Schlaganfall: Zeit ist der entscheidende Faktor!

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Schlaganfall: Zeit ist der entscheidende Faktor!

In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern diese – und was Sie als Ersthelfer tun sollten.

Der Notfall

In einem Großraumbüro fällt auf, dass die Buchhalterin Sieglinde E. zusammengesunken am Schreibtisch sitzt. Auf Ansprache gibt sie nur lallende Laute von sich, und es fällt auf, dass die rechte Körperhälfte schlaff ist und der eine Mundwinkel herabhängt.

Das unternimmt der Ersthelfer

Die Arbeitskollegen erkennen, dass die Symptome für einen Schlaganfall sprechen und alarmieren sofort den Rettungsdienst. Die Kollegen sorgen dafür, dass die Patientin bequem sitzt und nicht vom Stuhl fällt. Sie öffnen enge Kleidung und sorgen für frische Luft im Büro, sie reden beruhigend auf die Patientin ein und betreuen sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Der Betriebshelfer hat zwischenzeitlich den Notfallkoffer geholt und den Blutdruck gemessen, dieser beträgt 210/150 mmHg.

Die wichtigsten Maßnahmen
  1. Bei Schlaganfall sofort den Rettungsdienst verständigen
  2. Beruhigen des Patienten und verhindern, dass dieser stürzt
  3. Schnellstmöglicher Transport in eine geeignete Klinik (Schlaganfalleinheit)

Das macht der Rettungsdienst

Eine Notrufmeldung mit der Schilderung von Schlaganfall-Symptomen veranlasst den Mitarbeiter der Leitstelle immer zur Entsendung eines Rettungswagens und des Notarztes. Unmittelbar nach dem Eintreffen des Rettungsdienst-Teams beim Patienten werden dessen Vitalfunktionen ermittelt wie Atmung, Herzfrequenz, Bewusstsein, Blutdruck und Sauerstoffgehalt des Blutes.

Da die Lähmungserscheinungen meist infolge einer Durchblutungsstörung und eines damit verbundenen Sauerstoffmangels im Gehirn hervorgerufen werden, bekommt Frau E. schnellstmöglich einen Sauerstoffmaske angelegt, über die ihr reiner Sauerstoff verabreicht wird. Der erhöhte Blutdruck der Patientin kann durch Gabe von Medikamenten leicht gesenkt werden – allerdings nur sehr vorsichtig und um nicht mehr als 20 Prozent des Ausgangswertes.

Zeit ist der entscheidende Faktor für die Weiterbehandlung eines akuten Schlaganfalles in der Klinik: Daher wird das Rettungsdienst-Team den Beginn der Symptome so genau wie möglich erfragen und dann einen zügigen Transport in eine Klinik mit geeigneter Schlaganfalleinheit einleiten. Frau E. ist aufgrund der Sprachstörung und der Lähmungserscheinungen sehr aufgeregt, also wird ihr der Notarzt für den Transport ein leichtes Beruhigungsmittel verabreichen – denn Stress lässt auch den Blutdruck und die Herzfrequenz steigen.

Auf dem Transport wird sie ständig vom Notarzt betreut – und ihre Vitalfunktionen, vor allem der Blutdruck, werden sehr engmaschig kontrolliert.

Das passiert in der Klinik

Auf der Schlaganfalleinheit wird mit Hilfe eines Computertomogramms geklärt, ob der Schlaganfall durch eine Blutung oder durch eine Durchblutungsstörung entstanden ist. Im Fall einer Durchblutungsstörung (was die häufigere Ursache ist) wird mit Hilfe von Medikamenten versucht, die Durchblutung schnellstmöglich wiederherzustellen, damit die Schäden durch den Schlaganfall gering bleiben.

Im Fall einer Blutung wird entschieden, ob die Blutung operativ gestillt werden kann. Hierzu würde der Patient in eine Neurochirurgie verlegt werden. Sobald der Patient aus dem akuten Stadium heraus ist, beginnen rehabilitative Maßnahmen, die dann in einer neurologischen Rehaklinik fortgeführt werden.

Die Serie „Blaulicht – was im Notfall zu tun ist“

In der Serie Blaulicht stellen wir Ihnen die häufigsten Notfälle vor und erläutern Ihnen die Art des Notfalls – und was Sie als Ersthelfer sinnvollerweise tun sollten.

Danach zeigen wir Ihenen die Maßnahmen, die die Kollegen vom Rettungsdienst durchführen werden. Da die meisten Notfallpatienten in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, erfahren Sie, was dort üblicherweise gemacht wird.

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von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefredakteur des Diabetes-Journals, Ltd. Notarzt im Main-Tauber-Kreis

und Kai Schlecht
Rettungsdienstleiter beim DRK Bad Mergentheim

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (11) Seite 38-39

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