Vor 100 Jahren: Bantings Insulin-Idee am 31. Oktober 1920

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Vor 100 Jahren: Bantings Insulin-Idee am 31. Oktober 1920

Am 31. Oktober 1920 hatte ein junger Arzt namens F. G. Banting in Kanada die Idee seines Lebens: aus Bauchspeicheldrüsen etwas zu gewinnen, mit dem man Diabetes behandeln könnte. Es gelang ihm, den bekannten Stoffwechselforscher Prof. MacLeod an der Universität Toronto davon zu überzeugen, ihm ein Labor zur Verfügung zu stellen, um seine Ideen zu verwirklichen …

So begann eine der segensreichsten Entdeckungen der medizinischen Forschung. Schon 1923 wurde Frederick G. Banting der jüngste Nobelpreisträger aller Zeiten.

Es geschah vor 100 Jahren: Der junge Chirurg Frederick Grant Banting hatte am Samstag, dem 30. Oktober, einen Kurs für Studenten vorbereitet. Es ging dabei um die Bauchspeicheldrüse. Er hatte gerade seine Ausgabe der Zeitschrift für Chirurgie und Gynäkologie erhalten, der erste Artikel darin war von dem Pathologen Prof. Moses Barron von der Universität von Minnesota. Es ging darin um den Zusammenhang zwischen Bauchspeicheldrüse und Diabetes. Deshalb las Banting diesen Artikel sehr aufmerksam:

Eine Notiz mitten in der Nacht

Barron hatte beobachtet, dass bei einem Patienten durch Verschluss des Ausgangs der Bauchspeicheldrüse fast die ganze Drüse verschwunden war, nur die Zellen der Langerhans’schen Inseln waren übriggeblieben. Neu war dies nicht, man wusste das schon aus Tier­experimenten. Barron wiederholte in dem Artikel auch die schon von vielen Forschern vermutete Theorie, dass in den Inseln der Bauchspeicheldrüse ein Hormon gebildet würde, dessen Fehlen die Ursache des Diabetes sein könnte.

Banting brachte dies auf eine Idee: Wie könnte man aus der Bauchspeicheldrüse etwas gewinnen, um Diabetes zu behandeln? Mitten in der Nacht stand er nochmal auf und schrieb am 31.10.1920 um 2 Uhr morgens in sein Notizbuch:

Diabetus*: Unterbinde die Gänge der Bauchspeicheldrüse bei einem Hund. Halte den Hund am Leben, bis die Bauchspeicheldrüse degeneriert ist und nur die Inseln übrigbleiben. Versuche die innere Sekretion zu isolieren, um die Urinzuckerausscheidung zu verbessern.

*(Der spätere Nobelpreisträger schrieb in seinem Notizbuch das Wort Diabetes falsch. Banting war dafür bekannt, es mit der Rechtschreibung nicht allzu genau zu nehmen. Auch konnte er nicht ahnen, dass sein Notizbuch eines Tages zum Museumsstück würde.)

„Diabetus“: Bantings Tagebuch mit der berühmten Eintragung.
„Diabetus“: Bantings Tagebuch mit der berühmten Eintragung.

Im Banting Museum, zu dem sein Haus in London (Ontario) wurde, kann man heute noch das Schlafzimmer und das Original des Bettes bewundern, in dem Banting diese Nacht verbrachte.

Jüngster Nobelpreisträger

Schon 1923 erhielt Frederick Banting als jüngster Nobelpreisgewinner aller Zeiten zusammen mit Prof. MacLeod den Nobelpreis für die Einführung der lebensrettenden Behandlung des Diabetes mit Insulin. Sein Notizbuch ist heute eines der Highlights der historischen Sammlung der Universität Toronto. Der Geburtstag von Frederick Banting, der 14. November, wurde 1991 von der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF) zum Datum des Welt-Diabetestages bestimmt. Seit 2007 ist dieser Tag sogar der offizielle Diabetestag der Vereinten Nationen. Weltweit finden an Bantings Geburtstag Veranstaltungen für die Rechte der Menschen mit Diabetes statt.

Aber Bantings berühmte Idee war eigentlich nicht viel wert: Seine Idee zur Gewinnung von Insulin war extrem aufwendig. Auf diese Weise konnte man niemals größere Mengen von Insulin gewinnen, dazu hätte man eine horrende Zahl von Hunden opfern müssen. Viel praktikabler war es, Insulin gleich aus Bauchspeicheldrüsen geschlachteter Tiere herzustellen. Die Grundlagen der Methoden dazu waren auch schon bekannt, aber Banting kannte diese Veröffentlichungen nicht, er hatte von der wissenschaftlichen Literatur über dieses Thema nichts gelesen.

Er kannte die Vorarbeiten nicht

Bantings „Idee“ war keineswegs neu: Schon mehrere Forscher hatten versucht, aus Bauchspeicheldrüsen Insulin zu gewinnen und damit den Blutzuckerspiegel zu senken. Aber keiner dieser Versuche hatte über längere Zeit zu einer erfolgreichen Behandlung von Menschen mit Diabetes geführt. Dem Ziel am nächsten gekommen war im Sommer 1914 der Berliner Arzt Prof. ­Zülzer gemeinsam mit dem luxemburgischen Chemiker Dr. Camille Reuter (das Diabetes-Journal berichtete ausführlich darüber). Aber der erste Weltkrieg beendete diese Forschungsarbeiten.

Auch der junge Arzt Frederick Banting zog nach einem wegen des Krieges verkürzten Medizinstudium als Freiwilliger in den Krieg, er wurde sechs Wochen vor Kriegsende an der französischen Front am Arm verwundet. Er versorgte die Wunde selbst notdürftig und kümmerte sich noch 12 Stunden um verletzte Kameraden, bevor er seine Wunde behandeln ließ.

Die Wunde entzündete sich, er kam in ein Militärkrankenhaus in England. Dort wollte ein Chirurg den Arm amputieren – Banting weigerte sich und hatte Glück: Nach Wochen heilte die Wunde. Banting wurde mit dem Military Cross ausgezeichnet, einer hohen Auszeichnung der britischen Armee für Tapferkeit an der Front. Seiner Freundin schickte er aus England einen Verlobungsring, sie willigte begeistert in die Verlobung ein.

Junger Arzt sucht Arbeit

Der junge Kriegsheld kam zurück in die Heimat, aber beruflich und privat befand er sich an einem Tiefpunkt: Die Familie seiner Verlobten stand der Ehe dem mittellosen Bauernsohn immer kritischer gegenüber. Seine Verlobte, Tochter eines Pastors, bezog ein ansehnliches Gehalt als Lehrerin. Für sie und auch für Banting war es undenkbar, zu heiraten, ohne dass der Ehemann für den Unterhalt der Familie sorgen konnte. Er beendete seine Ausbildung in der Chirurgie, aber er fand keine feste Anstellung in einer Klinik.

So blieb ihm nur die Eröffnung einer orthopädisch-chirurgischen Praxis, aber in seine am 1. Juli 1920 eröffnete Praxis kam erst am 29. Juli der erste Patient: ein Freund von ihm, der allerdings auf der Suche nach Alkohol war (es galt noch ein Alkoholverbot). Im ersten Monat betrug Bantings Einkommen durch die Praxis gerade einmal 4 Dollar, und er musste sich häufig Geld leihen. Banting hatte vor seinem Medizinstudium ein Kunststudium angefangen, aber schnell abgebrochen.

Nun fing er wieder an, Ölbilder zu malen. Er versuchte auch, diese Bilder zu verkaufen, aber niemand wollte sie damals haben. Seine recht gelungenen Landschaftsbilder werden heute teuer gehandelt.

Besuch bei Prof. MacLeod

Um ein wenig mehr zu verdienen, besserte Banting sein Gehalt mit Unterricht für Studenten an der Western University in London (Ontario) auf, und so kam es bei der Vorbereitung einer Unterrichtsstunde, siehe oben, zu der berühmten „Banting’s Idee“ in der Nacht. Seine Idee ließ ihn nicht los. Prof. Miller, dem Banting bei einigen physiologischen Versuchen assistiert hatte, empfahl ihm, sich in Toronto an Prof. MacLeod zu wenden.

Prof. John James Rickard MacLeod war damals einer der weltweit bekanntesten Fachleute der Stoffwechselforschung, der auch ein anerkanntes Lehrbuch über die Biochemie des Diabetes veröffentlicht hatte. Er stammte aus Schottland und war Arzt und Biochemiker. In London und in Leipzig hatte er eine hervorragende Ausbildung in Methoden der physiologischen Forschung absolviert. Dann war er einem Ruf an die Universität von Cleveland in die USA gefolgt.

Elizabeth Hughes – Insulin rettete ihr das Leben

Im Alter von 11 Jahren hatte die kleine Elizabeth ­Hughes 1918 Diabetes bekommen – damals bei einem Kind eine hoffnungslose Diagnose. Ihr Vater war einer der bekanntesten Politiker der USA: Charles Evans Hughes, Gouverneur von New York, später Außenminister und Bundesrichter. Der Vater tat alles für seine kleine Tochter, er stellte in seiner Villa eine Krankenschwester zur Betreuung des Kindes an und er half sogar dem Diabetologen Dr. Allen mit einer sehr beachtlichen Spende bei der Finanzierung dessen Klinik in der Nähe von New York.

Dr. Allen war in den USA sozusagen die allerletzte Hoffnung für Menschen mit Diabetes. Er propagierte eine drastische Behandlung, die Patienten bekamen kaum mehr Kohlenhydrate zu essen und auch im Ganzen extrem wenige Kalorien. Bei übergewichtigen Menschen mit Typ-2-Diabetes konnte seine Behandlung helfen, für Menschen mit Typ-1-Diabetes war es nichts als sinnlose Quälerei; aber die Patienten setzten all ihre Hoffnung in die Behandlung durch den charismatischen Dr. Allen.

Auch die kleine Elizabeth wurde von Dr. Allen behandelt, sie war bis auf Haut und Knochen abgemagert und litt schrecklich unter der brutalen und letztlich nutzlosen Hungerdiät. Aber sie sollte großes Glück haben: 1922 war sie einer der ersten Menschen, deren Leben bei Dr. Banting in Toronto durch das neue „Wundermittel“ Insulin gerettet wurde. Sie spritzte über 42 000-mal Insulin, bekam drei Kinder und lebte dank Insulin bis 1981.

Die Diabetesklinik von Dr. Allen ging nach der Einführung der Insulinbehandlung bankrott. Allen versuchte verzweifelt, noch einmal Geld von Hughes zu bekommen – der lehnte aber, wie alle anderen früheren Sponsoren, dankend ab. Die Zeit von Allens „Hungerbehandlung“ des Diabetes war nach der Entdeckung der Insulinbehandlung abgelaufen.

Als aber der erste Weltkrieg ausbrach und die USA zunächst nicht an die Seite Englands traten, wollte der Brite MacLeod dem Empire dienen und zog es vor, in Kanada zu arbeiten: Er betrieb dort auch kriegswichtige Forschungen, z. B. über Gasmasken, Flugmedizin und die Ernährung von Soldaten.

Am Montag, dem 8. November 1920, fuhr Banting nach Toronto. Ein renommierter, besonnener 44-jähriger Professor traf auf einen glühend von seiner Idee begeisterten 28-Jährigen. Prof. MacLeod war zunächst sehr skeptisch: Er kannte die vielen bisher erfolglosen Versuche, Insulin zu gewinnen. Viele Profis waren an der Aufgabe schon gescheitert, und nun wollte ein junger Chirurg das Problem lösen, der weder Erfahrung in der physiologischen Forschung hatte, noch die wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema kannte?

Frederick G. Banting, John James Rickard Macleod und Elizabeth Hughes (v.l.).
Frederick G. Banting, John James Rickard Macleod und Elizabeth Hughes (v.l.).

Banting berichtete später, dass ­MacLeod während seines Vortrags überhaupt nicht begeistert gewesen sei und anfing, Briefe auf seinem Schreibtisch zu lesen, als Banting seine Ideen schilderte. Das mag aber eine der vielen Legenden um die beiden sein, die sich später vehement darüber stritten, wem eigentlich mehr Ehre für die Entdeckung zukommen sollte. Vor allem Banting war später der Meinung, dass MacLeod den Nobelpreis gar nicht verdient hätte.

Immerhin muss Bantings Enthusiasmus MacLeod irgendwie beeindruckt haben. MacLeod wiederholte mehrfach, dass die vorgeschlagenen Experimente, selbst wenn sie scheiterten, immerhin einen interessanten Beitrag für die Forschung liefern könnten. Das ärgerte Banting zutiefst, weil er von seiner Idee so felsenfest überzeugt war. Es war der Beginn einer schwierigen Beziehung, die schließlich in einer abgrundtiefen Abneigung zwischen beiden endete.

Ein Labor, ein Student, kein Gehalt

Prof. MacLeod bot Banting an, ihm im folgenden Jahr ein kleines Labor in seinem Institut zur Verfügung zu stellen. Es sollte aber ein Student mit Forschungserfahrung Banting bei der Arbeit assistieren. Auch die Hunde für die Versuche wollte MacLeod zur Verfügung stellen. Aber ein Gehalt für die Arbeit gab es nicht. Banting fuhr zurück nach Hause, er wollte über das Angebot nachdenken. Seine Freunde rieten ihm davon ab, für solch einen unbezahlten Job seine bisherige Arbeit aufzugeben.

Banting war sich sehr unschlüssig, was er tun sollte; er bewarb sich um eine Stelle als Arzt bei einem Ölunternehmen, das sich dann aber entschied, keinen Arzt anzustellen. Er versuchte auch vergeblich, eine Anstellung in der Universität von Western Ontario zu bekommen, wo er bei Experimenten in der Physiologie assistiert hatte. Dann ging auch noch seine Verlobung in die Brüche, er erhielt von seiner Verlobten den Verlobungsring zurück. Sicher hat sie nicht geahnt, dass aus dem armen Jungmediziner schon bald ein Nobelpreisträger und ein von König George V. geadelter Sir Frederick werden sollte.

Entscheidung für die Forschung

Vielleicht war das Ende seiner Verlobung ein Grund, warum Banting entschied, seinem Berufsleben eine komplette Wendung zu geben und woanders sein Glück zu suchen. Am 8. März 1921 schrieb Banting an MacLeod und fragte, ob das Angebot weiter gelte. MacLeod antwortete postwendend, Banting könne von Mitte Mai bis Ende Juli in seinem Institut arbeiten. Und so begann in Toronto die Entdeckung der Insulinbehandlung, einem der größten Erfolge der modernen Medizin, die unzählige Menschen vor dem Tod im diabetischen Koma rettete.

2021 bis 2022 werden wir berichten, wie die spannende Geschichte der Entdeckung der Insulinbehandlung in den Folgejahren weiterging. Mehr dazu also demnächst im Diabetes-Journal.


von Dr. med. Viktor Jörgens

Avatar von viktor-joergens

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (10) Seite 34-37

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • crismo antwortete vor 1 Woche

      Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • thomas55 antwortete vor 1 Woche

      @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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