Reisen mit Diabetes: Mit Zucker im Gepäck … nach Thailand

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Reisen mit Diabetes: Mit Zucker im Gepäck … nach Thailand

Das „Land des Lächelns“ ist ein Reiseziel, das mit Tempelanlagen, exotischer Natur und Traumstränden lockt. Hier findet ihr Wissenswertes für Reisen in das Königreich Thailand in Südostasien von Susanne.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien erstmals am 6. Juli 2021, wurde überarbeitet und am 2. Juli 2025 aktualisiert.

Thailand mit der Hauptstadt Bangkok in der Mitte des Landes lässt sich das ganze Jahr über gut bereisen. Der bergige Norden ist bekannt für grüne Wälder und Nationalparks, das Hochplateau im Norden bietet Einblicke in archäologische Schätze. Auf der zentralen Ebene ist das Hauptreisanbaugebiet des Landes und die südliche Halbinsel ist wegen der vielen weißen Sandstrände und Inseln beliebt.1

Bei einer anstehenden Reise nach Thailand stellen sich zunächst dieselben Fragen wie bei jedem anderen Urlaub auch, wenn man „Zucker im Gepäck“ hat. Antworten auf grundsätzliche Herausforderungen wie „Was muss ich einpacken?“, „Was ist im Flugzeug mit meinen Diabetes-Gadgets?“, „Verträgt mein Insulin die Temperaturen des Urlaubsziels?“ und weiterführende Informationen und Links sind im allgemeinen Beitrag „Reisen mit Diabetes: Allgemeine Hinweise und Informationen“ zusammengefasst.

Hier geht es nun dagegen ins Detail:

Auf nach Thailand!

Thailand im Profil

Hauptstadt: Bangkok

Amtssprache: Thai

Größe: 510.890 Quadratkilometer (Deutschland: 357.340 Quadratkilometer)

Einwohner: 71.668.000 (Deutschland: 83.445.000)

Natur/Klima: Es herrscht tropisches Klima. Insbesondere in der Regenzeit von Mai bis Oktober kommt es häufig zu großflächigen Überschwemmungen und Erdrutschen, denen häufig Menschen zum Opfer fallen. Im Südosten der Thai-Halbinsel (u.a. auch auf Koh Samui) kommt es auch von November bis Januar zu Starkregen und vereinzelten Tropenstürmen. Thailand befindet sich in einer seismisch aktiven Zone, in der mit Erd- und Seebeben gerechnet werden muss.

Daten-Quellen: Weltbank (Stand 2024) 1 / Auswärtiges Amt (Stand 3. Juli 2025) 2 / Thailändisches Fremdenverkehrsamt3

Wichtige Kontakte für den Notfall

  • Notrufnummer für den medizinischen Notfallhilfsdienst: 1669
  • Notrufnummer der Polizei: 191
  • Touristenpolizei (für ausländische Reisende): 1155 (Polizei mit englisch-sprechenden – ggf. auch deutsch-sprechenden – Beamten, v.a. in Touristengebieten)
  • Adresse der deutschen Botschaft: 9 South Sathorn Road, Bangkok 10120
  • Telefonnummer der deutschen Botschaft: +66 (0) 2287 9000
  • Telefonnummer des Bereitschaftsdienst der deutschen Botschaft +66 (0) 81 845 6224 (nur in dringenden Notsituationen außerhalb der Öffnungszeiten)
  • Website der deutschen Vertretungen in Thailand: bangkok.diplo.de
  • Anmeldung zur Krisenvorsorgeliste ELEFAND: krisenvorsorgeliste.diplo.de

Mehr Reiseerfahrungen von Susanne findet ihr übrigens auch in ihrer Reihe über ihren Aufenthalt auf einem Containerschiff: Auf hoher See, Teil 1: Planen und Packen

Diabetes in Thailand

  • Anzahl von Menschen mit Diabetes zwischen 20 und 79 Jahren: 6,360 Mio. (Deutschland: 6,485 Mio.)
  • Altersbereinigte Diabetes-Prävalenz zwischen 20 und 79 Jahren: ca. 10,2 Prozent (Deutschland: ca. 7,8 Prozent)
  • Anzahl von Menschen mit Typ-1-Diabetes zwischen 0 und 19 Jahren: ca. 4.600 (Deutschland: ca. 41.600)
  • Dunkelziffer an Menschen mit Diabetes zwischen 20 und 79 Jahren: ca. 2,2 Mio. (Deutschland: ca. 1,3 Mio.)

Daten-Quelle: Diabetes Atlas 2025 Report (11. Ausgabe) der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF) 4

Allgemeine Hinweise für Reisen mit Diabetes gibt es in dieser Übersicht.

Insuline in Thailand

Nicht immer heißen Medikamente im Ausland genauso wie zuhause. Unter den folgenden Namen werden die jeweiligen Insulinpräparate der großen Hersteller in Thailand vertrieben – Stand Juli 2025:

  • Basalinsuline (langwirkend)
    • Lantus® (Insulin Glargin); Hersteller: Sanofi
    • Toujeo® (Insulin Glargin U300); Hersteller: Sanofi
    • Optisulin® (Insulin Glargin); Hersteller: Sanofi (regionaler Markenname – nicht in Europa verbreitet)
    • Levemir® (Insulin Detemir); Hersteller: Novo Nordisk
    • Tresiba® (Insulin Degludec); Hersteller: Novo Nordisk
    • Basaglar® (Biosimilar Glargin); Hersteller: Lilly
    • Rezvoglar® (Biosimilar Glargin); Hersteller: Lilly
    • Basalog® (Biosimilar Glargin); Hersteller: Biocon
  • Wöchentliches Basalinsulin
    • Awiqli® (Insulin Icodec); Hersteller: Novo Nordisk
  • Bolusinsuline (kurzwirksam bzw. rapid-acting)
    • Apidra® (Insulin Glulisine); Hersteller: Sanofi
    • NovoRapid® / NovoLog® (Insulin Aspart); Hersteller: Novo Nordisk (Hinweis: In Thailand kann sowohl „NovoRapid®“ als auch „NovoLog®“ auf Verpackung stehen – inhaltlich identisch)
    • Humalog® (Insulin Lispro); Hersteller: Lilly
  • Humaninsuline*
    • Insuman®; Hersteller: Sanofi
    • Actrapid® / Novolin®; Hersteller: Novo Nordisk, Lilly
    • Insulatard®; Hersteller: Novo Nordisk
    • Humulin® (R, N, 30/70); Hersteller: Lilly
    • Bioton Humaninsulin (z. B. Gensulin R/N/Mix); Hersteller: Bioton (Polen)

*Humaninsuline unterliegen auch in Thailand teils Versorgungsschwankungen. Mögliche schrittweise Rücknahme zugunsten von Analoginsulinen durch Hersteller.

  • Kombinationspräparate
    • Soliqua® / Suliqua® (Insulin Glargin + Lixisenatid); Hersteller: Sanofi (Name je nach Markt leicht abweichend)
    • NovoMix® (Biphasisches Insulin Aspart); Hersteller: Novo Nordisk
    • Ryzodeg® (Insulin Degludec + Aspart); Hersteller: Novo Nordisk
    • Xultophy® (Insulin Degludec + Liraglutid); Hersteller: Novo Nordisk

Hinweis: In Thailand können Handelsnamen, Darreichungsformen (z. B. FlexPen™, KwikPen™) und Konzentrationen (U100/U300) leicht von europäischen Produkten abweichen. Besonders bei Biosimilars und Humaninsulinen ist das Herstellerportfolio regional angepasst. Änderungen sind jederzeit möglich – vor Reiseantritt empfiehlt sich eine Rücksprache mit den Kundenservices der Hersteller oder ein Blick auf die thailändische Arzneimittelbehörde.

Quellen: Thailändische Arzneimittel-Behörde (สำนักงานคณะกรรมการอาหารและยา) 5 / Unternehmensangaben 6

Mehr zum Nachschlagen gibt es im Beitrag „Reisen mit Diabetes: Diese Bücher und Materialien helfen weiter

Pumpenersatz/Leihpumpen für Reisen nach Thailand

Insulinpumpenträger können sich i.d.R. vor Abreise je nach Hersteller leihweise eine Urlaubspumpe für den Fall eines technischen Defekts ihrer eigenen Pumpe während des Urlaubs besorgen. Andere Hersteller bieten einen weltweiten Austauschservice an. Folgende Regelungen gelten für die gängigsten Insulin-Pumpen (Stand Juli 2025 – vor Abreise Aktualität über Hotline seines Pumpenanbieters überprüfen):

MiniMed 740G / 770G / 780G von Medtronic

  • Bei Reisen außerhalb Europas wie z.B. nach Thailand kann eine Ersatz-Insulinpumpe für den Urlaub kostenfrei mindestens 6 Wochen vor Reisebeginn über Medtronic-Kundenservice (kostenfreie 24-h-Hotline: 0800/646 46 33) beantragt werden. Voraussetzung ist, dass für die eigene Insulinpumpe noch eine Garantie vorliegt (i.d.R: 4 Jahre bei Medtronic-Systemen) und die Reise nicht länger als 8 Wochen dauert. Die Lieferung des Ersatzsystems erfolgt etwa 5 Werktage vor der Abreise, die Rücksendung 3 Tage nach der Rückkehr. Die 24-h-Hotline des Medtronic-Kundenservices für Anrufe aus dem Ausland lautet +49 2159/81 49 37 0.

Omnipod 5 / Omnipod DASH von Insulet

  • Je nach Verfügbarkeit wird ein kostenloses PDM-Leihgerät für die Zeit des Urlaubes angeboten. Voraussetzung ist die laufende OmniPod-Garantiezeit des eigentlichen Systems von 4 Jahren. Die Beantragung muss mind. 3 Wochen vor Reisebeginn getätigt werden und läuft über den Kundendienst von Insulet via 24-h-Hotline 0800/182 16 29 oder per Kontaktformular auf der Hersteller-Website. Die 24-h-Hotline fürs Ausland lautet +49 89/95 46 73 89 Die Rücksendung erfolgt 5 Tage nach Urlaubsende per kostenfreiem Rücksendeschein.

mylife YpsoPump von Ypsomed

  • Eine Urlaubspumpe wird nach Prüfung für Auslandsreisen für 1 bis 4 Wochen (oder nach Absprache) kostenlos zur Verfügung gestellt, die man mind. 3 Wochen vor Antritt der Reise unter der ebenfalls kostenlosen Hotline 0800/977 66 33 (Mo. bis Fr., 8 bis 17 Uhr) oder per Mail unter info@ypsomed.de beantragen kann. 24-Stunden-Hotline (auch aus dem Ausland): +49 69/310 19 70. Die Rücksendung erfolgt per Rücksendeaufkleber spätestens 5 Tage nach dem Urlaub. Falls die Pumpe nicht direkt über Ypsomed geliefert wurde, muss eine erfolgte technische Einweisung nachgewiesen werden.

Dana‑i / Dana RS von SoOIL (Vertrieb und Service durch IME-DC GmbH)

  • Eine Urlaubspumpe wird nach Prüfung kostenlos für 1 bis max. 3 Wochen (längere Leihdauern müssen mit dem Kundenservice besprochen werden) zur Verfügung gestellt. Beantragung 4 bis 6 Wochen vor Antritt der Reise unter der Servicenummer 09281/85 01 60 . 24-Stunden-Hotline (auch aus dem Ausland): +49 9281/85 01 68 88. Die Rücksendung erfolgt per kostenfreiem Rücksendeschein spätestens 7 Tage nach Urlaubsende oder nach Vereinbarung.

t:slim X2 von VitalAire

  • Für Reisen uns Nicht-EU-Ausland wie nach Thailand stellt VitalAire ein kostenloses Urlaubspumpen-Leihgerät zur Verfügung, der Versand erfolgt vor Reiseantritt und sollte rechtzeitig im Voraus über die Hotline 0800/100 16 44 beantragt werden. Die 24-h-Hotline aus dem Ausland lautet +49 421/48 63 18 63. Nach Urlaubsende muss die Rückgabe veranlasst werden.

Kaleido von ViCentra

  • ViCentra bietet aktuell keinen offiziellen Leih‑ oder Urlaubspumpen-Service für das Kaleido‑System an, allerdings werden im Starter‑Kit standardmäßig zwei Pumpen geliefert, für die eine als Ersatzpumpe für den Urlaub verwendet werden kann. Für weitere Fragen kann der Kundensupport kontaktiert werden unter der Telefonnummer +49 322/21 09 65 80 (auch im Ausland) oder per E-Mail unter der Adresse kaleidocare.de@hellokaleido.com

Medtrum von der Medtrum GmbH

  • In Deutschland gibt es aktuell kein Angebot des Herstellers oder über Diabetes-Fachhändler für einen Urlaubs-/Ersatzpumpen-Service. Es ist ratsam, sich vor Urlaubsbeginn bei der Medtrum GmbH über individuelle Lösungen zu informieren via Tel.: 0800/633 87 86 oder E-Mail: info.germany@medtrum.com.

Accu-Chek Combo / Insight / Solo von Roche Diagnsotics

  • Der Vertrieb für Accu‑Chek Combo und Accu‑Chek Insight wurde eingestellt, der Urlaubs- oder Ersatzpumpenservice ist für diese Modelle nicht mehr gültig. Für die Accu-Chek Solo ist es ratsam, sich bei Roche Diagnostics über individuelle Lösungen zu informieren über die Hotlines 0800/44 66 80 0 im Inland und +49 621/87 06 61 42 im Ausland oder via Kontaktformular auf der Accu-Chek-Website.

Quelle: Unternehmensangaben 6

Quelle: Pixabay

CGM-Systeme/-Sensoren in Thailand

Was tun, wenn CGM-Sensoren im Urlaub verloren gehen, beschädigt oder gestohlen werden? Und was ist bezüglich der verwendeten Apps zu beachten? Generell sollten ausreichend Sensoren mitgeführt werden, bei Flügen idealerweise im Handgepäck und ein Notfallvorrat im aufgegebenem Gepäck (Hinweis: Die Sensoren unbedingt in thermisch isolierte Hüllen oder Taschen packen, damit sie durch den Temperaturunterschied im Frachtraum keinen Schaden nehmen).

Ersatz bei defekten Sensoren

In Thailand ist es grundsätzlich möglich, Ersatzsensoren für CGM-Systeme zu erhalten, allerdings gibt es im Vergleich zu westlichen Ländern einige Herausforderungen, die berücksichtigt werden müssen. Der Service für Diabetes-Produkte ist in Thailand zwar in größeren Städten gut verfügbar, jedoch könnte er in ländlicheren Regionen eingeschränkt sein. Bei defekten Sensoren kann der Prozess etwas langsamer sein und hängt von der Verfügbarkeit der lokalen Partnerunternehmen oder des internationalen Kundendienstes ab. Es kann aber versucht werden, über den internationalen Kundenservice Kontakt aufzunehmen. Dabei ist ein Nachweis erforderlich, um Ersatz zu bekommen (z.B. Kaufbeleg, Seriennummer). Der Support könnte schwieriger zu erreichen sein als in Europa oder bspw. den USA. Es ist ratsam, vorher zu klären, wie der Ersatzservice funktioniert und welche Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Ersatz bei verlorenen oder gestohlenen Sensoren

Im Falle von Anwendungsfehlern, Verlust oder Diebstahl von Sensoren muss Ersatz eigenständig gekauft werden. In Thailand gibt es möglicherweise eine begrenzte Auswahl an CGM-Produkten, und die Verfügbarkeit könnte regional unterschiedlich sein. In großen Städten wie Bangkok oder Chiang Mai gibt es spezialisierte Apotheken und Diabeteszentren, die möglicherweise Ersatzprodukte führen, aber die Auswahl kann begrenzt sein. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Ersatzsensoren online zu kaufen, entweder über die Websites der Hersteller oder über Drittanbieter, die internationalen Versand anbieten. Dabei können jedoch die Versandkosten und die Lieferzeiten, die je nach Anbieter variieren. Zudem sollte bei Drittanbietern sichergestellt werden, dass Sensoren von vertrauenswürdigen Quellen stammen, um sicherzustellen, dass die Produkte authentisch und funktionstüchtig sind.

Allgemeine Empfehlungen

Generell empfiehlt es sich, vor Reiseantritt alle relevanten Apps und Updates für das jeweilige System auf dem Smartphone zu installieren, da einige Hersteller App-Downloads im Ausland einschränken. Für alle Systeme gilt: Kopien von Quittungen und Rezepten sowie ärztliche Bescheinigungen und Kontaktdaten des Kundendienstes sollten am besten stets mitgeführt werden.

Ergänzend kann eine Reisegepäckversicherung im Falle eines Diebstahls einspringen – jedoch oft nur zum Zeitwert und ohne akuten Ersatz. In der Regel können Sensoren auch vor Ort in Apotheken zum Selbstzahler-Preis erworben werden, wobei zu beachten ist, dass manche Sensoren länderspezifisch sind und nur mit Systemen des jeweiligen Landes kompatibel sind.

Zudem rät es sich, ein System für die punktuelle Blutzuckermessung und ausreichend Teststreifen mitzunehmen.

Quelle: Unternehmensangaben 5

Medizinische Versorgung und Versicherungsschutz in Thailand

Die medizinische Versorgung in Thailand ist laut Auswärtigem Amt in Bangkok sowie anderen größeren Städten qualitativ hochwertig. Privatkliniken bieten häufig eine medizinische Betreuung, die europäischen Standards entspricht. In ländlichen oder abgelegenen Regionen kann die Versorgung jedoch eingeschränkt sein; dort fehlen häufig englischsprachige oder europäisch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte. Für Reisende mit Diabetes ist die medizinische Versorgung in urbanen Zentren in der Regel gut möglich. Dennoch wird empfohlen, ausreichend Insulin, Medikamente und Messmaterial mitzuführen, da bestimmte Präparate vor Ort schwer erhältlich oder teurer sein können.

Auch ein mehrsprachiger Diabetes-Ausweis sowie eine ärztliche Bescheinigung für die Mitnahme von Medikamenten und Insulin im Handgepäck sind sinnvoll. Medikamente müssen bei Einreise deklariert und in Originalverpackung mitgeführt werden. Die Mitnahme ist i. d. R. auf einen Vorrat für maximal drei Monate begrenzt. Für bestimmte Arzneimittel gelten Einfuhrbeschränkungen; Details dazu bietet die Website der thailändischen Tourismusbehörde (TAT). Bei längeren Aufenthalten sollten bereits im Vorfeld diabetologische Einrichtungen und gut ausgestattete Apotheken recherchiert werden.

Impfschutz

Die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert Koch-Instituts (RKI) sollten aktuell sein. Zusätzlich empfohlen werden – je nach Reiseroute und -dauer – Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis. Für Menschen mit Diabetes ist ein vollständiger Impfschutz besonders wichtig, da Infektionsverläufe schwerer ausfallen können. Auch eine Grippe- und Pneumokokkenimpfung kann vor Abreise sinnvoll sein. Eine reisemedizinische Beratung wird dringend empfohlen – idealerweise 4 bis 6 Wochen vor Abreise.

Versicherungsschutz

Da zwischen Deutschland und Thailand kein Sozialversicherungsabkommen besteht, bietet die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland dort keinen regulären Versicherungsschutz. Ärztliche Behandlungen müssen in Thailand vollständig privat bezahlt werden. Der GKV-Spitzenverband empfiehlt deshalb allen gesetzlich Versicherten, vor der Reise eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die auch Notfälle und Rücktransporte abdeckt. Einige Krankenkassen kooperieren mit privaten Anbietern – eine Klärung vor Reiseantritt ist dringend anzuraten.

Privatversicherte genießen laut PKV (Verband der Privaten Krankenversicherung) weltweit Schutz im Rahmen ihrer tariflichen Leistungen. In vielen Fällen gilt der Versicherungsschutz für mindestens einen Monat, teils für deutlich längere Zeiträume. Sollte eine Rückreise aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein, kann sich der Versicherungsschutz verlängern. Viele Anbieter ermöglichen zudem eine individuelle Erweiterung der Gültigkeit für den Auslandsaufenthalt. Eine Klärung der konkreten Leistungen in Thailand sollte vor Abreise erfolgen.

Unabhängig von der Art der Versicherung ist für Reisen nach Thailand – wie in jedes außereuropäische Land – der Abschluss einer umfassenden Auslandsreise-Krankenversicherung dringend empfohlen. Diese sollte insbesondere auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland sowie Behandlungen bei Privatärztinnen bzw. -ärzten oder in Privatkliniken absichern.

Quellen: Auswärtiges Amt (Stand 3. Juli 2025) 2 / Tourism Authority of Thailand (TAT) 7 / Robert Koch-Institut (RKI) (Stand 3. April 2025)  8 / Zentrum für Reisemedizin (CRM)  9 GKV-Spitzenverband  10 / Verband der Privaten Krankenversicherung  11

Quelle: Pixabay

Notfallausweis auf Thailändisch

Damit einem im Notfall sofort adäquat geholfen wird, lohnt es sich, einen Notfallausweis dabeizuhaben.

Einen internationalen Ausweis bekommt ihr hier im MedTriX-Shop.

Hier die thailändische Übersetzung, die man sich auch einfach für die Reise ausdrucken kann:

„ฉันเป็นเบาหวานและกำลังได้รับการรักษาด้วย ……………… หากฉันรู้สึกไม่สบาย แสดงพฤติกรรมผิดปกติ หรือหมดสติ กรุณาให้ฉันรับประทานน้ำตาล ลูกกวาด ขนมปัง หรือเครื่องดื่มที่มีรสหวานมาก หากฉันไม่สามารถกลืนได้ หรือไม่ฟื้นคืนสติอย่างรวดเร็ว ควรฉีดกลูคากอนให้ฉันทันที หลังจากนั้น กรุณาแจ้งครอบครัวของฉัน หรือติดต่อแพทย์ หรือพาฉันส่งโรงพยาบาลทันที”

„Ich bin zuckerkrank und werde mit ….………….. behandelt. Im Fall von Unwohlsein, anormalen Verhalten oder Bewusstseinsverlust geben Sie mir bitte mehrere Stücke Zucker zu essen, Bonbons, Brot oder ein sehr süßes Getränk. Wenn ich nicht schlucken kann oder nicht sehr schnell zu mir komme, sollte man mir umgehend Glukagon injizieren. Dazu benachrichtigen Sie meine Familie oder einen Arzt oder lassen Sie mich sofort ins Krankenhaus bringen.“

Kulinarische thailändische Spezialitäten

Im Laufe von mehreren Jahrhunderten entstand aus chinesischen, indischen und europäischen Einflüssen die thailändische Küche, aus der unter anderem das Nudelgericht Phad Thai sowie Khao Phad, ein Reis-Rezept, bekannt sind. Größe und Rezept können stark variieren, dennoch hier ein grober Anhaltspunkt, um die Kohlenhydrate dafür zu berechnen:

Foto: piyaphunjun – strock.adobe.com

Phad Thai

Das mit Ei, Tofu und weiteren Zutaten wie Garnelen, Krebs oder Huhn gebratene Nudelgericht ist scharf, sauer, salzig und süß gleichermaßen – dank getrockneter Chilis, Limette, Fischsauce und Rohrzucker.

  • 100 Gramm enthalten etwa 20 bis 25 Gramm Kohlenhydrate

Khao Phad

In einem Wok gebratenes Reisgericht mit einer Sorte Fleisch, Ei, Zwiebeln, Knoblauch und manchmal Tomaten, dazu Fischsauce, Zucker, Salz und manchmal Chilisauce.

  • 100 Gramm haben in etwa 30 bis 40 Gramm Kohlenhydrate

Gute Reise – เที่ยวให้สนุกนะ!

Reisen mit Diabetes: Informationen für ausgewählte Urlaubsländer

Weitere Beiträge über Reisen mit Diabetes in ausgewählte Urlaubsländer findest du hier:

Mit Zucker im Gepäck …



von Susanne Löw und Gregor Hess (Überarbeitung)

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    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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