Zuckerkarussell – wenn der Blutzucker kurz vor Weihnachten verrücktspielt

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Zuckerkarussell – wenn der Blutzucker kurz vor Weihnachten verrücktspielt

Blickfang - fotolia.com
Blickfang – fotolia.com

Die Vorweihnachtszeit ist für mich immer eine besonders stressige Zeit. Da heißt es bei mir neben der Büroarbeit noch Geschenke besorgen, Basteln von Weihnachtsgeschenken mit dem Kind, Kekse backen und die Besuche der Verwandtschaft gut vorausplanen.

Das geht wahrscheinlich nicht nur jedem Diabetiker so. Bei mir spielt, speziell im November und Dezember (zwei zugegebenermaßen besonders graue Monate), der Blutzucker immer besonders verrückt. Ich wache oft in den Morgenstunden auf und starte mit einem Wert jenseits der Marke von 180 mg/dl (10,0 mmol/l). Für das Frühstück korrigiere ich dann mit 2 bis 3 Einheiten und schaffe dann eine kurzfristige Reduktion auf die Marke von 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Am Nachmittag steigt mein Blutzucker dann automatisch wieder auf Höhen um die 200 mg/dl (11,1 mmol/l). Ist das normal, frage ich mich?

Smileus - fotolia.com
Smileus – fotolia.com

Mein Lebensrhythmus hat sich außer meinem innerlichen Stresslevel und den vielen atemlosen Menschen um mich herum eigentlich nicht viel verändert. Wieso lässt sich der Blutzucker derart durch dieses Weihnachtstreiben beeinflussen?

„Weihnachtsstress kann eine schlechtere Diabeteseinstellung bedeuten!“

Dazu stelle ich jetzt einmal eine (Weihnachts-)Hypothese auf. „Weihnachtsstress kann eine schlechtere Diabeteseinstellung bedeuten!“ Mit dieser These liege ich nicht so ganz daneben. Menschen mit Diabetes und einer zusätzlichen chronischen psychischen Belastung (wie Depression, Verlust einer nahestehenden Person, bei Mobbing am Arbeitsplatz oder Arbeitslosigkeit) sind statistisch schlechter eingestellt als Menschen ohne chronischen Stress.

Wie kann ich dem Stress entkommen?

Zunächst möchte ich mir meinen Alltag einmal bewusster anschauen. Man kann nicht denken, wenn man es eilig hat, sagte schon Platon. Deshalb immer wieder kleine Ruhepausen in den Alltag einbauen – sei es beim Spaziergang oder bei einer guten Tasse Tee. Das ist wichtig. Ich habe jedoch auch ein ganz individuelles Ziel: Mein letzter HbA1c-Wert Anfang November lag bei 7,0%. Mein Wunsch ist es, Ende Januar mit einem HbA1c von 6,5% ins neue Jahr zu starten. Wie kann ich das schaffen?

  1. Regelmäßige Mahlzeiten und einen größeren Spritz-Ess-Abstand einplanen
    • Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes kann es durch eine akute psychische Belastung zu einer Verzögerung des Blutzuckerabfalls nach der Mahlzeit kommen (Quelle).
  1. Raus in die Natur. Tief die Luft einatmen und nicht nur in den Geschäften umherirren.
  2. Öfter den Blutzucker testen (ich besitze leider noch kein FreeStyle Libre) und ein Protokoll führen – das bringt die Schwachstellen schneller zu Tage.
  3. Öfters mal einen Menschen anlachen. Lachen entstresst!
  4. Den Partner oder die Kinder öfter mal umarmen. Kuscheln ist (nicht nur in der Vorweihnachtszeit) gesund!

Ich wünsche Euch allen eine entspannte Vorweihnachtszeit!

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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