Unternehmen, die Insulin herstellen: Novo Nordisk

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Unternehmen, die Insulin herstellen: Novo Nordisk

Vor 100 Jahren wurde der erste Mensch erfolgreich mit Insulin behandelt. Viel wurde darüber schon geschrieben, viele Blicke wurden bereits in die Geschichte dieser lebensrettenden Entdeckung geworfen. Wir vom Diabetes-Journal wollen noch einen anderen Blickwinkel einnehmen und bitten pharmazeutische Unternehmen, die Insulin herstellen, zum Interview. Thema darin ist aber nicht nur Insulin, sondern es gibt auch Blicke über den Tellerrand. In Teil 2 der Serie: Novo Nordisk.

Interview mit Dr. Matthias Axel Schweitzer, Vice President CMR bei Novo Nordisk in Deutschland

Seit wann produziert Novo Nordisk Insulin und wo wird es heute produziert – insbesondere das Insulin, das Menschen mit Diabetes in Deutschland nutzen?
Die Insulin-Produktion von Novo Nordisk ist so alt wie das Unternehmen selbst, also fast 100 Jahre. Seit der Gründung 1923 wird bei Novo Nordisk Insulin produziert und immer weiterentwickelt. Rund die Hälfte des weltweiten Insulins wird in unserer zentralen Produktions-Anlage in Kalundborg in Dänemark hergestellt. Mit 1,2 Mio. Quadratmetern und rund 3000 Beschäftigten ist sie der Eckpfeiler des globalen Produktions-Netzwerks von Novo Nordisk. Von dort kommt auch das Insulin, das die Menschen mit Diabetes in Deutschland nutzen.

Woran wird bei Novo Nordisk gerade geforscht – bei den Insulinen, aber auch in anderen Bereichen, die mit Diabetes zu tun haben?
Novo Nordisk forscht auch heute noch intensiv an neuen und besseren Insulinen und entwickelt diese weiter, damit die Behandlung für Menschen mit Diabetes wirkungsvoller, einfacher und weniger aufwendig und belastend wird. Ein Beispiel ist ein Insulin, das nicht mehr jeden Tag, sondern nur noch einmal pro Woche injiziert werden muss. Außerdem arbeiten wir an einem Insulin, das abhängig von der jeweiligen Höhe des Blutzuckers wirkt. Damit soll die Behandlung mit Insulin noch sicherer gemacht werden, indem Unterzuckerungen verhindert werden. Unsere große Vision ist es, Diabetes eines Tages zu heilen. Dazu forschen wir im Bereich der Stammzell-Therapie. Erste Studien an Menschen sind für 2023 geplant, dem Jahr, in dem Novo Nordisk seinen 100. Geburtstag feiert.

Novo Nordisk bietet neben Insulin noch anderes für Menschen mit Diabetes an. Was zum Beispiel? Und warum engagiert sich das Unternehmen auch in dieser Hinsicht?
Novo Nordisk ist ein modernes, forschendes Pharma-Unternehmen mit einer klaren Forschungs- und Entwicklungs-Strategie und starken Technologie-Plattformen, die immer neue Innovationen bei immer mehr chronischen Krankheiten ermöglichen. Dabei ist es uns wichtig, das Leben der Patienten positiv zu beeinflussen, chronische Erkrankungen zu verhindern, Leben zu verlängern und besonders Krankheits-Komplikationen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu verhindern. Mit den GLP-1-Rezeptor-Agonisten gelingt uns das heute schon sehr gut. An deren Weiterentwicklung forscht Novo Nordisk besonders intensiv. Es laufen bereits große internationale Studien bei Übergewicht (Adipositas), nicht alkoholischer Fettleber, Alzheimer-Erkrankung und chronischen Nieren-Erkrankungen, die neue Möglichkeiten aufzeigen werden, diese Menschen besser zu behandeln.

Es gibt mehrere Projekte, die Menschen mit Diabetes in der Ukraine helfen. Engagiert sich Novo Nordisk auch in diesem Bereich?
Als pharmazeutisches Unternehmen ist es unsere zentrale Verantwortung, die Versorgung der Menschen mit chronischen Krankheiten in der Ukraine mit ihren lebenswichtigen Medikamenten sicherzustellen. Gleich zu Beginn der Krise hat unsere Unternehmens-Zentrale in Kopenhagen dem ukrainischen Gesundheitsministerium Diabetes- und Hämophilie-Medikamente für einen Zeitraum von bis zu zwei Monaten gespendet. Seitdem sind wir in kontinuierlichem, engem Austausch mit den wichtigen internationalen humanitären Organisationen, um den Bedarf an weiteren Medikamenten-Spenden zu ermitteln und so die Versorgung sicherzustellen. Zusätzlich hat die Novo Nordisk Stiftung 80 Millionen dänische Kronen (ca. 10,7 Mio. Euro) gespendet, um die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen zu unterstützen.

Wie versucht Novo Nordisk, Menschen mit Diabetes im Alltag zu unterstützen? Welchen Stellenwert haben dabei Social-Media-Kanäle?
Diabetes ist eine Erkrankung, die das tägliche Leben der Patientinnen und Patienten beeinflusst. Uns ist es deshalb wichtig, die Betroffenen nicht nur medizinisch zu versorgen, sondern sie auch in ihrem Alltag mit der Krankheit bestmöglich zu unterstützen. Hierbei sind klassische Materialien wie Blutzucker-Tagebücher nach wie vor eine wichtige Hilfe. Sie werden aber zunehmend um neue digitale Unterstützungs-Angebote ergänzt, die von den Patientinnen und Patienten aktiv nachgefragt und erwartet werden. Aktuell arbeiten wir an einer umfassenden Info-Website sowie einem Social-Media-Kanal für Menschen mit Diabetes und deren Angehörige, die voraussichtlich im Herbst an den Start gehen werden. Bei allem, was wir anbieten, legen wir Wert darauf, dass nicht nur wir selbst, sondern allen voran die Betroffenen und deren Angehörige die Angebote als hilfreich erachten und letztendlich auch annehmen. Das kann nur gelingen, wenn wir aktiv in den Austausch mit ihnen gehen und das, was sie bewegt, wirklich und besser verstehen wollen.

Novo Nordisk – Unternehmens-Daten:
  • ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutschlandweit, davon ca. die Hälfte am Unternehmensstandort in Mainz/Rheinland-Pfalz (Stand: Juni 2022)
  • rund 49 300 Beschäftigte weltweit, davon ca. 6000 im Bereich Forschung und Entwicklung (Stand: Mai 2022)
  • weitere Informationen auf www.novonordisk.com und www.novonordisk.de
  • Novo Nordisk produziert ca. die Hälfte des weltweiten Insulins in Kalundborg (Dänemark), weitere Produktions-Schritte erfolgen an Standorten in Brasilien, China, Dänemark, Frankreich und den USA.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (8) Seite 36-37

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  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 21 Stunden

    Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

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