erhalten und die Werte über die Follower-App mit seinen Eltern direkt teilen kann. Nur so bleiben Leos Eltern auch während seiner Abwesenheit über die Glukosedaten informiert.

Thomas braucht Freiheit beim Sport

Thomas, 13 Jahre, hat seinen Typ-1-Diabetes bereits seit sieben Jahren und ist ein wahrer Insulinpumpen-Profi. Er fühlte sich durch eine Insulinpumpe mit Schlauch vor allem beim Sport beeinträchtigt. Legte er die Pumpe ab, waren die Werte oft viel zu hoch und er weniger leistungsfähig. Nutzte er die Pumpe während des Sports, störte sie ihn, da er keine für ihn passende Befestigung fand.

Schnell fiel daher die Wahl auf den Omnipod 5. Diesen trägt er auch während des Sports, zusätzlich gesichert mit einer Armbinde. Die Insulinversorgung wird nur unterbrochen, wenn es nötig ist. Da der Steuer-Algorithmus direkt im Pod integriert ist, läuft der AID-Modus auch weiter, wenn das Steuergerät nicht in der Nähe ist. Das gibt Thomas ein Maximum an Freiheit. „Es gibt aber auch Nachteile“, sagt der Jugendliche.

„In letzter Zeit vergesse ich das Steuergerät doch immer mal wieder daheim. Dann muss ich mich entscheiden, ob ich auf Mahlzeiten oder die notwendigen Insulinboli zum Essen verzichte. Schließlich kann ich das Mahlzeiten-Insulin nur über das Steuergerät abgeben. Meist esse ich dann doch, was zu hohen Werten führt. Wäre die Steuerung mit dem Smartphone möglich, würde es mir die Therapie sehr erleichtern.“

Für Leo und Thomas ist der Omnipod 5 das passende System. Für die Zukunft würden sich die beiden noch wünschen, dass man den Pod vollständig über das Smartphone steuern könnte. „Denn mein Smartphone vergesse ich eigentlich nie“, sagt Thomas. Hierzu stehen bereits Weiterentwicklungen des Herstellers an.

Kurzprofil für das Omnipod-5-AID-System

  • ab dem Alter von zwei Jahren und einer Mindestmenge von fünf Einheiten täglich eines kurz wirksamen Insulins zugelassen
  • in Kombination mit dem CGM-System Dexcom G6 oder G7 und der Smart-Adjust-Technologie als Algorithmus als AID-System nutzbar
  • korrigiert als AID-System automatisiert hohe und niedrige Glukosewerte
  • der Aktivitäts-Modus erhöht den Glukose-Zielwert und verringert die Insulinzufuhr

Familien sind gut zu unterstützen

Auch wir als Behandelnde können bestätigen, dass bei optimaler Einstellung und Verwendung des Systems die Zeit im Zielbereich zunimmt. Gut können wir die Familien bei diesem Prozess mit dem Cloud-basierten System Glooko, in das man die Daten hochladen und sie dort auswerten kann, begleiten.

Für alle, die sich weiter über das System informieren möchten, empfehlen wir die direkte Kontaktaufnahme zu ihrem Diabetes-Team. Darüber hinaus bietet der Hersteller Insulet die Omnipod-5-Simulator-App sowie ein kostenloses Pod-Erlebnis-Kit an.


Im Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes interdisziplinär behandelt und individuell betreut. Für den Diabetes-Anker schreibt das Team regelmäßig Beiträge.

Im Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes inter­disziplinär behandelt und individuell betreut. Für den Diabetes-Anker schreibt das Team regelmäßig Beiträge.


von Dr. Manuela Rausch

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Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (6) Seite 44-45

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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