Diabetes-Technologien im Alter: Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag

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Diabetes-Technologien im Alter: Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag | Foto: Christoph Burgstedt – stock.adobe.com
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Diabetes-Technologien im Alter: Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag

Sind Diabetes-Technologien nur etwas für Jüngere? Dieses Stereotyp ist längst überholt, denn auch Menschen im höheren Alter profitieren von modernen Hilfsmitteln – unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenssituation.

Moderne Glukose-Sensoren und Insulinpumpen können Menschen mit Diabetes dabei unterstützen, ihre Therapie sicherer und komfortabler zu gestalten. Besonders wichtig sind dabei auch die Steigerung der Lebensqualität und mehr Sicherheit im Alltag für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

Gerade im höheren Lebensalter können Diabetes-Technologien eine wertvolle Hilfe sein. Gleichzeitig können altersbedingte Einschränkungen den Umgang mit technischen Systemen erschweren. Deshalb ist es wichtig, Chancen und mögliche Herausforderungen gleichermaßen zu betrachten.

Was „Alter“ bedeutet

„Alt“ ist kein exakt festgelegtes Alter. Häufig wird damit die Lebensphase ab etwa 60 oder 65 Jahren bezeichnet. Allerdings können die körperlichen und geistigen Voraussetzungen im Alter unterschiedlich sein. Während manche Menschen auch mit über 80 Jahren noch sehr selbstständig sind, benötigen andere früher mehr Unterstützung.

Einsatzbereiche moderner Technologien

Die wichtigsten Einsatzbereiche moderner Technik liegen im Glukose-Monitoring und in der Therapie mit Insulinpumpen. Für viele Menschen ergeben sich daraus wichtige Vorteile wie frühzeitige Warnungen vor oder bei Unterzuckerungen durch Alarme, stabilere Glukosewerte, bessere Übersicht über den Glukoseverlauf und die Möglichkeit des Teilens der Glukosewerte.

Neben den medizinischen Vorteilen darf auch der psychische Aspekt nicht unterschätzt werden. Viele Menschen mit Diabetes haben Sorge vor nächtlichen Unterzuckerungen oder stark schwankenden Glukosewerten. Die Alarm-Funktion eines Glukose-Sensors kann auch hier beruhigend wirken, wovon auch die Angehörigen bzw. Bezugspersonen häufig profitieren, z. B. wenn sie Glukosewerte aus der Ferne einsehen können.

Technologie im Alter

  1. Auchim höheren Lebensalter können Diabetes-Technologien eine wertvolle Hilfe sein.
  2. Sie können die Lebensqualität und die Sicherheit im Alltag steigern, auch von Bezugspersonen.
  3. Möglicherweise eingeschränkte Fähigkeiten sind zu berücksichtigen und der Umgang mit der Technik regelmäßig zu üben.

Technisches Wissen unterschiedlich ausgeprägt

Der Umgang mit moderner Technik fällt Menschen unterschiedlich leicht – unabhängig vom Alter. Manche älteren Menschen sind sehr Technik-affin, während sich andere mit digitalen Geräten schwerertun. Im höheren Alter können jedoch zusätzliche Einschränkungen auftreten, die den Einsatz von Diabetes-Technologien beeinflussen. Eine verminderte Sehkraft kann das Ablesen von Displays erschweren. Auch motorische Einschränkungen können eine Herausforderung darstellen.

Zu den notwendigen Handgriffen bei einer Therapie mit Insulinpumpe gehören beispielsweise das Befüllen des Insulin-Reservoirs, das Einsetzen der Patrone und das Setzen der Kanüle. Diese Schritte erfordern eine gewisse Feinmotorik. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Hände kann das schwierig sein. Hier können manche Pumpen-Systeme Vorteile bieten. Bei einem System mit vorgefüllter Patrone ist z. B. weniger Vorbereitung nötig.

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Bei eingeschränktem Sehvermögen helfen z. B. eine Lupe oder gute Beleuchtung beim Wechsel von Kanüle oder Reservoir. Darüber hinaus spielen auch die Menüs der Insulinpumpen und das Display eine wichtige Rolle. Große Schrift, klare Symbole und einfache Menü-Strukturen können den Umgang erleichtern. Bisher gibt es keine Inuslinpumpe, welche all diese Faktoren berücksichtigt.

Erfahrung hilft im Alltag

Viele Menschen, die bereits seit Jahren eine Insulinpumpe oder einen Glukose-Sensor nutzen, kommen meist auch im höheren Alter gut mit ihrer Technik zurecht. Durch Routine sind die einzelnen Schritte vertraut. Wenn jedoch ein Wechsel des Systems ansteht, sollte gemeinsam mit dem Diabetes-Team geprüft werden, ob das neue Gerät zu den individuellen Fähigkeiten passt. Ziel ist, eine Technik zu wählen, die unterstützt und nicht zusätzlich belastet.

Erforderliche Schritte zur Anwendung von Diabetes-Technologien

  • Glukose-Sensor:
  • regelmäßiger Sensorwechsel
  • richtiger Umgang mit Alarm-Meldungen
  • Verständnis für die angezeigten Glukosewerte und Trendpfeile
  • Wissen über Situationen für eventuell notwendige Blutzucker-Messungen
  • Insulinpumpe:
  • Katheter- und Kanülenwechsel
  • Patronenwechsel
  • Abgabe von Mahlzeiten-Insulin
  • Wissen darüber, wann und in welchen Situationen Unterstützung nötig ist

Schulung und Übung sind wichtig

Ganz gleich, um welche Technik es geht: Im Alter ist es besonders wichtig, den Umgang damit regelmäßig zu üben. Schulungen können helfen, Sicherheit zu gewinnen. Auch Termine mit dem Diabetes-Team sind sinnvoll, um offene Fragen zu klären und die Handhabung zu trainieren. Manchmal kann auch sinnvoll sein, die Technik zunächst in einem reduzierten Umfang zu nutzen und erst dann weitere Schritte zu gehen.

Diabetes-Technologien sollen den Alltag erleichtern und die Selbstständigkeit fördern. Wenn Menschen jedoch überfordert sind oder Risiken entstehen, sollte die Therapie gemeinsam mit dem Diabetes-Team überprüft werden. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Einstellungen zu vereinfachen oder ein anderes System zu wählen. Wichtig ist, dass die Technik zum Menschen passt – nicht umgekehrt.

Diabetes-Technologie auch im Alter kein Tabu

Wenn die individuellen Voraussetzungen berücksichtigt werden und eine gute Schulung erfolgt, können moderne Diabetes-Technologien auch im höheren Alter sehr hilfreich sein. Sie können zu stabileren Glukosewerten beitragen, vor Unterzuckerungen warnen und mehr Sicherheit im Alltag geben. Gleichzeitig können sie Menschen mit Diabetes und Angehörige psychisch entlasten. Alter allein sollte deshalb kein Grund sein, auf moderne Diabetes-Technologie zu verzichten. Entscheidend ist vielmehr, das passende System zu finden und den Umgang damit Schritt für Schritt zu erlernen. So kann die Technik ein unterstützender Begleiter im Alltag sein. _


von Juliane Ehrmann

Juliane Ehrmann ist Diabetes-Beraterin DDG und tätig in der Bereichsleitung Diabetes-Beratung sowie in der berufsfachlichen Kursleitung am Diabetes Zentrum Mergentheim und Referentin für den Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD).

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (5) Seite 18-19

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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