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Diabetes-Technologien im Alter: Mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag
3 Minuten
Sind Diabetes-Technologien nur etwas für Jüngere? Dieses Stereotyp ist längst überholt, denn auch Menschen im höheren Alter profitieren von modernen Hilfsmitteln – unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebenssituation.
Moderne Glukose-Sensoren und Insulinpumpen können Menschen mit Diabetes dabei unterstützen, ihre Therapie sicherer und komfortabler zu gestalten. Besonders wichtig sind dabei auch die Steigerung der Lebensqualität und mehr Sicherheit im Alltag für die Betroffenen und ihre Angehörigen.
Gerade im höheren Lebensalter können Diabetes-Technologien eine wertvolle Hilfe sein. Gleichzeitig können altersbedingte Einschränkungen den Umgang mit technischen Systemen erschweren. Deshalb ist es wichtig, Chancen und mögliche Herausforderungen gleichermaßen zu betrachten.
Was „Alter“ bedeutet
„Alt“ ist kein exakt festgelegtes Alter. Häufig wird damit die Lebensphase ab etwa 60 oder 65 Jahren bezeichnet. Allerdings können die körperlichen und geistigen Voraussetzungen im Alter unterschiedlich sein. Während manche Menschen auch mit über 80 Jahren noch sehr selbstständig sind, benötigen andere früher mehr Unterstützung.
Einsatzbereiche moderner Technologien
Die wichtigsten Einsatzbereiche moderner Technik liegen im Glukose-Monitoring und in der Therapie mit Insulinpumpen. Für viele Menschen ergeben sich daraus wichtige Vorteile wie frühzeitige Warnungen vor oder bei Unterzuckerungen durch Alarme, stabilere Glukosewerte, bessere Übersicht über den Glukoseverlauf und die Möglichkeit des Teilens der Glukosewerte.
Neben den medizinischen Vorteilen darf auch der psychische Aspekt nicht unterschätzt werden. Viele Menschen mit Diabetes haben Sorge vor nächtlichen Unterzuckerungen oder stark schwankenden Glukosewerten. Die Alarm-Funktion eines Glukose-Sensors kann auch hier beruhigend wirken, wovon auch die Angehörigen bzw. Bezugspersonen häufig profitieren, z. B. wenn sie Glukosewerte aus der Ferne einsehen können.
Technologie im Alter
- Auchim höheren Lebensalter können Diabetes-Technologien eine wertvolle Hilfe sein.
- Sie können die Lebensqualität und die Sicherheit im Alltag steigern, auch von Bezugspersonen.
- Möglicherweise eingeschränkte Fähigkeiten sind zu berücksichtigen und der Umgang mit der Technik regelmäßig zu üben.
Technisches Wissen unterschiedlich ausgeprägt
Der Umgang mit moderner Technik fällt Menschen unterschiedlich leicht – unabhängig vom Alter. Manche älteren Menschen sind sehr Technik-affin, während sich andere mit digitalen Geräten schwerertun. Im höheren Alter können jedoch zusätzliche Einschränkungen auftreten, die den Einsatz von Diabetes-Technologien beeinflussen. Eine verminderte Sehkraft kann das Ablesen von Displays erschweren. Auch motorische Einschränkungen können eine Herausforderung darstellen.
Zu den notwendigen Handgriffen bei einer Therapie mit Insulinpumpe gehören beispielsweise das Befüllen des Insulin-Reservoirs, das Einsetzen der Patrone und das Setzen der Kanüle. Diese Schritte erfordern eine gewisse Feinmotorik. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit der Hände kann das schwierig sein. Hier können manche Pumpen-Systeme Vorteile bieten. Bei einem System mit vorgefüllter Patrone ist z. B. weniger Vorbereitung nötig.
Viele weitere Hilfsmittel helfen Älteren mit Diabetes: Auch ältere Menschen mit Diabetes profitieren im Alltag von Technologie
Bei eingeschränktem Sehvermögen helfen z. B. eine Lupe oder gute Beleuchtung beim Wechsel von Kanüle oder Reservoir. Darüber hinaus spielen auch die Menüs der Insulinpumpen und das Display eine wichtige Rolle. Große Schrift, klare Symbole und einfache Menü-Strukturen können den Umgang erleichtern. Bisher gibt es keine Inuslinpumpe, welche all diese Faktoren berücksichtigt.
Erfahrung hilft im Alltag
Viele Menschen, die bereits seit Jahren eine Insulinpumpe oder einen Glukose-Sensor nutzen, kommen meist auch im höheren Alter gut mit ihrer Technik zurecht. Durch Routine sind die einzelnen Schritte vertraut. Wenn jedoch ein Wechsel des Systems ansteht, sollte gemeinsam mit dem Diabetes-Team geprüft werden, ob das neue Gerät zu den individuellen Fähigkeiten passt. Ziel ist, eine Technik zu wählen, die unterstützt und nicht zusätzlich belastet.
Erforderliche Schritte zur Anwendung von Diabetes-Technologien
- Glukose-Sensor:
- regelmäßiger Sensorwechsel
- richtiger Umgang mit Alarm-Meldungen
- Verständnis für die angezeigten Glukosewerte und Trendpfeile
- Wissen über Situationen für eventuell notwendige Blutzucker-Messungen
- Insulinpumpe:
- Katheter- und Kanülenwechsel
- Patronenwechsel
- Abgabe von Mahlzeiten-Insulin
- Wissen darüber, wann und in welchen Situationen Unterstützung nötig ist
Schulung und Übung sind wichtig
Ganz gleich, um welche Technik es geht: Im Alter ist es besonders wichtig, den Umgang damit regelmäßig zu üben. Schulungen können helfen, Sicherheit zu gewinnen. Auch Termine mit dem Diabetes-Team sind sinnvoll, um offene Fragen zu klären und die Handhabung zu trainieren. Manchmal kann auch sinnvoll sein, die Technik zunächst in einem reduzierten Umfang zu nutzen und erst dann weitere Schritte zu gehen.
Diabetes-Technologien sollen den Alltag erleichtern und die Selbstständigkeit fördern. Wenn Menschen jedoch überfordert sind oder Risiken entstehen, sollte die Therapie gemeinsam mit dem Diabetes-Team überprüft werden. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Einstellungen zu vereinfachen oder ein anderes System zu wählen. Wichtig ist, dass die Technik zum Menschen passt – nicht umgekehrt.
Diabetes-Technologie auch im Alter kein Tabu
Wenn die individuellen Voraussetzungen berücksichtigt werden und eine gute Schulung erfolgt, können moderne Diabetes-Technologien auch im höheren Alter sehr hilfreich sein. Sie können zu stabileren Glukosewerten beitragen, vor Unterzuckerungen warnen und mehr Sicherheit im Alltag geben. Gleichzeitig können sie Menschen mit Diabetes und Angehörige psychisch entlasten. Alter allein sollte deshalb kein Grund sein, auf moderne Diabetes-Technologie zu verzichten. Entscheidend ist vielmehr, das passende System zu finden und den Umgang damit Schritt für Schritt zu erlernen. So kann die Technik ein unterstützender Begleiter im Alltag sein. _
von Juliane Ehrmann
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (5) Seite 18-19
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?-
ole-t1 antwortete vor 6 Tagen, 8 Stunden
Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
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ole-t1 antwortete vor 6 Tagen, 8 Stunden
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
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schorschlinger antwortete vor 6 Tagen, 5 Stunden
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
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hexle antwortete vor 5 Tagen, 5 Stunden
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
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hexle antwortete vor 5 Tagen, 5 Stunden
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….
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uho1 postete ein Update vor 2 Wochen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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