- Behandlung
Welchen Einfluss die Ernährung auf den Blutdruck hat
4 Minuten
Salz spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von hohem Blutdruck. Neben den bekannten, „klassischen“ Mechanismen der Krankheitsentstehung wurde in den letzten Jahren viel über die schädigenden Effekte von Salz via Mikrobiom und Immunsystem geforscht. Eine neue Studie soll nun z.B. den Einfluss eines Probiotikums auf den Blutdruck untersuchen.
Moderne Ernährungsgewohnheiten führen zu erhöhter Salzaufnahme
Salz ist ein Treiber von Bluthochdruck. Die modernen Ernährungsgewohnheiten mit Fertigprodukten und konservierten Lebensmitteln haben dazu geführt, dass der moderne Mensch ein Vielfaches an Salz zu sich nimmt, als physiologisch sinnvoll ist. Bislang ist man davon ausgegangen, dass ein zu hoher Salzkonsum zum Blutdruckanstieg und in Folge zu Endorganschäden führt. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Salz auch eine Immunzellaktivierung anstößt und entzündungsfördernde Zytokine aktiviert.
Tierexperimentell [1, 2] konnte gezeigt werden, dass ein erhöhter Salzkonsum zur Infiltration des Nervensystems mit TH17-Zellen führt. Diese T-Helferzellen gehören zum Immunsystemen und werden mit der Entstehung von chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Neben Immunsystem und Nervensystem ist auch das gastrointestinale System bei der Entstehung von Bluthochdruck in Folge eines hohen Salzkonsums beteiligt.
Ein kürzlich im „The New England Journal of Medicine“ [3] erschienenes Editorial fasst die beteiligten Organsysteme und die verschiedenen Signalwege zur Salzexkretion zusammen und betont, dass bereits der Ausfall eines Signalwegs zur Salzsensitivität und Bluthochdruck in Folge führt.
Probiotikum: Neue Therapieoption zur Behandlung salzsensitiven Bluthochdrucks?
Wissend, dass das Mikrobiom das Immunsystem reguliert, wurden in den vergangenen Jahren Untersuchungen des Darm-Mikrobioms bei Bluthochdruck und assoziierten Organschäden initiiert. Wegweisend war eine Arbeit von Dr. Nicola Wilck, Charité-Universitätsmedizin Berlin, deren Ziel es war, Einflussfaktoren für das Mikrobiom zu charakterisieren und Auswirkungen auf die Entzündung (Inflammation) besser zu verstehen.
Die Arbeitsgruppe zeigte [4], dass eine erhöhte Salzaufnahme neben der Erhöhung des Blutdrucks zu Veränderungen des Mikrobioms, bakterieller Metabolite und entzündungsfördernde TH17-Zellen führt und eine gezielte Behandlung mit einem Probiotikum (Produkt, das lebende Mikroorganismen enthält) diese Veränderungen verhindern könnte. Das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) der Charité-Universitätsmedizin Berlin rekrutiert derzeit Patientinnen und Patienten im Alter von 50-80 Jahren für eine randomisierte klinische Studie (HYPRO), um den Einfluss eines Probiotikums auf den Blutdruck von Patienten mit Hypertonie Grad 1 zu untersuchen.
„Das sind sehr interessante Ansätze, die komplett neue Therapieoptionen zur Behandlung von salzsensitivem Bluthochdruck in Aussicht stellen“, erklärt Prof. Ulrich Wenzel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. „Doch bei diesem Ansatz beginnen wir am Ende der Kette. Wir versuchen, die negativen Folgen, die ein hoher Salzkonsum auf das Mikrobiom hat, durch die Gabe von Probiotika zu korrigieren. Einfacher wäre es – zumindest in der Theorie –, den Salzkonsum konsequent zu senken.“
Salzreduktion hat deutlich positive Auswirkungen auf kardiovaskuläres Risiko
Dass das einen eindrucksvollen Effekt hat, konnte jüngst eine chinesische Studie [6] zeigen. Die Studie war darauf ausgelegt, den Effekt einer Kochsalzreduktion über die Nahrung an einer Population von Hochrisikopatientinnen und -patienten zu untersuchen. Die Open-Label-Studie schloss 20.995 Personen ein, die entweder bereits einen Schlaganfall erlitten hatten oder mindestens 60 Jahre alt waren und unter Bluthochdruck litten.
Die Teilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip in gleich große Gruppen eingeteilt. In der Interventionsgruppe verwendeten die Studienteilnehmer Kochsalzsubstitute bzw. Salz-Ersatzprodukte (Mineralsalzmischung aus 75 Prozent Natriumchlorid und 25 Prozent Kaliumchlorid), in der Kontrollgruppe wurde weiterhin das übliche Kochsalz benutzt (100 Prozent Natriumchlorid).
Erfasst wurde die Häufigkeit von neu aufgetretenen Schlaganfällen im Studienzeitraum; auch die klinische Sicherheit des Kochsalzsubstitutes wurden überprüft. Die Studienteilnehmer (49,5 Prozent weiblich) waren im Mittel 65,4 Jahre alt, 88,4 Prozent litten an Bluthochdruck und 72,6 % hatten bereits einen Schlaganfall erlitten. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 4,74 Jahre. Im Ergebnis war die Schlaganfallrate in der Interventionsgruppe 14 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe, ebenso die Gesamttodesfälle.
„Allein durch die nur 25%ige Reduktion der Natriumchloridzufuhr konnte die Sterblichkeit und die Schlaganfallrate in einer Hochrisikopopulation signifikant gesenkt werden“, betont Prof. Wenzel. „Doch auch in der Allgemeinbevölkerung hat die Reduktion des Salzkonsums einen großen Effekt, wie eine Studie zeigte, die am 13. November dieses Jahres im ‚The New England Journal of Medicine‘ (NEJM) [7] erschienen ist.“
In der Untersuchung wurden sechs Populationskohorten aus Großbritannien mit über 10.000 gesunden Menschen analysiert. Es zeigte sich, dass das kardiovaskuläre Risiko proportional mit dem Salzkonsum, gemessen an der Salzausscheidung im Urin, anstieg. Jeder 1.000 mg-Anstieg der Natriumexkretion ging mit einer 18%-igen Erhöhung des Risikos für Herzerkrankungen und Schlaganfälle einher. Das entspricht etwa einer diätetischen Zufuhr von 2,5 g Salz .
„Gefahr ist allgemein noch zu wenig bekannt“
Wie der Experte ausführt, schien in beiden NEJM-Studien [6, 7] Kalium eine schützende Wirkung zu haben. In der chinesischen Studie [6] war Natriumchlorid z.T. durch Kaliumchlorid ersetzt worden, in der Studie aus Großbritannien war das kardiovaskuläre Risiko am höchsten, wenn im 24-h-Urin eine hohe Natriumausfuhr und eine niedrige Kaliumausfuhr gemessen wurde.
„Das zeigt, wie groß der Einfluss des zu hohen Salzkonsums auf die Gesundheit ist, doch diese Gefahr ist allgemein noch zu wenig bekannt“, schlussfolgert der Experte. Die Deutsche Hochdruckliga hat sich daher der weltweiten Initiative der World Hypertension League zur Aufklärung über den Salzkonsum angeschlossen.
Literatur:
- 1 Wu C, Yosef N, Thalhamer T, Zhu C, Xiao S, Kishi Y, et al. Induction of pathogenic TH17 cells by inducible salt-sensing kinase SGK1. Nature. 2013;496(7446):513-7.
- [2] Kleinewietfeld M, Manzel A, Titze J, Kvakan H, Yosef N, Linker RA, et al. Sodium chloride drives autoimmune disease by the induction of pathogenic TH17 cells. Nature. 2013;496(7446):518-22.
- [3] Ellison DH, Welling P. Insights into Salt Handling and Blood Pressur.e N Engl J Med 2021; 385:1981-1993. November 18, 2021, DOI: 10.1056/NEJMra2030212
- [4] Wilck N, Matus MG, Kearney SM, Olesen SW, Forslund K, Bartolomaeus H, et al. Salt-responsive gut commensal modulates TH17 axis and disease. Nature. 2017;551(7682):585-9
- [5] https://www.charite.de/service/klinische_studien_detail/item/studien_detail/cabl001e2201/
- [6] Neal B, Wu Y, Feng X et al. Effect of Salt Substitution on Cardiovascular Events and Death. N Engl J Med 2021 Sep 16; 385
- [7] Ma Y, He FJ, Sun Q et al. 24-Hour Urinary Sodium and Potassium Excretion and Cardiovascular Risk. N Engl Med 2021, online November 13, 2021, doi: 10.1056/NEJMoa2109794
von Redaktion
mit Materialien der Deutschen Hochdruckliga
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 10 Stunden, 14 Minuten
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 5 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 1 Tag, 3 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 10 Stunden, 41 Minuten
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 10 Stunden, 17 Minuten
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 15 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
