Typ-2-Diabetes: Wie läuft die Behandlung ab?

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Typ-2-Diabetes: Wie läuft die Behandlung ab?
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Typ-2-Diabetes: Wie läuft die Behandlung ab?

Jede Behandlung beginnt damit, gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin Ziele zu vereinbaren. Sie können die Blutzuckerwerte, aber auch Blutdruck, Blutfette oder das Körpergewicht betreffen. Hier kannst du dich informieren, welche Therapiemöglichkeiten es für Typ-2-Diabetes gibt und wann sie zum Einsatz kommen.

Die Diagnose Diabetes trifft jeden Betroffenen erst einmal wie ein Schock. Immerhin handelt es sich um eine bislang unheilbare Erkrankung. Doch glücklicherweise gibt es mittlerweile viele verschiedene Stellschrauben zur Behandlung der Stoffwechselstörung. Dann ist auch mit Diabetes ein normales und erfülltes Leben möglich.

Schritt 1: Behandlungsziele vereinbaren

Bevor es richtig losgeht, gilt es erst einmal die persönlichen Ziele für die Behandlung festzulegen. Wer z. B. viele Extrakilos mit sich herumschleppt, sollte nach Möglichkeit abnehmen. Bei erhöhtem Blutdruck wiederum steht eine Blutdrucksenkung im Vordergrund. Liegen die Blutzuckerwerte in einem gesunden Bereich, wird die Ärztin oder der Arzt einen Zielbereich empfehlen, in dem die Blutzuckerwerte möglichst liegen sollten. Feste Vorgaben für die Vereinbarung von Behandlungszielen gibt es also nicht, dafür sind die Ausgangslagen bei Menschen mit Diabetes viel zu verschieden. Ob die Therapieziele erreicht werden, kann man u. a. mithilfe verschiedener Laborwerte feststellen. Einer der wichtigsten ist der Langzeit-Blutzuckerwert, das sogenannte HbA1c. Es sollte bei Menschen mit Typ-2-Diabetes – je nach Alter und Vorerkrankungen – in der Regel zwischen 6,5 und 8,5 Prozent liegen. Im Alltag kann man seine Glukosewerte mit regelmäßigen Blutzuckermessungen oder aber mit Sensoren messen, die kontinuierlich den Glukosespiegel im Unterhautfettgewebe erheben.

Schritt 2: Lebensstil verbessern

Beim Typ-2-Diabetes empfehlen Ärzt*innen in der Regel zuerst eine Veränderung des Lebensstils. Darunter verstehen sie in erster Linie eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, aber auch der Verzicht auf Zigaretten oder Alkohol, sofern man bislang raucht oder gern mal ein Gläschen zuviel trinkt. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes können ihre persönlichen Ziele der Behandlung und ihren HbA1c-Zielwert bereits auf diesem Weg erreichen und kommen über einen langen Zeitraum ohne Medikamente aus. Man darf allerdings nicht vergessen, dass Typ-2-Diabetes eine fortschreitende Erkrankung ist. Es kann also sein, dass sich die Stoffwechsellage im Laufe der Zeit verschlechtert, obwohl man sich an die ärztlichen Empfehlungen gehalten hat. Dann kann es sein, dass zusätzliche Unterstützung in Form von Medikamenten nötig wird.

Schritt 3: Blutzuckersenkende Medikamente

Wenn Medikamente zum Einsatz kommen, raten Fachleute zunächst zu Tabletten mit dem Wirkstoff Metformin. Es gilt als Basismedikament bei Typ-2-Diabetes. Manchen Menschen mit Diabetes hilft es, wenn sie von Anfang an eine Kombination von Diabetes-Medikamenten erhalten. Häufig wird der Wirkstoff Metformin zusammen mit einem Gliflozin oder einem Glutid verordnet. Gliflozine (im Fachjargon auch SGLT2-Hemmer genannt) sorgen dafür, dass vermehrt Glukose über die Nieren ausgeschieden wird. Sie sind in Tablettenform erhältlich. Glutide (auch GLP1-Rezeptoragonisten genannt) senken den Blutzucker, indem sie die Funktion eines bestimmten Darmhormons nachahmen. Sie müssen gespritzt werden. Gliflozine und Glutide haben neben der Blutzuckersenkung weitere vorteilhafte Eigenschaften: Sie können beim Abnehmen helfen und außerdem das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle senken. Allerdings gehen sie häufig auch mit Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Bauchschmerzen einher. Manchmal muss man erst eine Reihe von Medikamenten oder Kombinationen ausprobieren, bis sich die gewünschten Effekte einstellen.

Schritt 4: Insulintherapie

Vielen Menschen mit Diabetes graut es vor der Vorstellung, dass sie irgendwann einmal Insulin spritzen müssen. Oft erleben sie ihren Diabetes erst dann als ‚schweren Diabetes‘, wenn der Umstieg auf eine Insulintherapie erforderlich wird. Oder sie empfinden es als persönliche Niederlage bzw. Versagen, wenn sie um eine Insulintherapie nicht mehr herumkommen. Dabei kann es eine immense Erleichterung sein, mit Insulin endlich wieder die gewünschte Lebensqualität zu erreichen.

Im Mai 2021 ist eine neue Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) zur Behandlung des Typ-2-Diabetes herausgekommen. Zusammen mit dieser wissenschaftlichen Leitlinie hat man auch eine allgemeinverständliche Patienteninformation herausgegeben, in der die wichtigsten Elemente zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zusammengefasst sind.

Dieser Beitrag wurde am 2. Mai 2022 veröffentlicht und am 30. Januar 2023 zuletzt aktualisiert.



von Antje Thiel

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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