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Serie – AID-Systeme für Kinder und Jugendliche: automatisierte Insulinabgabe ohne Schlauch mit Omnipod 5
3 Minuten
In unserer Reihe über Insulinpumpen-Systeme mit automatisierter Insulin-Dosierung (AID-Systeme), die in Deutschland für Kinder und Jugendliche zugelassen sind, fahren wir mit der Vorstellung des Omnipod 5 des Unternehmens Insulet fort.
Der Omnipod 5 ist das erste schlauchlose System zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-System) und revolutioniert damit den Markt. Das System ist ab einem Alter von zwei Jahren und einer täglichen Mindestmenge von fünf Einheiten eines kurz wirksamen Insulins zugelassen.
Omnipod 5 mit Smart-Adjust-Technologie und den Sensoren Dexcom G6 oder G7
Für das Verwenden der automatisierten Insulin-Dosierung benötigen die Anwendenden drei Komponenten: das Omipod-5-Steuergerät, den Pod (schlauchlose Insulinpumpe) mit der integrierten Smart-Adjust-Technologie und den Sensoren Dexcom G6 oder G7 von Medtronic zum kontinuierlichen Messen der Glukosewerte (CGM). Mit der Smart-Adjust-Technologie erhöht, verringert oder pausiert das System alle fünf Minuten die Insulinabgabe anhand der CGM-Daten des Anwenders, des aktiven Insulins und des Insulinabgabe-Verlaufs. Hierdurch können Schwankungen der Glukosewerte reduziert und die Zeit im Zielbereich gesteigert werden.

Für die Mahlzeiten muss, wie bei allen AID-Systemen, die Menge der Kohlenhydrate der Nahrung in das Steuergerät eingegeben werden, sodass die benötigte Insulinmenge anhand der hinterlegten Faktoren ermittelt und abgegeben werden kann.
Leos Angst vor Spritzen
Leo, sechs Jahre, hatte seit dem Auftreten seines Typ-1-Diabetes eine ausgeprägte Angst vor Spritzen. Bei der Besprechung des für ihn passenden Systems fiel die Wahl auf den Omnipod 5, da Leo beim Pod-Wechsel unter Aufsicht seiner Eltern bereits sehr viel selbst übernehmen kann und den Pod erst nach der maximalen Tragedauer von drei Tagen wechseln muss. Nach dem Aufkleben des Pods wird die Kanüle durch einen Tastendruck am Steuergerät eingeführt. Das übernimmt Leo selbst, wenn er so weit ist. Hierdurch behält er die Kontrolle. Die Kanüle ist dabei unsichtbar.
Leo verbringt gern Zeit im Wasser. Das ist mit dem System kein Problem. Der Pod ist bis zu 60 Minuten bis zu einer Wassertiefe von 7,6 Metern wasserdicht. So wird Leo auch während des Schwimmens mit Insulin versorgt. Hier nutzt er den Aktivitäts-Modus mit einem erhöhten Glukosezielwert von 150 mg/dl bzw. 8,3 mmol/l, wodurch sich die Insulinzufuhr entsprechend reduziert.
Leos Glukosewerte sind unter Verwendung des Systems sehr stabil. Neben dem Steuergerät muss er jedoch auch immer sein Smartphone dabeihaben, damit er CGM-Alarme vor allem bei niedrigen Werten erhalten und die Werte über die Follower-App mit seinen Eltern direkt teilen kann. Nur so bleiben Leos Eltern auch während seiner Abwesenheit über die Glukosedaten informiert.
Thomas braucht Freiheit beim Sport
Thomas, 13 Jahre, hat seinen Typ-1-Diabetes bereits seit sieben Jahren und ist ein wahrer Insulinpumpen-Profi. Er fühlte sich durch eine Insulinpumpe mit Schlauch vor allem beim Sport beeinträchtigt. Legte er die Pumpe ab, waren die Werte oft viel zu hoch und er weniger leistungsfähig. Nutzte er die Pumpe während des Sports, störte sie ihn, da er keine für ihn passende Befestigung fand.
Schnell fiel daher die Wahl auf den Omnipod 5. Diesen trägt er auch während des Sports, zusätzlich gesichert mit einer Armbinde. Die Insulinversorgung wird nur unterbrochen, wenn es nötig ist. Da der Steuer-Algorithmus direkt im Pod integriert ist, läuft der AID-Modus auch weiter, wenn das Steuergerät nicht in der Nähe ist. Das gibt Thomas ein Maximum an Freiheit. „Es gibt aber auch Nachteile“, sagt der Jugendliche.
„In letzter Zeit vergesse ich das Steuergerät doch immer mal wieder daheim. Dann muss ich mich entscheiden, ob ich auf Mahlzeiten oder die notwendigen Insulinboli zum Essen verzichte. Schließlich kann ich das Mahlzeiten-Insulin nur über das Steuergerät abgeben. Meist esse ich dann doch, was zu hohen Werten führt. Wäre die Steuerung mit dem Smartphone möglich, würde es mir die Therapie sehr erleichtern.“
Für Leo und Thomas ist der Omnipod 5 das passende System. Für die Zukunft würden sich die beiden noch wünschen, dass man den Pod vollständig über das Smartphone steuern könnte. „Denn mein Smartphone vergesse ich eigentlich nie“, sagt Thomas. Hierzu stehen bereits Weiterentwicklungen des Herstellers an.
Kurzprofil für das Omnipod-5-AID-System
- ab dem Alter von zwei Jahren und einer Mindestmenge von fünf Einheiten täglich eines kurz wirksamen Insulins zugelassen
- in Kombination mit dem CGM-System Dexcom G6 oder G7 und der Smart-Adjust-Technologie als Algorithmus als AID-System nutzbar
- korrigiert als AID-System automatisiert hohe und niedrige Glukosewerte
- der Aktivitäts-Modus erhöht den Glukose-Zielwert und verringert die Insulinzufuhr
Familien sind gut zu unterstützen
Auch wir als Behandelnde können bestätigen, dass bei optimaler Einstellung und Verwendung des Systems die Zeit im Zielbereich zunimmt. Gut können wir die Familien bei diesem Prozess mit dem Cloud-basierten System Glooko, in das man die Daten hochladen und sie dort auswerten kann, begleiten.
Für alle, die sich weiter über das System informieren möchten, empfehlen wir die direkte Kontaktaufnahme zu ihrem Diabetes-Team. Darüber hinaus bietet der Hersteller Insulet die Omnipod-5-Simulator-App sowie ein kostenloses Pod-Erlebnis-Kit an.

Im Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes interdisziplinär behandelt und individuell betreut. Für den Diabetes-Anker schreibt das Team regelmäßig Beiträge.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (6) Seite 44-45
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Tagen, 9 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 2 Tagen, 8 Stunden
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 2 Tagen, 6 Stunden
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 1 Tag, 3 Stunden
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 3 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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